Zur Karriere von Werner Steinecker
Welche waren die wesentlichsten Stationen Ihrer Karriere?
Der Grundstein für meine Karriere und die Faszination Technik begannen mit der Lehre zum Starkstrommonteur bei der Oberösterreichischen Kraftwerke AG, nunmehr Energie AG, die ich im Jahre 1976 erfolgreich abschloß. Diese damals gewonnenen Fähigkeiten und gesammelten Erfahrungen möchte und kann ich auch heute als für die Technik zuständiges Vorstandsmitglied des Landesstromversorgers nicht missen. Die nächsten beiden Jahre sammelte ich praktische Erfahrungen im Freileitungsbaubereich und lernte die Strommasten hautnah auch von oben her kennen. In dieser Zeit entstand in mir das Bedürfnis, mich permanent weiterzuentwickeln, und so übersiedelte ich kurzerhand meinem Heimatort im Bezirk Schärding nach Linz, wo ich neben meiner Tätigkeit in der Bauabteilung und als technischer Zeichner in der Kraftwerksplanung der Energie AG die Abend-HTL für Elektrotechnik besuchte und 1982 mit ausgezeichnetem Erfolg maturierte. Durch meine Tätigkeit als Betriebsrat wurde mir zunehmend klar, daß es günstig sei, mich über die Antithese zur Technik weiterzuentwickeln, und so entschloß ich mich 1983 zum Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Linz, das ich 1987 abschloß. 1994 erfolgte meine Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck. Parallel zu meinem Studium wechselte ich innerhalb der Energie AG in den Großkundenvertrieb und bekam 1989 die ehrenvolle Aufgabe, als Leiter der Schulungs- und Personalentwicklungsabteilung für das Haus Nutzen zu stiften. Während dieser Tätigkeit bat mich die namhafte Bildungseinrichtung ÖAF, ein Seminar zum Thema Vortrags- und Präsentationstechnik für seine Teilnehmer aus ganz Österreich zu halten. Die Beschäftigung mit dieser Thematik hat meinen beruflichen Karriereweg positiv beeinflußt. Durch die äußerst kritischen Augen meiner Seminarteilnehmer wurde mir klar, daß ich permanent, egal ob privat oder beruflich, auf einer Bühne stehe, vom Gegenüber beobachtet werde und der gewünschte Response am besten ist, je authentischer ich wirke. Die nachfolgenden Trainings, die ich für die verschiedensten Unternehmen und hunderte Seminarteilnehmer in Österreich und Deutschland abhielt und auch heute trotz meines vollen Terminkalenders noch abhalte, bestätigen mir, daß es primär darauf ankommt, wie angenehm der Mensch sich und den Nutzenaspekt einer Thematik präsentieren kann, und weniger auf technische Belange, die heute oftmals ohnehin vorausgesetzt werden. Von 1996 bis 1998 wurde ich zum Leiter eines Pilotprojektes zur Neugestaltung des Vertriebes ernannt und absolvierte in dieser Zeit meine ökonomische Ausbildung, zuerst an der LIMAK Linz und ab August 1997 an der University Toronto, wo ich 1998 den Titel MBA erlangte, um darauf aufbauend an der Universität Linz im Jahre 2002 zum Doktor der Sozialwissenschaften zu promovieren. Von all meinen Ausbildungen möchte ich den MBA am wenigsten missen, lernte ich doch hier die Vorteile der nordamerikanischen Pädagogik kennen, wo es darauf ankommt, im Team zu arbeiten, als Team erfolgsverantwortlich zu sein, Themen aktiv zu erarbeiten bzw. zu präsentieren, wobei schriftliche Einzelarbeiten und Prüfungen bei der Leistungsbeurteilung nur mit einem Drittel gewichtet werden. Ab Juni 1998 war ich als Vorstand der OÖ Ferngas AG für die Bereiche Finanzen, Personal, Recht und Vertrieb verantwortlich und bin seit September 2002 als Mitglied des Energie AG Vorstandes für die Technik zuständig.