Zum Erfolg von Johann Strobl sen.
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, wenn der Betrieb gut läuft und in absehbarer Zeit ordentlich an unseren Sohn übergeben werden kann.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wenn man bedenkt, daß wir in unserer kleinen Gemeinde mit rund 1.200 Einwohnern insgesamt fünf Gasthäuser haben und wir relativ gut dastehen, würde ich schon sagen, daß wir uns als erfolgreich sehen können. Natürlich mußten wir unsere eigene Nische finden.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich hatte durch unser vormaliges Lagerhaus immer schon guten Kontakt zur Bevölkerung, was mir natürlich später als Gastwirt zugute kam.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Realistisch und optimistisch. Ich sehe Herausforderungen durchaus als Chance, wäge aber vorher immer genau ab.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Mitte der neunziger Jahre waren wir am erfolgreichsten. Dann kam ein wirtschaftlicher Durchhänger, der vor allem mit der gesetzlichen Regelung hinsichtlich der Promillegrenze für Autofahrer zusammenhing.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Entscheidung, uns mit dem Gasthaus ein zweites Standbein zu schaffen, war eine Schlüsselentscheidung, der Umbau des vormaligen Lagerhauses zum Gasthaus richtungsweisend, weil ich nicht glaube, daß wir als Lagerhausbetrieb auf lange Sicht wirtschaftlich lebensfähig gewesen wären.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Originalität im Sinne der ursprünglichen, also bodenständigen, traditionellen Küche, kommt bei unseren Gästen sehr gut an.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Eigentlich nicht.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung durch meine Umgebung erfahre ich kaum, in meiner Familie sehr viel.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Einem Gashaus, wie wir es sind, setzen die unzähligen Feste und Veranstaltungen der diversen Vereine doch sehr zu. Bei den gesetzlichen und steuerlichen Auflagen sind die Gastwirte zudem schwer benachteiligt. Das könnte auf lange Sicht die Struktur im Ort gefährden.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Als normaler Mitbürger.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen in der Gastronomie eine wesentliche Rolle, das ist klar.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Für mich zählen das Engagement und die Identifikation mit dem Betrieb. Ich wünsche mir Mitarbeiter, die auch eigene Ideen in den Betrieb einbringen und auch eigene Entscheidungen treffen können.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind sehr flexibel und gehen auf die Wünsche unserer Gäste ein, insbesondere wenn es um spezielle Feste und Feiern geht. Unsere Mitarbeiter sind sehr eigenständig, und unsere Küche bietet für jeden Geschmack etwas.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Jeder von uns Gastwirten im Dorf hat sich auf eine gewisse Zielgruppe spezialisiert, und daher haben wir überhaupt keine Schwierigkeiten miteinander.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Frau und ich wohnen nicht im selben Gebäude, in dem sich das Gasthaus befindet. Durch diese räumliche Trennung trennen wir auch zwischen Beruf und Privatleben.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Relativ wenig. Ich bin in einem Alter, in dem ich Fortbildung eher den Jungen überlasse.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Mein Rat ist es, möglichst einen Beruf zu wählen, der einem Freude bereitet. Es hat keinen Sinn, nur wegen einer Position oder des Geldes wegen einen Beruf zu ergreifen, das ist verlorene Zeit.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Wir möchten unseren Gastronomiebetrieb hinsichtlich Catering weiter ausbauen und schließlich in einem guten Zustand und geordneten Verhältnissen an unseren Sohn Stefan übergeben.
Ihr Lebensmotto?
Nimm die Dinge so, wie sie kommen, und mach das Beste daraus.