Zum Erfolg von Plamen Iltchev
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist für mich die Fähigkeit, sich an seine Umgebung anzupassen und möglichst viele Vorteile für sich selbst aus der Situation zu ziehen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, im Sinne meiner Definition sehe ich mich als recht erfolgreich. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Es ist notwendig, seine verschiedenen Fähigkeiten verbinden zu können, einzelne Fähigkeiten allein nützen einem nur wenig. Erfolg kann man nur zum Teil selbst beeinflussen. Eine große Rolle spielt auch die Situation am Markt, man muß den Zeitgeist treffen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich versuche, die Aufgaben, die anstehen, zu kategorisieren und zeitlich zu definieren.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Es ist für mich sehr schwierig, mich selbst zu beurteilen, daher weiß ich nicht, ab welchem Zeitpunkt ich erfolgreich war. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Das kommt auf die Situation an. Ein Politiker beispielsweise muß sicher ein Original sein. Er kämpft sich hoch, und dann ist er in der Position, sich bestimmte Dinge erlauben zu können. Doch man kann auch mit Imitation durchstarten und mit bereits vorhandenen Dingen erfolgreich sein, nicht zuletzt mit dem Ziel, später auch seine eigenen Kreationen an den Mann zu bringen. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Ich sehe die größte Problematik im Personal. Ich frage mich oft, wie man die Menschen heute dazu bringen kann, daß sie arbeiten wollen. Die Mittelschicht ist mehr oder weniger mit dem zufrieden, was sie hat, und hat dementsprechend wenig Ehrgeiz, sondern arbeitet nur, weil sie muß, und auch nur, soviel sie muß. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Unsere Stärken sind Flexibilität und zielgerichtetes Arbeiten. Unser einziges Ziel ist die Zufriedenheit der Kunden.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Die Koordination von Beruf und Privatleben stellte für mich ein großes Problem dar, ich habe einfach zu wenig Zeit, bemühe mich aber sehr, auch für meine Familie da zu sein. Ich sprach vor kurzem mit einem Freund von mir über dieses Thema. Er ist Psychotherapeut und erzählte mir, daß der Großteil seiner Patienten Ehemänner seien, die von ihren Frauen verlassen wurden, weil sie so viel arbeiten, und einsame Frauen, die ihre Männer verließen, weil sie nie zu Hause waren. Wichtig ist meiner Meinung nach, daß der Ehepartner über alles, was man tut, informiert wird, damit er weiß, womit man seine Zeit verbringt. Ich zum Beispiel überlasse meiner Frau buchhalterische Aufgaben, um sie in meinen Betrieb einzubinden. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Fortbildung findet für mich 24 Stunden am Tag statt, ich gehe mit offenen Augen durch das Leben. Bildung ist der Weg von einer Information zu einer Person. So ist jede Information, die ich bekomme, für mich eine Art von Weiterbildung. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man soll selbständig sein! Ich versuche auch meine Kinder zur Selbständigkeit zu erziehen. Man soll als Elternteil bei der Lösungsfindung helfen, aber die Lösungen selbst nicht vorgeben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine großen Ziele sind die Stabilisierung und Verankerung der Firma und die Konsolidierung des Unternehmens. Im privaten Bereich möchte ich meine Gesundheit erhalten. Zum Glück ist die Organisation der Firma mittlerweile so gut, daß ich mich etwas zurücknehmen könnte.
Ihr Lebensmotto?
Ein Spruch meiner Großeltern, den ich erst sehr spät zu schätzen lernte, lautet: Alles, was man tut, soll man so tun, daß man nachher, wenn man auf sein Leben zurückblickt, sagen kann, daß man alles wieder genauso gemacht hätte.