Zum Erfolg von Stephan Fiedler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, mit mir selbst zufrieden zu sein. Indem ich mir hohe Ziele setze, werde ich nicht dazu verleitet, zu früh in meinen Anstrengungen nachzulassen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe schon sehr viel erreicht, sehe aber noch einen weiten Weg vor mir.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
In erster Linie möchte ich hier mein Team nennen. Wir ziehen gemeinsam an einem Strang. Ich bin sehr ehrgeizig und stecke mir Ziele, die ich konsequent verfolge. Herkömmliche Pfade verlasse ich. So haben wir beispielsweise heuer die Konzertreihe Piano - forte mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen zwischen neun und 17 Jahren ins Leben gerufen, denen hier die Möglichkeit geboten wird, auch außerhalb ihres gewohnten Umfeldes, unter anderem im Spiegelfoyer des Grazer Opernhauses, aufzutreten. Wir kooperieren mit der Kleinen Zeitung, dem Grazer Opernhaus, dem Land Steiermark und dem Landes- und Bundeswettbewerb Prima la Musica. Die renommierten Kooperationspartner konnte ich zum einen deshalb gewinnen, weil die Konzertreihe der Förderung junger Talente dient, und zum anderen dadurch, daß wir die Eintrittsgelder der Aktion Steirer helfen Steirern zur Verfügung stellen. Handschlagqualität und Ehrlichkeit, Serviceleistungen und Entgegenkommen sehe ich für einen nachhaltigen Erfolg als unabdingbar an, denn wenn die Kunden erleben, wie man arbeitet, und das Unternehmen kundenorientiert geführt wird, kann der Betrieb wirtschaftlich wie gesellschaftlich profitieren. Ich bringe meinem Gegenüber Aufmerksamkeit entgegen und höre aktiv zu, damit ich seine Bedürfnisse erkennen und seinen Wünschen entsprechen kann. Ich arbeite gerne selbständig und schätze klare und sichtbare Erfolge. Beim Umgang mit dem Instrument Klavier lernte ich, mich in Geduld zu üben, da es Zeit braucht, ein Instrument kennen zu lernen und in seine Seele hineinzuhören. Das visuelle Erfolgserlebnis habe ich hier bei einem Blick ins Gesicht des zufriedenen Kunden. Ich mußte innerhalb relativ kurzer Zeit mehrere Schicksalsschläge verkraften, denn der frühe Tod meines Vaters ließ mich sehr schnell erwachsen werden. So mußte ich lernen, sehr früh auf eigenen Beinen zu stehen. Meine Lehre absolvierte ich aufgrund meiner besonderen Motivation mit einem Notendurchschnitt von 1,0; Schließlich war meine Begeisterung für die Sache ganz besonders für meinen Erfolg ausschlaggebend. Man ist nur in den Dingen gut, die man mit Begeisterung macht.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Meine Mutter hat ein Kunstgeschichtestudium absolviert und ist der Kunst und Kultur sehr stark verbunden. Sie ist mittlerweile Kuratorin, Autorin und Leiterin des Departments Kunst- und Kulturgeschichte im Landesmuseum Joanneum und fungiert dort als Schnittstelle zwischen sämtlichen Abteilungen, die mit Kunst und Kultur zu tun haben. Dieser Erfolg war nur aufgrund ihrer Begeisterung für ihren Beruf möglich. Mein Vater war ebenfalls der Kunst, im speziellen dem Bereich Musik, stark verbunden. Ich hatte also zahlreiche Möglichkeiten, mir Anregungen zu holen und mich zu entfalten. Als mein Vater das Unternehmen vom Großvater übernahm, investierte er seine volle Energie in die Firma, legte aber im Bewußtsein seiner fortschreitenden Krankheit auch großes Augenmerk darauf, mir sukzessive immer mehr Aufgaben und Verantwortung zu übertragen, sodaß ich zum Zeitpunkt seines Ablebens bereits einen großen Einblick in das Familienunternehmen hatte. Schon von klein auf nahmen meine Eltern mich auch zu Geschäftsterminen mit, so daß ich bereits früh unbewußt sehr viel lernte; dies kommt mir heute noch zugute.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Natürlich war die Umstellung für die Mitarbeiter schwierig, als ich als 23jähriger die Firma übernahm. Ich stelle mich jedoch nicht über meine Mitarbeiter, sondern setze auf das Team, denn ich glaube, nur dadurch habe ich auch die Möglichkeit, von der jahrelangen Erfahrung meiner Mitarbeiter zu profitieren und gemeinsam mit ihnen zum Erfolg zu gelangen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich werde sicher noch einige Ideen in die Tat umsetzten. Die Zeit wird weisen, welche davon gut und welche schlecht sind. Auch wenn ich Gefahr laufe, auf die Nase zu fallen, werde ich selbst in Zukunft nicht davor zurückschrecken, neue Wege zu gehen. Egal, welche wirtschaftlichen Ziele ich mir in Zukunft noch setzen werde, ich werde trotzdem immer daran denken, die Menschlichkeit nicht zu verlieren. Privat denke ich längerfristig durchaus daran, eine Familie zu gründen. Noch bin ich mit meiner Firma verheiratet.
Ihr Lebensmotto?
Überlege jeden Schritt, aber gehe ihn! Zu lange Dinge zu zerkauen macht die beste Idee zu einer schlechten.