Zum Erfolg von Herbert Klement
Was ist für Sie Erfolg? Ein erreichtes Ziel, seine Ziele konsequent zu erreichen versuchen.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Sicher, wenn ich bedenke, daß ich das von der untersten Ebene erreicht habe. Sonst würden auch nicht soviele zu mir kommen, die ich berate. Dazu spielen natürlich auch meine Referenzen eine Rolle.
Wie sieht Sie Ihr Umfeld - als erfolgreich?
In den Jobs, in denen ich tätig war, denke ich doch, daß ich immer ernst genommen wurde. Mein Erfolg war neben dem Umsatz aber auch, daß ich anständig war. Wäre ich das nicht gewesen, hätte man mich in meiner Position (z.B. bei AEG) schnell fallen lassen. Ich bin seit 33 Jahren verheiratet, habe einen 25 jährigen Sohn, mit dem ich ein gutes Verhältnis habe. Ich kann also sagen, ich habe einen Sohn gezeugt, ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt.
Wobei haben Sie erfolgreich entschieden?
Es waren drei wesentliche Entscheidungen: erstens bei der Wahl meiner Frau, als ich mit 24 Jahren bei Intercont kündigte um in den Verkauf zu gehen (weil ich dabei kreativer sein konnte) und zuletzt als ich mit 28 Jahren ja zu Pilz sagte, um dort Geschäftsführer zu werden.Was ist für Ihren Erfolg ausschlaggebend? Vor allem meine Teamfähigkeit, mich mit verschiedenen Personen zu vernetzen und Synergien herzustellen, denn allein kann man nicht alles machen. Ich bin auch ein positiver Mensch, habe eine innere Triebfeder und überlege mir immer Strategien.
Was macht Ihren spezifischen Erfolg aus?
Um mit Menschen richtig umgehen zu können habe ich diverse Kurse (Verkaufstechnik, Rhetorik, usw.) gemacht, denn es ist wichtig nicht nur ein Partner zu sein, sondern auch das Vertrauen langfristig zu erhalten.Haben Sie diese Tätigkeit angestrebt? Eigentlich nicht. Bei AEG hatte ich Erfolg und ich schaffte es als Quereinsteiger bis zum Handlungsbevollmächtigten Direktor für Osteuropa.Welche Rolle spielt die Familie? Meine Frau stand immer hinter mir und hat mir sehr geholfen. Ohne ein gutes privates Umfeld hätte ich keinen Rückhalt.Welche Rolle spielen Mitarbeiter? Bei ihnen war ich beliebt aber auch gefürchtet. Nach welchen Kriterien stellen Sie Mitarbeiter ein? Nach fachlichen Qualifikationen (aber nicht nach Zeugnissen) und ich muß im Gespräch merken, daß die Chemie stimmt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich lasse sie an den Erfolgen teilhaben.Welche Rolle spielen Niederlagen und wie gehen Sie damit um? Niederlagen deprimieren mich, steigern mich aber wieder zu Höchstform.
Ihre Ziele?
Was ich wollte habe ich erreicht. Jetzt wünsche ich mir nur noch, daß ich bis 2005 - jedenfalls bis zur EU Osterweiterung mit meinem Beitrag helfen kann, die Regionen nördliches Niederösterreich, Südmähren und Westslowakei wirtschaftlich näher zubringen. Hier gilt es vor allem die Grenzen im Kopf abzubauen.
Haben Sie Anerkennung erfahren?
Selten. Mehr von tschechischer Seite - in Form von Medaillen für wirtschaftlicher Zusammenarbeit - als hier. In Österreich bekomme ich aber auch positive Medienberichte, obwohl mein Job nicht so publikumswirksam ist.
Ihr Lebensmotto?
Think positive.
Ihr Erfolgsrezept?
Erfolg kann man nur erreichen, wenn man ihn konsequent verfolgt. Natürlich gehört auch die nötige Ausbildung dazu - von nix kommt nix. Dazu habe ich mir einen Satz von Christian Morgenstern gemerkt: Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden.Ihre Vorbilder? Gute Manager gibt es nur wenige. Ich bewundere Hannes Androsch (den ich persönlich kenne), weil er trotz vieler Tiefgänge etwas geschafft hat.