Zur Karriere von Günther Aschenbrenner
Wie war Ihr Werdegang?
Mein Glück ist, daß ich in einer sehr gut funktionierenden Familie aufwuchs, die mich prägte. Mein Vater, im Bankgeschäft tätig, erreichte die Position des Vorstandsvorsitzenden der Verkehrskreditbank. Seine Persönlichkeit war durch Großzügigkeit und Toleranz gekennzeichnet. Meine Mutter ergriff den Beruf der Lehrerin. Sie ist eine energiegeladene Person, die gern im Rampenlicht steht. Meine Eltern legten auch sehr großen Wert auf eine gute, bürgerliche Erziehung, und anständige Manieren. Mein Leben verlief sehr abwechslungsreich - wir pflegten intensiven Kontakt mit der Großfamilie und unternahmen gemeinsam diverse Freizeitaktivitäten. Mit dreizehn übersiedelten wir aufgrund der geschäftlichen Tätigkeit meines Vaters nach Salzburg. Es dauerte ein wenig bis ich mich eingewöhnt hatte, aber das war nicht so schlimm. Nach der Matura verspürte ich den Wunsch zurück nach Wien zu kommen und, der Familientradition folgend, meldete ich mich beim Gardebataillon, wo ich zum Postkurier bestellt wurde. Mein Vater absolvierte die damalige Hochschule für Welthandel und es war logisch, daß ich mein Studium an der Wirtschaftsuniversität begann. Bereits während der Zeit der Handelsakademie arbeitete ich in verschiedenen Ferialjobs wie Briefträger, Interviewer, Zettelaustrager etc. Neben dem Studium arbeitete ich als Reiseleiter bzw. Tour Director bei Austro - Dr. Richard Reisen und Globus Gateway. Ich führte zuerst Österreicher, später Amerikaner durch ganz Europa (mit dem Bus). Diese Arbeit förderte viele meiner Fähigkeiten wie Umgang mit Menschen, Rhetorik, Organisationstalent, Flexibilität und Ausdauer sowie Improvisationstalent. Das Schulsystem machte mir von der Volksschule bis zur Universität keinen Spaß, daher war es wichtig, das Studium so schnell wie möglich abzuschließen. Nach dem gescheiterten Wunsch, frische Luft in die Tourismus-Branche zu bringen und Wien zum weltlichen Tourismus-Zentrum zu machen, landete ich als Assistent des Personalleiters bei der Simmering-Graz-Pauker AG, wo ich meine praktischen Erfahrungen wesentlich erweitern konnte. Diese Zeit wurde für mich durch die offene internationale Politik und Redekunst des Bundeskanzler Kreisky geprägt. Ich trat somit der Toastmaster Organisation bei, die das Verbessern der Kommunikation zum Ziel hat. Vor allem die Freie Rede (in Englisch) wird dort ständig geübt. Von meinem ersten Gehalt leistete ich mir einen dreiwöchigen Aufenthalt in Amerika, wo ich alle meine ehemaligen Touristen, mit welchen ich Brieffreundschaften pflegte, besuchte. Das erweiterte noch mehr meinen Horizont und ich habe mich zu einer Tätigkeit bei einem internationalen Konzern entschlossen, was ich in Wien mit dem Eintritt als Personalmanager von Eli Lilly, zuständig für Österreich, die Schweiz und Ost-Europa realisierte. Nach drei Jahren erfolgreicher Tätigkeit wurde ich nach Paris versetzt, was für mich erstrebenswert war und eine Herausforderung bedeutete. Ich mußte meine Französisch-Kenntnisse perfektionieren und mich einer neuen mentalen und wirtschaftlichen Situation anpassen. Nach einer gewissen Zeit ergriff mich der Wunsch, in den Verkauf und das Management überzugehen. Auf meinen Wunsch beauftragte man mich als Außendienstmitarbeiter mit den Regionen Wien-Süd, Niederösterreich-Süd und Burgenland; ich mußte drei Produkte bewerben. Dieser Start für eine Marketing-Karriere bedeutete für mich eine harte, aber sehr gute Schule. Es entwickelte sich aber alles positiv und ich avancierte über den Product Manager und Sales Manager zum Business Unit Manager Österreich. Da kam ein Head-Hunter und bot mir den Aufbau der Niederlassung von Alcon in Wien an. Nach reifer Überlegung sagte ich zu und stellte die Firma schließlich auf die Beine. Im Jahr 1997, erklärte man mich zum Regional Manager in Central Europe.