Zum Erfolg von Franz Schödel
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, daß alles harmonisch abläuft. Wenn ich sehe, daß ich viel bewegen und meine Ziele erreichen kann, betitle ich das als Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
1986 übernahm ich von meinem Vater das Unternehmen und wenn ich mir ansehe, welchen Fuhrpark und welche Auftragslage ich jetzt habe, kann ich mit ruhigem Gewissen meine Leistungen als Erfolg sehen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich übte meinen Beruf immer mit großer Liebe aus, erlernte von meinem Vater alle nötigen Fachkenntnisse und arbeitete bei jeder Witterung im Freien. Jahrelang arbeitete ich bis zu 15 Stunden am Tag und sparte an allen Ecken und Enden. Sehr wichtig für mein berufliches Schaffen war der Rückhalt meiner Frau und meiner drei Kinder.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich war ein Mensch, der Tag und Nacht arbeitete. Eines Tages spielte mein Körper nicht mehr mit. Was mich heute noch verwundert ist die Tatsache, daß meine gesundheitlichen Probleme in der stillen und nicht in der hektischen Zeit einsetzten. Seit dieser Zeit gehe ich mit anderen Augen durchs Leben. Ich arbeite immer noch sehr viel, habe jedoch durch meine Krankheit eine andere geistige Einstellung zur Arbeit und zu den Menschen gewonnen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich bin ein sehr vorsichtiger Mensch, der alle Entscheidungen absichert, bevor er sie endgültig trifft. Die ersten zwei Jahre meiner Selbständigkeit stellten sich als äußerst schwierig für mich dar. Danach lief das Geschäft auch aufgrund meiner immer größer werdenden Erfahrung immer besser.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Vater war sicher ein Mensch, der mich sehr stark beeinflußte. Er baute das Geschäft auf, wobei heutzutage das Geschäft weitaus schwieriger als zu seiner Zeit abzuwickeln ist.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche ungelöst? Saisonal bedingt könnten wir jährlich in den drei Wintermonaten nicht arbeiten, dieses Problem kann aber auch nicht gelöst werden. Innerhalb der Branche sind rund 20 Pflastererfirmen tätig, die sich bei öffentlichen Ausschreibungen der Gemeinde Wien beteiligen. Das Problem besteht darin, daß es fast keine Ausschreibungen gibt, bei denen man ein Angebot für reine Pflastererarbeiten stellen kann. Zu unserem Hauptaufgabengebiet, werden bei den meisten Ausschreibungen Straßenbau, Baumeisterarbeiten und Kanalarbeiten mit ausgeschrieben, die Pflastererbetriebe aber gewerberechtlich nicht anbieten dürfen. Daher erhalten die Großunternehmen diese Aufträge.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Da man sich innerhalb der Branche kennt, fällt es mir relativ leicht, Mitarbeiter auszuwählen, die auch tatsächlich bereit sind, Leistungen zu erbringen. Ich kann mich über alle Bewerber informieren, wie sie arbeiten und warum sie nicht mehr in einem Unternehmen tätig sind. Was sich generell am Arbeitsmarkt verändert hat, ist die Einstellung der Menschen zur Arbeit. Als mein Vater das Unternehmen führte, kamen sich Bewerber vorstellen und fragten, was sie leisten müßten, um aufgenommen zu werden. Bei mir kommen stellen sich Leute vor und fragen, bevor sie überhaupt wissen, was sie tun müssen, nach der Höhe des Gehaltes.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Meine Leute arbeiten alle im Akkord. So wie ich selbst, hat jeder Mitarbeiter seinen Preis und ist somit eine Person, die wie ich unternehmerisch denken muß. In einem Kleinbetrieb wie diesem weiß jeder von jedem sehr viel. Einer meiner Pflasterer hatte große Probleme und war nur als Hilfsarbeiter bei mir tätig. Ich erkannte jedoch seine Fähigkeiten und ermöglichte ihm, den Beruf des Pflasterers zu erlernen. Heute ist er einer meiner besten Mitarbeiter.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Bei den Arbeiten für die Gemeinde gibt es Fixpreise, an die sich alle halten müssen. Bei öffentlichen Ausschreibungen gibt es natürlich Preiskämpfe, bei denen Kleinbetriebe nicht mithalten können. Für Großunternehmen ist unser Hauptgeschäft nur ein Nebengeschäft. Wir haben jedoch zum Glück Kontrahentenverträge und können dadurch überleben.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man muß auf jeden Fall Liebe zu seinem Beruf verspüren. Man darf auf keinen Fall nur arbeiten gehen, um Geld zu verdienen, sondern muß sich für seine Tätigkeit interessieren.