Zum Erfolg von Kurt Wratzfeld
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Die Befriedigung, gesteckte Ziele erreicht zu haben, wäre für mich eine von mehreren Definitionen, wobei auch der Weg zum Ziel sowie die nächste Herausforderung von Bedeutung sind. Insgesamt liegt persönlicher Erfolg für mich in einem erfüllten und gelungenen Leben, nicht nur auf das Berufsleben reduziert.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Mit gewissen Abstrichen, ja. Ich habe meine beruflichen Ziele schneller erreicht, als ich gedacht habe.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Sehr viel Arbeit und persönlicher Einsatz waren sicherlich notwendig, aber auch das Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Da man sich ständig in Veränderung befindet, kann ich nicht von einzelnen Zeitpunkten sprechen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich denke, daß man sich durchaus bewährte Dinge abschauen kann, man sollte aber nicht auf diesem Niveau stehen bleiben, sondern in der Folge selbst kreativ werden.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
In erster Linie meine Partner in dieser Kanzlei, denn ein Team ist sicherlich stärker als ein Einzelkämpfer, aber auch die Anwälte während meiner Zeit als Konzipient.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Tatsache, daß diese junge Kanzlei von den Mitbewerbern und von potentiellen Klienten sehr interessiert wahrgenommen wird, stellt für mich Anerkennung dar.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ich bin der Meinung, daß auf die österreichische Anwaltschaft Herausforderungen zugekommen sind, die sie noch nicht gänzlich in den Griff bekommen hat. Eine davon ist die Angst, sich mit anderen Berufsgruppen zu vergesellschaften, wenn dies von Nutzen beider ist, zum Beispiel mit Steuerberatern.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich glaube, daß mich mein Umfeld als einen Menschen wahrnimmt, der viel, aber mit Freude und innerer Überzeugung arbeitet.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
In der Kanzlei arbeiten zur Zeit 40 Menschen, davon sind etwa 50 Prozent Rechtsanwälte oder Konzipienten. Ihre Rolle ist eine sehr wesentliche, um den Erfolg dieser Kanzlei jeden Tag zu gewährleisten.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Formale Kriterien wie Studiendauer und Zusatzausbildungen sind zu beachten, aber nicht entscheidend. Wichtig ist, daß ein Mitarbeiter von seiner Ausbildung her und als Person zu unserem Team paßt. Der persönliche Eindruck spielt natürlich ebenfalls eine wesentliche Rolle, um zum Beispiel soziale Kompetenz erkennen zu können.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch meinen eigenen persönlichen Einsatz und indem ich mich mit ihrer Arbeit auseinandersetze und ihnen neue interessante Herausforderungen biete, aber natürlich auch durch Tadel und Lob.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind ein junges Anwaltsteam, das sich in seiner Auffassung vom Beruf des Anwalts von traditionellen Vorbildern etwas unterscheidet. Wir sehen uns als Dienstleister, die praxisrelevant, zeitnah und problemorientiert arbeiten. Diese Arbeitsauffassung ist, so denke ich, etwas dynamischer, wie man es sonst gewohnt ist. Man könnte sagen, wir agieren sehr lösungsorientiert, nicht abstrakt.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir verhalten uns sehr kollegial und sachlich gegenüber unseren Mitbewerbern. Vorträge, Publikationen und Veranstaltungen für Studenten an der Universität Wien gehören zu unseren Aktivitäten, um engagierte Kollegen aus unserer Kanzlei zu unterstützen. Damit stehen wir auf einer Bühne, die vom Mitbewerb natürlich beobachtet wird.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Man braucht ein privates Umfeld, das diesen Beruf toleriert, denn ein perfekt ausgeübter Beruf und ein großzügiges Privatleben sind gleichzeitig nicht möglich.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Leider etwas zu wenig, denn derzeit fehlt mir dazu die Zeit.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich zähle mich selbst noch zur jungen Generation, aber ich würde angehenden Jus-Studenten raten, neben dem Studium noch andere Ausbildungen zu absolvieren. Diese können, müssen aber nicht unbedingt berufsnah sein. Sprachkenntnisse sind ebenfalls sehr wichtig, wobei Englisch unabdingbar ist. Ebenso sollte man sich als Konzipient eine Kanzlei aussuchen, die an interessanten Causen arbeitet und in der man verschiedene Rechtsgebiete kennen lernen kann.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Die Anfangszeit dieser Kanzlei war sehr erfolgreich, aber wir möchten uns auch weiterhin gut entwickeln. Die Ostöffnung der EU stellt diesbezüglich eine nicht zu übersehende Herausforderung dar.