Zum Erfolg von Peter Blineder
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet, etwas machen zu können, das nicht jeder macht, dabei Spaß zu haben, mich mit meiner Tätigkeit zu identifizieren und Ertrag zu erwirtschaften.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, doch, gelungene Projekte sprechen für sich und vermitteln Erfolgserlebnisse. Ich arbeite einfach viel und kontinuierlich, und wenn man das macht, stellt sich der Erfolg auch ein.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich habe immer versucht, Projekte besser und anders zu machen als andere, bin nie in der Masse mitgeschwommen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Der Kunde kommt und möchte ein Angebot, oft auch mit schon getätigten Planungen, daher arbeiten wir sehr genau an Verbesserungen, und das Objekt erhält eine individuelle Note. Es ist sehr wichtig, schon in einer frühen Phase beteiligt zu sein, um in der Klärung von Formsprache und Gestaltung den Kunden kennenzulernen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ein sehr interessantes Projekt startete bei der Gebäudebewertungsfrage und mündete in der Errichtung der Zahnarztpraxis Dr. Josef Polak. Wir übernahmen die Planung sowie schlüsselfertige Ausführung und Koordinierung der Professionisten mit folgender Philosophie: Eine alte Postbusgarage sollte das Heim der neuen Zahnarztpraxis in Lichtenberg werden, und so wurde der Gebäudeteil komplett entrümpelt und in ein High-Tech-Zahnstudio umgebaut.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Es gab mehrere Vorbilder, die aber wechselten, ich habe mich immer nach oben hin orientiert.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Es kommt beizeiten schon auch ein Projekt auf mich zu, wo ich in der Anfangsphase schon spüre, daß juristische Probleme entstehen werden. Solche Auftrage lehne ich aber generell ab.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich wollte mich ja ursprünglich im Elektronikbereich ansiedeln, arbeitete in meiner HTL-Zeit aber schon in der Firma im Planungsbereich und kehrte schließlich zu den Wurzeln zurück.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter müssen auf der Baustelle umsetzen, was ich dem Kunden verspreche. Das ist nicht immer das einfachste, weil Denken sehr verschieden ist und ich meine Bilder aus dem Kopf gut kommunizieren muß. Ich mache also den Entwurf und die künstlerische Bauleitung, habe aber einen Techniker, der die Bauleitung im Realisierungsbereich inne hat und die Subunternehmer koordiniert.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir führen seit drei Jahren Mitarbeiterfördergespräche und beschäftigen in der Einkaufsgemeinschaft auch eine Personalentwicklerin, die im Schulungsbereich das Stammpersonal im fachlichen Bereich und hinsichtlich der Soft Skills stärkt. Auch ein Lehrling absolviert in einem Lehrlingsscheck eine Stärken-/Schwächenanalyse und regelmäßige Schulungen analog zu den eigenen Fähigkeiten. Wir beschäftigen auch einen speziell ausgebildeten Lehrlingsmentor, der aber nicht in der Hierarchie eine Stufe übergeordnet ist, sondern ein Vertrauensverhältnis aufbaut. Wir haben somit eine sehr gutes, von Vertrauen getragenes Betriebsklima.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir widmen uns sehr intensiv dem Privathausplanungsbereich, ich setze darin meine Erfahrungen im Niedrigenergie- und Solartechnikbereich um und bringe dies in einer speziellen Architektur zum Ausdruck. Ich gestalte viel mit Farben und variablen Elementen, auch im Innenausstattungsbereich. Im Vordergrund stehen Qualität, Tradition und Innovation.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich kümmere mich einfach nicht mehr darum, schaue mir aber zweimal im Jahr Angebote durch. An Ausschreibungen nehme ich grundsätzlich nicht teil, da es dabei nur mehr um ein Kriterium, den Preis, geht. Alle anderen wichtigen Kriterien werden nicht berücksichtigt. Der Einzelkunde kommt über Mundpropaganda und über fertige Projekte.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das Privatleben mußte sicher leiden. Ich habe vor vier Jahren meine familiäre Struktur völlig umgestellt und bin jetzt mit einer Frau liiert, die mindestens genausoviel arbeitet wie ich. Das Wochenende halte ich aber möglichst frei.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich bin gerade am Ausbildungsweg zum gerichtlich beeideten Bausachverständigen und möchte heuer im Herbst noch die Prüfung am Gericht ablegen. Ich habe zudem zahlreiche Verkaufstrainingsseminare sowie Kurse in den Bereichen Speedreading und NLP besucht.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Sich selber nicht einengen und versuchen Auslandserfahrung zu gewinnen, halte ich für wichtig.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte gesund bleiben. Geschäftlich werde ich meine Planungsarbeiten weiter ausbauen, natürlich die Grenzen verteidigen und möchte bei Projekten möglichst an erster Stelle im Projektmanagement stehen. Man kann heute nur mehr über Qualität und Design punkten. Auch den von mir entworfenen Gebäudepaß werde ich weiter als Standard verankert.
Ihr Lebensmotto?
Weniger ist mehr.