Zum Erfolg von Stefan Kloibhofer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Als Führungskraft werde ich oft mit dieser Frage konfrontiert, ich kann jedoch nur sagen, daß es kein Rezept für Erfolg gibt. Meiner Meinung nach ist es ein subjektives Gefühl, am Abend sagen zu können, einen erfüllten Tag verlebt zu haben - gleichgültig, wie meine Definition lautet.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe als junger Mensch schon alle meine Ziele erreicht - vom Auto bis zum eigenen Haus.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Voraussetzung für meinen Erfolg ist eine effektive Zielsetzung. Mein Leben ist bis auf die Stunde durchgeplant. Der eiserne Wille, erfolgreich zu werden, und der daraus resultierende Verzicht auf meine gesamte Freizeit und Hobbies waren ebenso notwendig. Ich wohnte ein Jahr lang im Büro, um sieben Tage die Woche arbeiten zu können.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Natürlich geht es im beruflichen Leben immer auf und ab, aber wenn man sein Ziel genau kennt und es nie aus den Augen läßt, dann schafft man jedes Tal. Gleichzeitig gibt mir die Bibel festen Halt im Leben, und ich kann daraus sehr viel in meinem Leben umsetzen. Ja, ich glaube an Gott und alles, was in der Bibel steht.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Als ich im Alter von 19 Jahren in Linz Geschäftsstellenleiter wurde, fühlte ich mich sehr erfolgreich. Auch legte ich die Prüfung zum staatlich geprüften Vermögensberater ab.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich bin der Meinung, daß man hinter sich die Brücken abbrechen sollte. Hier in St. Pölten mit meinem Kollegen das Büro zu eröffnen war die bisher klügste Entscheidung.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Jeder, der im Network-Marketing erfolgreich sein will, braucht nicht kreativ sein, weil die Linie schon vorgegeben ist. Das bestehende Gerüst ist der Weg zum Erfolg, den Fleiß muß man selber einbringen.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Chef, Herr Ing. Dastl, der mir in schwierigen Phasen beistand, war sehr prägend. Auch Sportler im allgemeinen waren mir große Vorbilder, im besonderen Arnold Schwarzenegger, dessen großartige Karriere wohl für niemanden absehbar war. Auch er gab bei Rückschlägen nicht auf.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Mein ehemaliger Chef, Herr Greisinger, meinte bei meiner Kündigung, es sei schade, mich gehen zu lassen, aber er sei der Meinung, daß ich für Höheres bestimmt sei. Heute meine ich, daß man sich den Neid erarbeiten muß.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Vermögensberatung hat im Laufe der Zeit einen schlechten Ruf bekommen, weil zu viele Firmen mit ungeschultem Personal auf den Markt drängten. Das kann ich auch deshalb behaupten, weil ich aktiv in der Wirtschaftskammer für Finanzdienstleister mitarbeite.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Manchmal werde ich als verrückt und unseriös angesehen, weil es vielen unmöglich erscheint, in so jungen Jahren so viel Erfolg zu haben.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Das Hauptkriterium ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Ein Mitarbeiter muß aktiv, begeisterungsfähig und zielstrebig sein, etwas erreichen wollen und ehrlich zu sich selbst sein.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich weiß, daß ich als Vorbild diene.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? OVB verkauft keine eigenen Produkte und ist damit völlig unabhängig. Wir betreiben eine eigene Marktforschungsabteilung. Wir sind in 13 Ländern Europas vertreten, und demnächst gehen wir an die Börse. Jeder Mitarbeiter hat die gleichen Chancen - das ist das Prinzip des Network-Marketing-Systems.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Es gibt keine Konkurrenz, nur Mitbewunderer. Ich rede niemals schlecht über eine andere Firma. In der Region kenne ich die Mitbewerber; der Markt ist groß genug für alle.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Pro Quartal bilde ich mich bei einem Dreitagesseminar weiter. Ich lese natürlich auch Fachliteratur, wie etwa das Wirtschaftsblatt.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? An der heutigen Schulbildung stört mich, daß man so viele unnötige Dinge lernt. Wie man das Leben lebt, worauf es da ankommt, wie man Geld verdient und wie man erfolgreich wird, hört man da nicht. Auf die innere Stimme, nicht auf die anderen Leute zu hören, ist ganz wichtig. Jeder soll sich auf das konzentrieren, was er kann - nicht auf das, was er nicht kann.
Ihr Lebensmotto?
Rückwärts nimmer - vorwärts immer.