Zum Erfolg von Alexander Kottas
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, wenn ich das was ich mir vornehme, auch umsetzen kann und sich eine gewisse Zufriedenheit einstellt. Egal, worum es ich handelt, sei es Menschen bei einem dermatologischen Problem zu helfen, oder eine neue Teemischung zu kreieren, die anderen auch zusagt. Jedenfalls sollte Erfolg meiner Meinung nach nicht etwas Egozentrisches sein, sondern mit anderen Menschen geteilt werden können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In meinem Erstberuf als Arzt konnte ich vielen Menschen helfen, sie heilen oder ihre Krankheiten lindern. Wenn man die große Dankbarkeit spürt, weil sich die Lebensqualität entscheidend verbessert hat, dann ist das ein wunderschönes Gefühl. In diesem Sinne sehe ich mich als erfolgreich. An der Haut kann man ja sehr schnell sehen, ob man mit einer Behandlung Erfolg hat, oder nicht.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich finde, daß es darum geht, wirklich hinter dem zu stehen, was man sich vornimmt. Damit meine ich das berühmte Durchhaltevermögen, ohne sich zu sehr von anderen Meinungen beeinflussen zu lassen. Sicher kommt es auch zu Fehleinschätzungen, aber nur so kann sich etwas entwickeln. Beharrlichkeit ist eine wichtige Tugend, um Erfolg zu haben.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Das hängt von meiner persönlichen Verfassung ab. Manchmal geht alles sehr leicht, oft aber auch nicht. Eigentlich überwiegen ja die Entscheidungen, wo man nachher sagt, das hätte ich auch besser machen können. Aber so ist es eben.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Das ist eine beinahe philosophische Frage. Da fallen mir die Japaner ein, wo der geniale Erfinder oft in der Versenkung bleibt, und jener, der das Original imitiert und verbessert, die Früchte erntet. Meist sind ja die Imitatoren auch die besseren Geschäftsleute. Wenn ich an unseren chinesischen Tee denke, weiß ich, daß ich nicht erwarten kann, daß ein westlicher Mensch genauso darauf reagiert wie ein Chinese. Der Zugang zum Körper und die Lebenseinstellung sind völlig verschieden.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein naturwissenschaftliches Interesse wurde von meiner damaligen Biologielehrerin geweckt, die klassisch streng aber gerecht war. Sie hat eben viel verlangt, also mußte ich viel lernen, was mein Interesse erst richtig geweckt hat. Mit unserer Familiengeschichte hat sich das ganz gut zusammengefügt. Ich fürchte, daß sich viele Lehrer gar nicht bewußt sind, wieviel Macht sie besitzen, welche Talente sie fördern bzw. auch im Ansatz schon ersticken können.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Nachdem wir keine synthetischen Stoffe erzeugen, sondern ausschließlich natürliche Produkte verarbeiten, sind wir auch von den Launen der Natur abhängig. Unsere Arzneitees etwa unterliegen einem strengen Arzneimittelgesetz, was mit einer exakten Dosierung einher geht. Ich würde es nicht als Problem bezeichnen, aber die Herausforderung besteht darin, die erforderlichen Mengen im Sinne einer konstanten Qualität auch zusammenzukriegen. Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Mitarbeiter aus? Wir sind kein Konzern, wo man sich vielleicht wochenlang nicht sieht, also müssen die Mitarbeiter ins Team passen und vor allem die Philosophie des Hauses mittragen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich drehe ständig meine Runden und spreche regelmäßig mit allen Mitarbeitern. Ich glaube schon, daß es einen gewissen Grad an Motivation erzeugt, wenn man weiß, daß man mit dem Chef jederzeit reden kann.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Unser österreichisches Familienunternehmen beschäftigt sich seit 1795 mit dem weltweiten Einkauf, der Verarbeitung und dem Verkauf von Heilkräutern. Die Anwendung von Heilkräutern ist so alt wie die Menschheit selbst. Das Wissen um deren Wirkung wurde seit jeher von Generation von Generation weitergegeben. Heute ist die Heilpflanzenkunde eine eigenständige und anerkannte Wissenschaft. Als Arzt weiß ich, daß das Interesse an natürlichen, pflanzlichen Heilmitteln gerade in unserer technischen und schnellebigen Zeit wieder mehr in den Vordergrund rückt. Unsere Philosophie ist es, die Heilkräfte der Natur für den Menschen nutzbar zu machen. Erst durch die sorgfältige Verarbeitung können Kräuter ihre volle Wirkung entfalten. Der Genuß einer Tasse Heilkräutertee hilft die Gesundheit von Körper, Geist und Seele zu erhalten. Unsere natürlichen, wirksamen und qualitativ hochwertigen Arzneitees helfen, den Körper gesund zu erhalten. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Wir stellen unseren Kunden gegenüber die Vorzüge unserer Produkte in den Vordergrund und betonen, daß die Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich bleiben. Es erübrigt sich völlig, Mitbewerber schlecht zu machen, weil in dieser Branche die Qualitätsstandards ohnedies sehr hoch sein müssen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das gelingt insofern sehr gut, als meine Frau und die ganze Familie einfach mitleben.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Von Beruf Sohn oder Tochter zu sein, ist eigentlich etwas Furchtbares. Eigenständigkeit erzeugt Selbstwertgefühl und fördert die persönliche Entwicklung. Das empfinde ich als etwas sehr wichtiges. Ich empfehle nicht unbedingt, Medizin zu studieren. Das wirkt auf mich in der heutigen Zeit fast wie ein Lotteriespiel und wird immer mehr zur Farce.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein oberstes Ziel ist es, ein gesundes Unternehmen, weiterhin so zu stabilisieren, daß es auch in Zukunft erfolgreich bestehen kann. Es wäre schön, wenn eines meiner Kinder die Familientradition weiterführen will und ich nicht zu lange darauf warten muß.
Ihr Lebensmotto?
Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lache, weil es so schön war. (GabrielGarcía Márquez)