Zum Erfolg von Helmut Maier
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, privat und beruflich zufrieden zu sein und zu wissen, etwas geleistet zu haben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In meinem Bereich erachte ich mich mittlerweile als erfolgreich am österreichischen Markt. International schaut das wieder anders aus, wenn ich mich jetzt beispielsweise mit „Tony & Guy“ vergleiche, einer führenden US-amerikanischen Friseursalon-Kette, dann wirkt mein Unternehmen eher bescheiden.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich nehme Herausforderungen jeden Tag mit Interesse und Engagement an und freue mich auf meine Aufgaben, die täglich wechseln. Das Friseurgeschäft ist mittlerweile fast so schnellebig geworden wie die Modebranche, es gibt vier Kollektionen im Jahr, und immer wieder neue Ideen und Modelle zu kreieren und zu verwirklichen ist eine interessante Herausforderung.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Das subjektive Empfinden von Erfolg wechselt, vor zehn Jahren habe ich mir unter Erfolg etwas anderes vorgestellt als heute. Als ich mich in London noch nicht selbständig gemacht hatte, empfand ich es als Erfolg, in einem großen Betrieb mitzuarbeiten und eigene Ideen einbringen zu können. Danach war es ein Erfolg, ein eigenes Geschäft in London zu eröffnen und letztendlich das Geschäft hier in Graz. Wer weiß, wo ich in zehn Jahren stehe, und was Erfolg dann für mich bedeutet.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Im Prinzip ist Originalität sicherlich besser, aber man muß sich auch irgendwo orientieren und imitiert dadurch automatisch. Jeder Mensch sucht sich Vorbilder und verwendet deren Ideen vielleicht auch unbewußt weiter, aber man sollte dabei die persönliche Note und die eigenen Ideen nicht vergessen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Sicherlich hat mich meine Lehrmeisterin Frau Mayer sehr geprägt, eine sehr starke Persönlichkeit, von der ich im Positiven und Negativen sehr viel gelernt habe. In London habe ich bei Terence Renati gearbeitet, der für meine Weiterentwicklung ebenfalls sehr prägend war. Und sicher war auch Copella in London sehr wichtig, dort lernte ich, daß Fachwissen alleine nicht reicht, um erfolgreich zu sein, sondern daß man seinen Beruf auch repräsentieren, nach außen tragen und bewerben muß.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Im Prinzip erfahre ich mit jedem zufriedenem Kunden Anerkennung - einfach dadurch, daß mir meine Kunden vertrauen, und daß ich versuche, diesem Vertrauen gerecht zu werden.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Womit unser Gewerbe hart zu kämpfen hat, ist das Image der Friseure. Leider ist es noch immer so, daß ein männlicher Friseur homosexuell und eine Friseurin ein leichtes Mädchen zu sein hat. Dagegen möchte ich gerne ankämpfen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Beruflich glaube ich, als guter Friseur anerkannt zu werden, persönlich habe ich den Eindruck, daß ich im allgemeinen positiv aufgenommen werde.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter spielen eine ganz wesentliche Rolle, wir können nur als Team erfolgreich sein. Wenn ein zufriedener Kunde mein Geschäft verläßt, wird er sagen, bei Magmaier bekommt man einen guten Haarschnitt, wenn er nicht zufrieden war, wird er sagen, bei Magmaier wird miserabel geschnitten, ganz egal, wer bedient hat. Die Leistung jedes einzelnen spiegelt die Qualität des Salons wider.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wichtige Punkte sind der Lernwille und die Begeisterung für den Beruf. Ich erwarte Engagement, Fleiß, Zuverlässigkeit und Eigeninitiative.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Meine Mitarbeiter sind voll in den Betrieb integriert, sind bei Seminaren und Shows dabei und bekommen von mir und der Kundschaft viel Lob.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich glaube, meine Mitarbeiter können schätzen, was ich erreicht habe, und wollen ähnliche Wege einschlagen. Ich freue mich, jungen Menschen als Vorbild dienen zu dürfen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Das Hauptziel zur Zeit ist, das Geschäft erfolgreich zu führen und in Graz Nummer eins zu werden. Dann möchte ich verstärkt Seminare in den ehemaligen Ostblockländern abhalten, und in persönlicher Hinsicht ist es mir ein Anliegen, mich mehr mit Fotografie zu beschäftigen.
Ihr Lebensmotto?
„Excellence is a journey, not a destination“, und „Baue Dir mit den Steinen, die man Dir in den Weg legt, eine Brücke“ - ein Motto, das mir mein Vater sehr früh schon ans Herz gelegt hat.