Zum Erfolg von Adolf Heinzl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich bedeutet Erfolg, etwas zu leisten und von der Umwelt Anerkennung zu erfahren. Um erfolgreich zu werden, ist natürlich enormes Fachwissen erforderlich.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Als Kriegskind hat der damals neu eröffnete Kindergarten einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wobei mich besonders das Schreiben und Zeichnen auf einer Tafel faszinierte. In der Volksschule wurde von meinem Lehrer wiederum das zu vermittelnde Wissen auf den Punkt gebracht. Seit jener Zeit lautet mein Leitspruch: Du kannst zwar deine Gesundheit verlieren, und dein Geld kann dir jemand stehlen, doch dein Wissen kann dir niemand nehmen. Nach dem Krieg war ich in Lengenfeld der vierte, der ein Auto besaß, und der erste, der mit Flaschenabfüllung begann, was ein immer besseres Geschäft wurde, sodaß ich letztendlich sogar Wein zukaufen mußte. Heute noch kann ich gut kalkulieren und gut mit Geld umgehen. Außerdem war ich stets flexibel und paßte mich den Gegebenheiten und Anforderungen an, was letztendlich wieder zum Erfolg führte. Mit meinem Vater, der früher recht konservativ war und den Fortschritt bremste, habe ich so manchen Kampf ausgefochten. Während meiner Berufszeit hat sich der Weinbau stark entwickelt - bis hin zur heutigen Hochkultur, die den Einsatz mit Traktoren erlaubt.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich arbeite gerne und habe immer noch jedes Problem gelöst - ich bin ein Mensch, der gelernt hat, sich durchzubeißen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich habe schon vor langer Zeit ausgezeichnete Weine produziert, wodurch sich automatisch der finanzielle Erfolg einstellte. Wenn man gute Ware gut vermarktet, läßt sich der Erfolg gar nicht verhindern.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich selber betrachte mich schon als Original, ich habe viele Freunde und komme mit jedem gut aus. In all den Jahren habe ich mir meinen Humor bewahrt, auch nach einem schweren Schicksalsschlag, als eine meiner Töchter in ihrer Kindheit verunglückte. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, andere aufzuheitern, und ich besitze auch eine umfangreiche Witzesammlung. Ich schaue lieber in die Zukunft, als die Vergangenheit zu beklagen. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Nach dem EU-Beitritt ist zum Beispiel der Weizenpreis enorm verfallen, und wir bekommen eine Ausgleichszulage, allgemein Förderung genannt, die jedoch von Jahr zu Jahr weniger wird. Mit dem Erlös kann ich bloß die Basiskosten abdecken. Sollte diese Förderung noch weiter fallen, so wird sich jeder überlegen, noch etwas anzubauen, weil er ja dafür bestraft wird, daß er arbeitet.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Mit meinen Weinen erzielte ich immer schon hohe Qualität, die das Um und Auf für den Erfolg darstellt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich habe für das Privatleben zu wenig Zeit. Früher, als ich noch zeitig aufstehen mußte, um die Kühe zu melken, war es noch schwieriger. Gerne erinnere ich mich an einige Bildungsreisen zurück, die ich unternahm.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Der Jugend möchte ich raten, sich nicht zu sehr von den technischen Aspekten ablenken zu lassen, sondern sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nur mit einer fundierten Ausbildung wird man in der Welt ernst genommen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich fühle mich recht gesund, sodaß ich noch ein paar Jahre weiterarbeiten möchte, auch bis ein Nachfolger für den Betrieb gefunden wird. Wenn jemand in unserer Branche halbwegs gute Einnahmen erzielen möchte, sollte er bedenken, daß er mit einer 40-Stunden-Woche nicht das Auslangen finden wird. Der Weinbau ist sehr arbeitsintensiv, und viele Dinge sind immer noch in Handarbeit zu erledigen.
Ihr Lebensmotto?
Bemühe dich, andere aufzuheitern, egal wie es dir selber geht - Jammern bringt dich nicht weiter.