Zum Erfolg von Oliver Sas
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist für mich die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein, d.h. die Früchte der eigenen Arbeit ernten zu können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich bin doch sehr zufrieden.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich hatte sicher sehr viel Glück, unter anderem am Ende meines Studiums, als ich die letzten vier Prüfungen in sehr kurzer Zeit absolvieren mußte, was mir kaum jemand zutraute. Es ergab sich, daß ich am richtigen Tag am richtigen Ort war, um zu den letzten Prüfungen antreten zu können. Es ist also Glück, aber auch der Glaube an das Glück. Ich gewann an Selbstvertrauen, das zum Erfolg führte - und umgekehrt in einer stetig steigenden Kettenreaktion. Es gelingt mir auch in Situationen mit einer besonderen Spannung, die Nerven zu bewahren und mich zuweilen selbst zu übertreffen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Wirklich erfolgreich fühlte ich mich während der letzten Studienmonate, die für mich einen Wendepunkt darstellten. Später, als ich merkte, daß einige meiner Kollegen an der Zahnklinik sich unbedingt von mir behandeln lassen wollten, empfand ich natürlich auch ein Erfolgsgefühl.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ganz ohne nachzudenken sage ich natürlich: mein Vater. Er lebte mir vor, wie man als Zahnarzt erfolgreich leben kann, und er war stets fröhlich und optimistisch. Er war mir sowohl Vorbild als auch Mentor, der mich von Anfang an förderte. Besonders beeindruckte es mich, als ich bei ihm zu arbeiten begann und auch er mich zu manchen Themen um meine Meinung fragte.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Als Zahnarzt gilt man oft als reicher Mann, dem nichts passieren kann - was längst nicht mehr stimmt. Probleme gibt es sicherlich in der Ausbildung: es ist unzumutbar, daß erfolgreiche Studenten eineinhalb Jahre darauf warten müssen, mit dem dritten Abschnitt beginnen zu können. Auch ist es praktisch unmöglich, rechtzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen. Hier fehlt ein entsprechendes Regulativ.Welche sind die Stärken Ihrer Ordination? Wir sind gewissermaßen eine Privatordination mit Kassenvertrag. Wir behandeln auch unsere Kassenpatienten so, als ob sie Privatpatienten wären. Ein Patient, der zum ersten Mal zu mir kommt, wird zunächst einmal umfassend beraten. Die Patienten fühlen sich dadurch gut aufgehoben und kommen meistens wieder. Außerdem gibt es bei mir sehr kurze Wartezeiten - obwohl ich mir für jeden Patienten wie gesagt entsprechend Zeit nehme.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Bewußt neutral. Ich verliere kein böses Wort über einen Kollegen, selbst wenn ich sehen sollte, daß eine Arbeit nicht bestmöglich gemacht wurde. Man muß dem Kollegen immer zugestehen, daß es Gründe dafür geben kann. Ich kenne die näheren Umstände einer Behandlung ja nicht.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Das läßt sich schwer in Zahlen ausdrücken. Durch meine Arbeit an der Universitätsklinik habe ich dort sehr viele günstige Möglichkeiten, an Fortbildungen teilzunehmen, die auch nutze.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte einen zweiten Behandlungsstuhl einrichten, die Ordination noch etwas ökonomischer organisieren und etwas weniger an der Klinik arbeiten, um mich mehr auf die Ordination konzentrieren zu können. Ich möchte mich auch noch mehr in Richtung Oralchirurgie entwickeln und die ästhetische Zahnheilkunde ausbauen. Ein Projekt wäre auch die Eröffnung einer Praxisgemeinschaft.