Zum Erfolg von Csilla Neuchrist
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet, angepaßt an den eigenen Möglichkeiten Ziele zu erreichen, die man als möglich empfindet, und die mitunter auch über den eigenen Erwartungen liegen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe immer wieder Momente, in denen ich mich als erfolgreiche Frau erkenne.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Sehr prägend waren für mich meine Eltern, die beide Mediziner sind. Ausschlaggebend für meinen Erfolg ist eine Mischung von Intelligenz und großem Energiehaushalt, der es mir möglich macht, konsequent meine Ziele zu erreichen.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Schwierigkeiten treten vor allem auf, wenn man als Frau hohe Positionen anstrebt. Dies liegt einerseits daran, daß Frauen Kinder bekommen, und andererseits an der unterschiedlichen Art und Weise beider Geschlechter, sich ins Rampenlicht zu stellen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich meine, daß Originalität bzw. vor allem Authentizität der überaus bessere Weg ist, ohne natürlich das Lernen zu vernachlässigen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Frau Prof. Gogolak vom Institut für Neuropharmakologie hat mich im Zuge meiner Wahlfacharbeit positiv beeinflußt, und wir bauten eine freundschaftliche und persönliche Beziehung auf. So unterstützte sie mich im Finden meines weiteren beruflichen Weges. Eine weitere prägende Persönlichkeit ist Prof. Dr. Kraft, der mich bis heute mit seiner Übersicht und mit seinem Weitblick beeindruckt. Er führte und lenkte meinen Weg in die klinische und weg von einer rein wissenschaftlichen und theoretischen Laufbahn. Auch Prof. Lassmann, derzeit Vorstand des Instituts für Hirnforschung, prägte mich sehr - er gehört zu den beeindruckendsten Menschen, die ich kennenlernen durfte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich nehme wahr, daß sich junge Kollegen sehr respektvoll mir gegenüber verhalten, und dies stellt durchaus eine Anerkennung meiner Arbeit dar. Ausgesprochenes Lob kommt im allgemeinen aber selten vor.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Grundsatzorganisation innerhalb der Medizin ist ein definitives Problem, denn die Schere von der tatsächlichen und erwarteten Qualität bzw. Quantität der Medizin erweitert sich, und man muß dem täglich gegensteuern.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich bin immer wieder in die Auswahl der Mitarbeiter eingebunden. Neben dem Lebenslauf stellt das persönliche Gespräch ein Hauptkriterium dar.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Ich denke, daß unsere Klinik auch deswegen einen so guten Ruf besitzt, da sie ein ausgezeichnetes Team zur Verfügung hat.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich brauche durchaus meine Ruhezeiten, die mit dem Alter länger werden, und die ich mir auch nehme. Generell gelingt es mir recht gut, Beruf und Privatleben zu vereinbaren.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Idealismus und Ausdauer während der Ausbildung sind unabdingbar. Weiters wird sich die nächste Generation darauf einstellen müssen, daß der Beruf des Arztes weiterhin viel Mühe und Idealismus verlangt und trotzdem an Image verliert.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich denke, an einer kleinen Wegkreuzung zu stehen, da mein Sohn in die Südstadt zur weiteren Sportausbildung übersiedelt, um seine Tenniskarriere fortzusetzen. Darüber hinaus findet ein Chefwechsel innerhalb meines Arbeitsbereiches statt, wobei ich eine Teamleitung übernehme, mit dem Ziel, ein interessantes Projekt umzusetzen. Ich werde mich auch für künftig freiwerdende HNO-Primariatsstellen bewerben.