Zum Erfolg von Thomas Jungreithmeir
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich denke, Erfolg ist eine Mischung aus der Erreichung von beruflichen und privaten Zielen. Ein rein beruflicher Erfolg wäre für mich eine unerwünschte Eingrenzung. Erfolgreich fühle ich mich nur, wenn beide Bereiche mich erfüllen, wenn ich in meiner Familie glücklich bin, einen Beruf habe, der mir Freude macht und von dem ich gut leben kann. Wichtig ist es auch, sich viele kleine Ziele zu setzen, die dann letztlich den Erfolg an sich ausmachen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Beruflich glaube ich schon, daß ich erfolgreich bin, privat ist das vielleicht nicht ganz so leicht zu definieren. Im Sinne meiner Definition sehe ich mich jedoch schon als erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Sicher Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit, gepaart mit Kreativität. Ich denke, ich bin ein kreativer Mensch, und es bedarf des Mutes und der Risikobereitschaft, zuweilen auch der Fähigkeit des Querdenkens, wobei dies auch alles mit Maß und Ziel eingesetzt werden muß, um erfolgreich zu sein. Am Ende eines Vorganges muß eine Lösung oder ein Werk stehen. Das heißt, die Kreativität muß mit Realitätssinn gepaart sein, damit sie nicht aus den Fugen gerät. Eine gesunde Mischung aus diesen Eigenschaften führt wohl zum Erfolg.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Eigentlich von Anfang meiner Tätigkeit bei KPMG an. Ich strebte diese Position schon immer an, da ich in meinem Vater hier ein leuchtendes Vorbild hatte.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die schönsten Erfolge sind für mich Transaktionen, die man selbst kreiert und die dann gelingen. Im Sommer 2005 gelang es mir beispielsweise, der Firma Save aus Venedig davon zu überzeugen, Airest zu übernehmen. Bis dahin kannte Save Airest noch nicht und wußte auch noch nicht, daß Save eines Tages im Flug-Catering tätig sein würde. Ich traf eines Tages die Entscheidung, nach Venedig zu fliegen, um den Generaldirektor der Save von dieser Transaktion zu überzeugen, und es war ein Erfolg. Durch meine manchmal unkonventionellen Ideen kommt es zuweilen zu Lösungen, die sich im Wirtschaftsleben als sehr erfolgreich herausstellen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Da gibt es für mich keinen Zweifel, das ist ganz sicher die Originalität. Das macht auch mehr Spaß.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Da gibt es mehrere Personen. Natürlich ist mein Vater mein erstes Vorbild. Es gab aber auch in der KPMG einen mittlerweile pensionierten Kollegen, Herr Dkfm. Mad, der mich in den ersten Jahren sehr erfolgreich coachte. Er nahm mich als jungen Mitarbeiter unter seine Fittiche und brachte mir eine analytische Denkweise bei, die man in der Schule nicht unbedingt lernt, die aber am Beginn jedes Projektes notwendig ist.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Anerkennung ist sicher die Karriere selber. Jeder Schritt, jede Vorrückung war eine Anerkennung des bisher Geleisteten, denn bei uns gibt es keine automatischen Biennalsprünge, sondern nur mehr Verantwortung aufgrund von Leistung.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
In der Öffentlichkeit gibt es die Meinung, daß Wirtschaftsprüfer alle Mißstände aufdecken müßten und, wenn dies nicht gelingt, mitverantwortlich seien, das heißt, daß wir hier sicher ein Imageproblem haben. Gott sei Dank wissen die Klienten, was wir wirklich leisten.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind fachlich in zahlreichen Bereichen führend, wir sind in Österreich sehr gut vernetzt und haben hervorragende Mitarbeiter. Durch unsere Größe verfügen wir über zahlreiche Spezialisten und können so fast alle Bereiche sehr gut abdecken. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich glaube, sehr fair. Wir beobachten den Mitbewerb ständig, aber im Bewußtsein der eigenen Stärken.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist noch ein ständiger Anpassungsprozeß in einem ausfüllenden Job. Es ist mir über die Jahre klar geworden, daß ich mehr auf die Interessen meiner Familie achten und vielleicht noch mehr delegieren muß. Das Wochenende kann ich mir größtenteils freihalten.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich besuche etwa ein bis zwei Wochen im Jahr Seminare, ansonsten ist Fortbildung ein integrativer Bestandteil meines Berufslebens.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte meinen Bereich weiter ausbauen und unsere gute Ausgangsposition in Österreich für eine weitere Expansion vor allem in den Osten nützen. Es gibt dort wie auch bei uns noch genug zu tun.