Zum Erfolg von Josef Krutzler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich Ziele, die ich mir setze, auch erreiche, werte ich das als persönlichen Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, weil ich schon während meiner ersten Zeit bei der S.I.S. die Errichtung von zusätzlichen Standorten in Österreich erwog. Inzwischen gibt es Niederlassungen, womit wir unseren Kundenstock deutlich vergrößern konnten. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Im Verkauf braucht man Charisma, gutes Auftreten und das gewisse Gespür. Ich weiß meist schon nach zehn Minuten, ob ein Geschäft zustande kommt oder nicht. Der Verkauf ist meine Domäne, im direkten Kundenkontakt fühle ich mich wohl. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Originalität, auch wenn man manchmal den richtigen Zeitpunkt erwischen muß. Der Cousin meiner Ex-Frau verkauft heute erfolgreich Wasseraufbereitungsanlagen für Schwimmbäder, ich bin damit Anfang der neunziger Jahre noch gescheitert. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Im Laufe eines Berufslebens baut man sich natürlich ein Netzwerk auf. Durch diese Kontakte und Freundschaften entstehen immer wieder neue Ideen, man hilft sich gegenseitig und lernt voneinander.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Als ich von der S.I.S., die mich einige Jahre zuvor wegrationalisiert hatte, wieder aufgenommen wurde, empfand ich das doch als gewisse Anerkennung. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Grundsätzlich gibt es keine Probleme, sondern nur Lösungen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ein guter, fleißiger Mitarbeiter hat einen großen Anteil am Erfolg. Ich habe ein sehr gutes Team, auf das ich mich verlassen kann.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Leider verdient ja das Reinigungspersonal sehr wenig. Mit aufmunternden Sprüchen wird man nicht viel bewirken, die einzige Motivation wäre eine Prämie. Anders ist es bei den Mitarbeitern im Büro. Hat da jemand ein Problem oder einen Durchhänger, ist ein persönliches Gespräch sicher motivierender als eine kleine Prämie. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Die S.I.S. ist zwar nicht der billigste Anbieter in der Branche, dafür zeichnen wir uns aber durch ein hohes Maß an Flexibilität aus. In Wien beschäftigen wir 80 Mitarbeiter, und mit diesem Pool kann ich auch auf kurzfristige Aufträge rasch reagieren. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich sehe sie nicht als Feind, sondern als Mitbewerb.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich versuche diese beiden Bereiche zu trennen. Natürlich geht man mit einigen Kollegen hin und wieder auf ein Bier, aber mein wirklicher Freundeskreis ist ein ganz anderer. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Vorsichtig geschätzt werden es wohl rund fünf Prozent meiner Arbeitszeit sein. Ich lese sehr viel Fachliteratur, speziell aus dem Bereich Marketing und Verkauf. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Österreich ist ein kleiner Markt, daher rate ich jungen Menschen, global und in größeren Dimensionen zu denken. Europa bietet viele Chancen, weshalb es sicher auch von Vorteil ist, die eine oder andere Fremdsprache zu beherrschen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ein berufliches Ziel wäre noch, in einem Unternehmen aus einer ähnlichen Branche Geschäftsführer zu werden. Außerdem habe ich die Vision, im Burgenland eine Kunststoffverwertungsanlage zur Treibstoffgewinnung aufzustellen.