Zum Erfolg von Johann Leidenfrost
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Mein persönlicher Erfolg liegt darin, daß ich - nach einer Rückschau auf mein Leben - durchgehalten habe. Dazu muß man schon ein großer Idealist sein, auf Arbeitszeit und -einsatz darf man da nicht schauen. An einer Vision mußte man dranbleiben und an das Glück glauben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, nach jahrelangen Anstrengungen sind wir inzwischen jene, die den Trend vorgeben. Es mangelt uns nicht an Ideen, wir müssen nur schauen, was technisch machbar ist. Rückblickend muß ich sagen, daß ich zielstrebig und vorsichtig, aber stetig den Betrieb vergrößert habe.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich hatte viele Chancen und hätte auch als Berufsschullehrer anfangen können. Ich rede heute nur von der Vorwärtsentwicklung, aber es gab im Laufe der Jahre auch viele Rückschläge, die es zu bewältigen galt - oft verbunden mit großem finanziellen Aufwand. Meine Philosophie war jedoch immer, möglichst mit Eigenkapital zu wirtschaften. Wir waren ständig auf der Hut und konnten uns rasch an wirtschaftliche Gegebenheiten anpassen. Wir forschten ständig, welche Nischenprodukte der Markt erforderte. Gerade der Schwimmbadbau hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert - neue Chemikalien, Solarenergie und vermehrte UV-Einstrahlung stellen hohe Anforderungen und erfordern Flexibilität und Innovationsbereitschaft. Wir arbeiten in vielen Gremien mit und können uns so eines berufsspezifischen Netzes bedienen, damit minimiert sich das Risiko.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich habe immer im Betrieb mitgearbeitet, er war großteils auf mich abgestimmt. Seit kurzem habe ich einige Agenden abgegeben.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Vater gab bereits den Weg vor, daß man sich nicht gegen Erneuerungen stellen darf. Er hat mich stets unterstützt, stellte auf internationalen Messen aus und gewann einen Kundenstock, von dem ich heute noch zehren kann. Wir hatten nie Probleme, er war immer mein Partner und Freund. Bereits mein Urgroßvater war Faßbinder - unser Unternehmen gibt es seit 1948 in Eggenburg.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Gute Mitarbeiter zu finden ist schwierig. Ich bin ein Vorgesetzter, der den menschlichen, freundlichen Umgang sucht, verlange aber den vollen Einsatz.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Wir lassen die Bewerber probearbeiten, und sie müssen sich im Team bewähren. Eigenverantwortlichkeit und Lernbereitschaft sind wichtige Faktoren für das Arbeiten in unserem Betrieb. Das Gespür, den richtigen Mitarbeiter zu finden, muß man aber haben, denn ein gutes Schulzeugnis sagt nichts aus.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Jene Mitarbeiter, die sich dem Betrieb gegenüber loyal verhalten und Leistungen erbringen, werden auch finanziell zusätzlich belohnt. Wichtig sind auch Teambesprechungen mit Zielvorgaben und Lob.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Der Mitbewerb gerade im Schwimmbadbau ist enorm, sodaß wir ständig gefordert sind, uns den Gegebenheiten anzupassen bzw. Trends vorzugeben.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Im Beruf sind mir viele administrative Bereiche abgenommen worden, sodaß ich mich auf Wesentlicheres konzentrieren kann. Außerdem habe ich eine sehr verständnisvolle Frau, die ebenfalls im Betrieb beschäftigt ist.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Den Jugendlichen möchte ich sagen, daß gerade in unserer Berufssparte österreichweit noch viele Lehrlinge aufgenommen werden. Wer sich selbständig macht, sollte sich das gut überlegen. Es ist nicht einfach, den großen beruflichen Einsatz und das Privatleben zu vereinbaren, ohne Eigenkapital ist die Gründung eines Unternehmens schwierig, und bei der Auswahl möglicher Partner muß man vor allem auf Ehrlichkeit achten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich habe 42 Jahre gekämpft - das soll jetzt weniger werden. Ich habe viele Hobbys, die immer zu kurz gekommen sind. So wünsche ich mir noch viele gute Jahre für meine Familie und mich selber. Für die Firma wünsche ich mir, daß es erfolgreich weitergeht und sie weiterhin Zukunftschancen hat.
Ihr Lebensmotto?
Das Alte ehren - das Neue nützen.