Zum Erfolg von Otto Lobenhofer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg hat für mich viele Aspekte: Wenn ich anderen Menschen helfen kann und bei der Durchführung meiner Arbeit nicht Schiffbruch erleide, sondern einen Auftrag bestmöglich über die Bühne bringe, sehe ich das als persönlichen Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Beruflich bin ich nur dann zufrieden, wenn ein Auftrag perfekt und ideal abgewickelt wurde - und das ist Gott sei Dank fast immer der Fall. Aber in Wahrheit geht es ja nur darum, sein Leben so erfüllt wie möglich zu leben und sich dabei den anderen Menschen gegenüber anständig zu verhalten.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Mein Erfolg im Beruf beruht auf Wissen, Erfahrung und meinem Interesse an diesem Metier. Schon während meiner Schul- und Lehrjahre war ich vielseitig interessiert, auch wenn der unmittelbare Nutzen nicht offenkundig sichtbar war. Aber ich dachte: Vielleicht kann ich das irgendwann brauchen. Ich baute mir im Laufe der Jahre eine umfassende Fachbibliothek auf, wo ich schnell und zuverlässig nachblättern kann.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Vater war ein ausgezeichneter Stempelerzeuger beziehungsweise Flexograph, wie dieser Beruf inzwischen bezeichnet wird. Er war nicht nur in technischer und fachlicher Hinsicht mein absolutes Vorbild, sondern auch menschlich. Meine Mutter starb bereits 1949, und er zog neben dem Geschäft noch drei Kinder alleine groß.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Unsere zufriedenen Kunden sind für mich die schönste Anerkennung und das größte Lob.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Einkommenssituation in unserer Branche ist heute bei weitem nicht mehr so lukrativ wie früher. Mein Vater konnte sich mit seiner Hände Arbeit noch ein Grundstück erwirtschaften, das ist inzwischen nicht mehr möglich, selbst wenn ich Tag und Nacht arbeiten würde.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch Vorbildwirkung. Ich bin mir beispielsweise heute noch nicht zu schade, den Boden aufzuwischen wenn sonst niemand Zeit hat. Aber das erwarte ich auch von jedem anderen Mitarbeiter. Und wenn ich von ihnen Pünktlichkeit erwarte, muß ich selbst mit gutem Beispiel vorangehen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die wichtigsten Geschäftsbereiche sind die Herstellung von Qualitätsstempeln, Schildern und Schablonen. Außerdem bieten wir Flexodruckplatten, Fotosatz und Reprotechnik, Numeriermaschinen, Hochdruckprägewerke und -maschinen, Gravuren und Bürowaren. Wir beraten fachmännisch und fair und sind immer um die Zufriedenheit der Kunden bemüht. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Das kommt ganz auf das Verhalten des jeweiligen Mitbewerbers mir gegenüber an. Stehen wir in gutem Einvernehmen, kann es sogar vorkommen, daß wir uns gegenseitig Aufträge zukommen lassen. Leider gibt es auch Konkurrenten, die von Neid und Mißgunst getrieben sind. Zu diesen Kollegen besteht natürlich kein Kontakt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Eine echte Trennung ist schon rein technisch schwierig, weil wir in unmittelbarer Nachbarschaft zum Geschäft wohnen. Beruf ist Privatleben und Privatleben ist Beruf.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Weiterbildung ist nach wie vor ein wichtiges Thema und passiert praktisch permanent. Ich lese zahlreiche Fachzeitschriften, um mich über Neuheiten, die meist aus den USA kommen, zu informieren. Trotzdem ist Österreich an der Weiterentwicklung unseres Berufes stark beteiligt. Ich lerne auch in der Praxis fast jeden Tag Neues hinzu - kommt ein Kunde mit einem speziellen Problem, muß ich mich aus allen möglichen Quellen informieren, um eine optimale Lösung zu finden.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Viel lernen, sich in der Welt umschauen und Eigeninitiative entwickeln. Wer etwas erreichen will, muß ständig dahinter sein - von alleine passiert gar nichts.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, gesund zu bleiben und alt zu werden. Ich möchte zeit meines Lebens imstande sein, selbst zu arbeiten. Ein typisches Pensionistendasein kann ich mir unmöglich vorstellen.