Zum Erfolg von Roland Mayrhofer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist das Ergebnis jener Leistung und jenes Einsatzes, den ich für ein Projekt oder eine Sache erbracht habe.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wenn ich zurückblicke, was ich alles erreicht habe, so kann ich mich heute durchaus als erfolgreich bezeichnen. Ich habe es vom Maurerlehrling über den Leiter von Großbaustellen und einer Geschäftsstelle bis hin zum Geschäftsführer des eigenen Unternehmens geschafft. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Fleiß, Weitsichtigkeit und Engagement - denn nur mit Einsatz und Herzblut kann man auf Dauer erfolgreich sein. Auch Mut erachte ich als wesentlichen Erfolgsfaktor. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich betrachte es als reizvoll, beinahe unlösbare Hürden zu bewältigen. Dadurch wird meine Leistungsfähigkeit angespornt. Der Grad der Genugtuung bei einem abgeschlossenen Projekt wächst mit der Herausforderung.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Immer dann, wenn ich jegliche Kritik von außen ignorierte und nur auf meine innere Stimme hörte, erwiesen sich die getroffenen Entscheidungen als erfolgreich. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Rückblickend erachte ich Originalität als den besseren Weg, da eine Kopie immer durchschaut wird. Wer erfolgreich sein will, muß authentisch bleiben, da das eigene Ich spätestens in Streßsituationen zum Vorschein kommt. An negativen Angewohnheiten sollte man arbeiten, um sich zu verbessern. Es funktioniert allerdings nicht, sich ganz umzukrempeln. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich wurde während unserer zwanzigjährigen Zusammenarbeit wesentlich von Herrn Dipl.-Ing. Robert Manahl geprägt. Er setzte großes Vertrauen in mich, indem er mir in jungen Jahren die Leitung eines Projektes zumutete, bei dem es um 110 Millionen Schilling ging. 1984 ernannte er mich zum Büroleiter, und gleichzeitig empfing ich die uneingeschränkte Bankvollmacht.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich erfahre vermehrt, daß unsere Arbeit von der Öffentlichkeit geschätzt wird, indem ich bei verschiedenen Vorhaben als Berater herangezogen werde. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Viele meiner Mitbewerber haben immer noch nicht erkannt, daß qualitativ hochwertige Arbeit zielführender ist als der Preiskampf. Wenn wir unsere Leistungen unter dem Handwerkerpreisniveau verkaufen, kann die Leistung nichts wert sein.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Es gibt viele Neider und einige wenige, die mir den Erfolg gönnen - und dem Rest ist vermutlich egal, was ich mache.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Eine wesentliche, da unsere Aufgaben nur im Team zu bewältigen sind. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Sämtliche Bewerber werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Mit einem speziell gestellten Fragen ermitteln wir den Typ, sowie die Einstellung zur Tätigkeit.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir schaffen angenehme Rahmenbedingungen und setzen großes Vertrauen in sie. Unsere Mitarbeiter bearbeiten interessante Projekte selbständig und präsentieren die Lösungsvorschläge selbst dem Auftraggeber. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Als eines der größeren Ingenieurbüros Vorarlbergs agieren wir dynamisch, schnell und kundenorientiert und bieten vielseitige Leistungen an. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Meine Maxime lautet: Leben und leben lassen. Mitbewerber sind erforderlich, da sie uns anspornen, uns zu verbessern. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Jeder sollte, wenn möglich, eine gute Ausbildung absolvieren und sich damit beschäftigen, was es heißt, Leistung zu erbringen. Wenn man sich die heutigen Schulabsolventen anschaut, so wird ersichtlich, daß die Schulen einen viel zu niedrigen Qualitätsstandard aufweisen. Das derzeitige Ausbildungssystem sollte meiner Meinung nach durch ein duales System erneuert werden. Jeder, auch der Lehrer, sollte vor seiner Ausbildung manuell arbeiten müssen, um eine andere Denkweise anzunehmen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Am 30. März nächsten Jahres werde ich aus dem Geschäft austreten und in weiterer Folge ausschließlich als Sachverständiger und Konsulent tätig sein.
Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen.