Zum Erfolg von Reinhold Mayer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich Zufriedenheit fühle, sehe ich das als persönlichen Erfolg. Ich muß durch meine Tätigkeit Zufriedenheit schaffen - für mich selbst, für mein berufliches und für mein privates Umfeld.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich bis dato als durchaus erfolgreich. Ich stelle immer wieder fest, daß ich im Vergleich zu vielen anderen Menschen zufriedener bin. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend für meinen Erfolg sind Engagement, offene und ehrliche Kommunikation, sowie Kompromißbereitschaft - auch hier ziehe ich immer wieder die Fäden zwischen Beruf und Privatleben. Geben und Nehmen bzw. leben und leben lassen ist als Erfolgskomponente für mich enorm wichtig geworden. Ich versuche, Win-Win-Situationen zu schaffen. Leider hat die Kompromißbereitschaft im Wirtschaftsleben allgemein in letzter Zeit sehr gelitten. Ein weiterer Erfolgsfaktor, der nicht zu unterschätzen ist, besteht in regelmäßiger Weiterbildung. Außerdem hatte ich das Glück, immer wieder Betätigungsfelder zu bekommen, die mir sehr zusagten. Es gab über viele Zwischenschritte eine gesunde Steigerung der Anforderungen. Möglich war meine Karriere aber nur dank der Unterstützung und dem Verständnis meiner Frau und der Familie. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich hatte das Glück, im Laufe meiner bisherigen Karriere drei sehr gute Chefs zu haben: Herr Markus von KSB Österreich war ein Mann, der sich sehr um junge Mitarbeiter und den Nachwuchs kümmerte. Er nahm sich wirklich selbst die Zeit, die einzelnen Leute in das Unternehmen einzuführen und sie auszubilden. Von ihm lernte ich, wie man diszipliniert, strukturiert und organisiert an Arbeiten herangeht. Später bei Rheinhütte bzw. FRIATEC und jetzt Glynwed, war mein damaliger Chef und Vorgänger Ing. Trost eine prägende Persönlichkeit. Er gab mir viele wertvolle Dinge mit auf den Weg, was den Umgang mit Menschen und Mitarbeitern betrifft. Nicht zuletzt möchte ich meinen Chef in Wiesbaden, Michael Meckelnburg, nennen. Er brachte mir in zahlreichen Gesprächen Unternehmensstrategie und strategisches Denken bei. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Durch den Zusammenschluß der beiden Firmen Glynwed und Marley in Österreich haben wir nun sehr unterschiedliche Produkte und damit auch unterschiedliche Abnehmergruppen. Mit Marley haben wir zum Beispiel Kunststoffdachrinnen oder Falttüren im Programm, wie man sie in jedem Baumarkt findet; andererseits bieten wir in unserem Kerngeschäft Chemiepumpen, wo es weltweit maximal fünf Hersteller gibt. Auf dem Baumarkt-Segment können wir uns aufgrund der starken Konkurrenz nur durch Einsparungsmaßnahmen behaupten, dazu kommen noch Strukturprobleme innerhalb des Konzerns. Im Bereich der Hightechprodukte sehe ich hingegen derzeit keine Probleme, weil in Österreich und in den osteuropäischen Vertriebsgebieten noch Wachstumspotentiale vorhanden sind. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ein Mitarbeiter muß in puncto Engagement und Teamfähigkeit ein sehr hohes Grundpotential mitbringen. Diese Eigenschaften versuche ich durch scheinbar unwichtige Fragen so nebenbei im Gespräch herauszufinden. Ist zum Beispiel jemand privat in einem gemeinnützigen Verein aktiv, läßt dies auf soziales Engagement schließen. Natürlich verlaufen diese Gespräche sehr individuell, auch abhängig davon, welche Position es zu besetzen gilt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Motivation passiert zunächst durch regelmäßige Mitarbeitergespräche und Meetings, bei denen alle anstehenden Fragen oder Probleme offen angesprochen und erörtert werden. Dann gibt es Motivation auf der monetären Seite, was speziell für Vertriebsmitarbeiter ein absolutes Muß ist. Natürlich ist auch das vorhandene Entwicklungspotential innerhalb des Unternehmens bzw. innerhalb der Unternehmensgruppe auf internationaler Ebene ein Motivationsfaktor. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Das Unternehmen hat verschiedene Standbeine. Das ist ein großer Vorteil, weil ein zwischenzeitlicher Durchhänger, aus welchen Gründen auch immer, durch andere Geschäftsfelder kompensiert werden kann.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich bin zwar jetzt nicht mehr in Wiesbaden stationiert, sondern Geschäftsführer der Wiener Niederlassung, trotzdem hatte ich im ersten Jahr meiner neuen Tätigkeit kaum mehr Zeit für die Familie als früher. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Engagement und Kompromißbereitschaft sind meiner Erfahrung nach tragende Säulen des Erfolges.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Eines der Grundziele von Glynwed nach dem Merger war, daß vorerst kein Arbeitsplatz verloren geht. Das ist uns gelungen. Jetzt müssen wir die Einsparungspotentiale, die von der Gruppe gefordert sind, in Form von Wachstum kompensieren, um weiterhin alle Arbeitsplätze zu erhalten. Da ich als Geschäftsführer so agiere, als würde das Unternehmen mir gehören, ist die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen auch ein persönliches Ziel. Außerdem haben wir ein Logistikprojekt in der Schiene, bei dem wir ein Konzept für Österreich, Slowakei, Ungarn und Tschechien aufstellen, das uns bei entsprechendem Erfolg zum zentralen Lagerverwalter macht. Es ist also eines der Ziele, für diese Länder der Logistikspezialist zu werden und in der nächsten Stufe weitere Märkte dazuzubekommen. Wenn wir all diese mittelfristigen Ziele erreichen, strebe ich im Konzern eine weitere Position an.
Ihr Lebensmotto?
Just do it! - Aber achte auch darauf, wie du dein Umfeld mit diesem Tun beeinflußt.