Zum Erfolg von Monika Fuhs
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist für mich die logische Folge von allem, was ich zuvor getan und gedacht habe. Dinge er-folgen. Ich nehme nur Aufträge an, die im Vorfeld ein gutes Gefühl in mir auslösen, und damit bin ich bisher auch sehr gut gefahren. Mißerfolge sind die nötige Korrektur auf unserem Weg. Wir sollten nie in den Wahnsinn verfallen und glauben, daß wir das Leben kontrollieren können - wir müssen vielmehr lernen, daß wir manches steuern können, manches nicht, und daß es eine Herausforderung ist, zu entscheiden, was gerade angesagt ist. Manchmal heißt das einfach nur annehmen, was ist, auch wenn wir das gar nicht wollen. Wenn wir lernen, die Krise als wichtigste Entwicklungschance zu lieben, und nicht in die Kompensation flüchten, dann können wir innerlich wachsen, uns ENT-wickeln und frei werden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich erachte mich als erfolgreich, weiß aber auch, daß alles seinen Preis hat. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ein Beruf sollte meines Erachtens der inneren Be-rufung entspringen, und ich habe das große Glück, dieser Berufung nachgehen zu können. Meine Arbeit ist für mich keine Belastung, sondern eine Wohltat. Ich vermag mich sehr gut in meine Klienten hineinzuversetzen - Biofeedback ist keine Behandlung im klassischen Sinne, wo der Therapeut im Vordergrund steht, Biofeedback stellt einfache Übungen zur Verfügung. Wenn sich der Klient auf diese Übungen einläßt, lernt er, sich mehr und mehr selbst zu organisieren. Oft haben wir eine Opferhaltung zu überwinden, die in eine gelernte Hilflosigkeit münden kann. Als Beraterin bin ich für meine Klienten in unterstützender und Veränderungen begleitender Funktion da. Weitere Fähigkeiten, die meinen Erfolg begünstigten, sind außerordentliches Organisationsgeschick, die rasche Umsetzung von Ideen, und viel wichtiger noch: viel Herz.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Wir können Streß nicht mehr vermeiden, wir können aber unseren Umgang damit verändern! Ich arbeite mit den Grundsätzen des Peak Performance Trainings, einer im Sport gerne verwendeten Methode, die unter anderem auch die Visualisierung des Vorhabens mit allen Eventualitäten beinhaltet. Sportler und andere Personen der Öffentlichkeit sind Menschen, die unter Extrembedingungen Spitzenleistungen bringen sollen. Von ihnen können wir alle sehr viel lernen, und sie benutzen Biofeedback immer mehr zur Erfolgsoptimierung. Als ich beispielsweise die Entscheidung traf, unterrichten zu wollen, begann ich mit entsprechenden Visualisierungsübungen. Ich visualisierte alle Eventualitäten, die eintreten könnten, und machte mir auch meine größten Ängste bewußt. Nach zweimonatigem Training klappte die Visualisierung meines Vorhabens einwandfrei. Der Lohn dieser Übungen war in der Folge tatsächlich ein erstes Angebot für eine Unterrichtstätigkeit vor dem Zielpublikum Ärzte, dem viele nationale und internationale Lehrtätigkeiten folgten. Wenn ich eine Entscheidung treffe, so ist es mir wichtig, hinter der Sache zu stehen. Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich bekleide eine interessante Position und gehe in meinem Beruf auf - diese Haltung wird auch von meiner Umgebung gewürdigt, und so hatte ich noch selten unlösbare Probleme mit männlichen Kollegen. Die positiven Rückmeldungen aus Workshops bestärken mich in meinem Tun, meinem Wirken und meinem Frausein. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Meine Mutter, von Beruf Volksschuldirektorin, war mir ein Vorbild in der Umsetzung eigener Ideen. Von ihr lernte ich, daß auch Frauen viel bewegen können und erfolgreich sein dürfen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Für mich lassen sich diese beiden Bereiche nicht wirklich trennen, schließlich ist mein Beruf zu meinem Lebensinhalt geworden. Ich habe einen Arbeitsplatz in meinen privaten Räumlichkeiten eingerichtet und genieße so die Nähe zu meinen Kindern. Es wäre sinnlos, soviel über das Leben und dessen Gesetze zu lernen und es dann privat nicht anzuwenden, allerdings muß man schon aufpassen, daß man im Privatleben nicht in die Therapeutenrolle rutscht. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Berufsbilder und Berufschancen erfuhren in den letzten Jahren eine starke Veränderung, doch ich orte leider wieder eine Art Dehumanisierung unserer Gesellschaft. Die meisten Menschen sind heute materiell grundversorgt, weshalb in unserer Zeit die Sinnsuche im Vordergrund steht. Vielerorts sehe ich Resignation bei jungen Menschen. Oft kämpfen schon Kinder in der Volksschule mit dem Druck der Anforderungen im schulischen Bereich, und immer öfter habe ich mit Jugendlichen zu tun, die am Burn-Out-Syndrom leiden. Daher rate ich zur Suche nach Wegen, Nischen und Lösungen für sich selbst. Ich vermittle Kindern in meinen Erfolgskursen, wie wertvoll es für ihr Leben ist, ihr Potential zu nutzen, wenn sie erfolgreich sein wollen, und daß ein Verständnis von Zusammenhängen für ihr Leben sehr bedeutsam ist. Kinder können ihre Talente und Begabungen erkennen, wenn sie Gelegenheit erhalten, sie experimentell im geschützten Rahmen zu erproben. Die Hinführung von Kindern zu ihren Begabungen ist von unermeßlich hohem Wert. Und ganz nebenbei: Das läßt sich auch mit Spaß und Freude erreichen und nicht nur mit Drill und Eliteschulen. In meinen Kursen stehen Humor und neugieriges Erforschen immer an erster Stelle, denn so lernt es sich ganz von selbst. Außerdem können wir sehr viel aushalten, wenn wir Freude daran haben - denn Eustreß macht nicht krank!!! Und das ist mein persönliches Erfolgsrezept.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
In der nahen Zukunft widme ich mich dem Aufbau der Sektion Österreich für die Biofeedback Foundation of Europe und diversen anderen kleineren Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich Biofeedback. Noch gibt es keine gesetzlich anerkannten Ausbildungskriterien in Österreich (und Europa), weshalb wir eine standardisierte Ausbildung in Biofeedback - eine wissenschaftlich anerkannte Methode - anstreben. Hierfür ist nach wie vor aufwendige Vernetzungsarbeit - international als auch national - zu leisten. Und natürlich habe ich noch viele Ideen, die ich in den nächsten Jahren gerne umsetzen möchte. So kann ich mir vorstellen, ein Buch zu schreiben oder noch besser, eine Radio- oder Fernsehsendung zur Aufklärung der Menschen zu kreieren, denn meines Erachtens sollte Wissen nicht bestimmten privilegierten Schichten vorbehalten sein. Und manchmal sind die Lösungen viel einfacher, als man glaubt!