Zum Erfolg von Gerhard Heinrich
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich hat Erfolg immer bedeutet, dass ich mit Freude an die Arbeit gehe. Ich sehe meinen Beruf als Berufung, weil es immer noch Spaß macht! Ich wollte nie einen Job ausüben wo ich keine Freude habe. Wichtig war für mich etwas bewegen zu können, wie z.B. Wohnungen umzuplanen oder Gebäude zu errichten.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, weil ich mein Hobby zum Beruf machte. Wenn man etwas gerne macht, dann kommt der Erfolg von selbst.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Für mich hatte die Suche nach dem richtigen Arbeitgeber Priorität! Im Rahmen meiner Angestelltentätigkeit gab es eine Reihe von Vorgesetzen, wo ich diese Berufung nicht fand, dies brachte es mit sich, dass ich meinerseits das Unternehmen wechselte.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Es gab mehrere Vorbilder. Als ich noch die HTL besuchte, lernte ich einen Baumeister kennen, welcher noch keine 30 Jahre alt war und bereits ein eigenes Unternehmen hatte. Dies hat mich sehr beeindruckt. Für mich war es klar, dass ich entweder eine Führungsposition anstrebe oder ein eigenes Unternehmen habe.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die Anerkennung unserer Leistung kommt vom Auftraggeber. Wenn sich der Kunde nach Fertigstellung des Auftrages begeistert zeigt, dann ist es eine Bestätigung unserer Leistung - und dies kommt oft vor.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
In unserer Branche sehe ich Probleme in der sehr großen Gesetzesflut und Normierungen. Einerseits sollte man als Generalist tätig sein, andererseits kann man nicht alle Vorschriften und Gesetze kennen. Als Spezialist tätig zu sein, ist auch nicht immer einfach. Unter diesen Umständen eine Balance zu finden, ist ein Kunststück! Ein anderes Problem sehe ich bei den Architekten, denn dieser Berufsstand muss in Österreich keine Praxis während des Studiums nachweisen. In Deutschland muss der Architekturstudent vor dem Abschluss eine zweijährige Praxis nachweisen können. Dieser Zustand führt in Österreich dazu, dass viele Architekten mit handwerklichen Fachausdrücken ein Problem haben. Für mich war es bereits in frühen Jahren klar, dass ich die handwerklichen Ausführungen, wie z.B. Verputzen, Ziegel setzen etc selbst zu erlernen und zu praktizieren habe. Dies führte dazu, dass ich in der Lage war, manchen Maurer zu zeigen wie es funktioniert.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiter zu haben und für die nötige Aus- und Weiterbildung zu sorgen, sehe ich als einen wesentlichen Motivationsfaktor. Ich versuche den Mitarbeitern Verantwortung im Rahmen ihrer Aufgabenstellung zu übertragen, wobei selbstverständlich die fachlichen Voraussetzungen gegeben sein müssen. Als Führungskraft muss ich die Oberaufsicht haben, d.h. ich will wissen, was jeder Mitarbeiter macht, stehe jedoch nicht den ganzen Tag hinter ihm und überwache jede Minute seines Wirkens. Meiner Ansicht nach, gehört Verantwortung, Begeisterung und der Wille etwas zu bewegen zu den wesentlichen Merkmalen unseres Gewerbes.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Mit den Mitbewerbern gibt es so gut wie keine Probleme, d.h. man lebt mit den Mitbewerbern. Ich versuche den Kunden mit Fachwissen und Kompetenz zu überzeugen. Ich schalte auch keine Werbung, sondern komme durch Weiterempfehlung zu meinen Aufträgen. Selbstverständlich gibt es auch Tiefschläge, welche mich dazu führten, dass ich auch Lehrtätigkeiten, wie bereits eingangs erwähnt, ausübe.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Als eine Stärke unseres Unternehmens sehe ich die "kleine Größe", d.h. es gibt keine großen hierarchischen Strukturen und die Entscheidungsfindung erfolgt sehr schnell. Eine weitere Stärke sehe ich in der Zufriedenheit unserer Auftraggeber. Wenn man durch Weiterempfehlung zu neuen Kunden kommt, dann ist dies Erfolg!
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Nachdem ich zwei Kinder habe, muss es irgendwie funktionieren. Als Angestellter sollte man sich mit dem Arbeitgeber arrangieren, z.B. dass man statt um 7 Uhr erst um 8 Uhr mit der Arbeit beginnen kann, weil man die Kinder in die Schule bringen muss. Darüber hinaus sollte man versuchen, den Arbeitsprozess so einzuteilen, dass auch für den Privatbereich genug Zeit vorhanden ist. Als Selbständiger ist diese Balance noch viel schwieriger. Wenn der Partner jedoch dafür Verständnis zeigt, dann gelingt es auch die Balance zu halten.
Wie viel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Lernen, lernen und nochmals lernen - ist für unser Metier eine Voraussetzung, um seinen Job korrekt zu machen. Persönlich verbringe ich ca 3 bis 4 Wochen pro Kalenderjahr mit Besuchen von fachspezifischen Seminaren.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Für eine erfolgreiche Karriere in unserer Branche zählt primär das räumliche Vorstellungsvermögen. Auch das sogenannte Schnittzeichnen sollte man beherrschen. Wie bereits erwähnt, bedarf es der permanenten Lernbereitschaft. Dazu zählen nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen, sondern auch Veränderungen im Bereich der Bau-Chemie, welche einen sehr hohen Stellenwert besitzen. Wie bereits angesprochen, stellt sich die Frage ob man als Generalist oder Spezialist seinen Job machen möchte.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte den eingeschlagenen, erfolgreichen Weg unseres Unternehmens weiterführen.