Zum Erfolg von Christoph Monschein
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
In unserer Branche zeigt sich der berufliche Erfolg darin, wenn es gelingt, unser Produkt, also steuerfreie Mitarbeiter-Benefits, bekannter zu machen und damit vielen Arbeitnehmern etwas Gutes zu tun – sei es ein ausgewogenes Mittagessen oder eine Wertschätzung der Arbeitsleistung in Form von Gutscheinen. Achtzig Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Österreich bekommen keine Benefits in dieser Art. Diese Zahl zu verringern, wäre für mich ein großer Erfolg. In meiner Position als Geschäftsführer sehe ich Erfolg darin, ein Team zu gestalten, das sich weiterentwickeln und die Unternehmensziele gemeinsam mit mir erreichen möchte. Ebenso betrachte ich es als meine Aufgabe, ein entsprechendes Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich meine Mitarbeiter wohlfühlen und ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Erfolg heißt für mich außerdem, eine gute Balance zwischen Beruf- und Privatleben zu finden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden. Ich habe beruflich viel erlebt und habe viel, teilweise viel zu viel, gearbeitet. Heute weiß ich mehr denn je, was ich will und was ich vor allem nicht will. Ich bin in der glücklichen Situation, einen Job auszuüben, der meinen Vorstellungen voll und ganz entspricht: Bei Edenred kann ich mit meinem top motivierten Team viel voranbringen. Gleichzeitig gibt mir die ausgewogene Work-Life-Balance, die ich heute lebe, Zeit, um abzuschalten, Kraft zu tanken und kreativ zu sein. Oft kommen mir während meiner täglichen Laufrunde am Morgen frische Ideen, die ich angehen kann, sobald ich im Büro ankomme. In der Funktion eines Geschäftsführers tritt die fachliche Expertise eher in den Hintergrund – hierfür habe ich mein Team, das sich operativ bestens auskennt und dem ich voll und ganz vertraue. Für den operativen Teil habe ich also ein starkes Team, welches laufend erweitert wird. Demnächst beginnen zum Beispiel zwei Lehrlinge und wir suchen weitere Mitarbeiter. Dafür spielen in meiner Funktion vielmehr strategische, lenkende und zukunftsweisende Aspekte eine große Rolle. Ein wichtiger Teil meines Aufgabenbereiches besteht für mich darin, Mitarbeiter zu rekrutieren, die motiviert und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Für meinen Erfolg ausschlaggebend waren meine internationalen Erfahrungen. Ich habe in dieser Zeit extrem viel gelernt – sowohl in beruflicher als auch in menschlicher Hinsicht. Dadurch habe ich mir auch unternehmerisches Denken, beziehungsweise Denken in größeren Zusammenhängen angeeignet. Das ist auch essenziell für meine jetzige Tätigkeit als Edenred-Geschäftsführer. Meine „Anpacker-Mentalität“ war schon immer sehr ausgeprägt. Allerdings hat sich auch die, durch die internationalen Erfahrungen noch mehr verstärkt. Ich habe immer projektweise in unterschiedlichen internationalen Teams gearbeitet und musste mich rasch in neue Themen einarbeiten. Effektivität und rasches Agieren waren hier gefragt. Was zu meinem Erfolg sicher auch beigetragen hat, war und ist meine ausgeprägte Lernbereitschaft, die nie enden wollende Neugierde und zielorientiertes Denken und Handeln.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Auf Grund meiner langjährigen Erfahrungen empfehle ich dem Nachwuchs, nicht nur aus den eigenen Fehlern zu lernen, sondern auch vom Tun und Handeln anderer Persönlichkeiten. Von jedem kann man lernen und etwas für sich mitnehmen – egal ob Kollege oder Vorgesetzter. Ich habe durch meine Erfahrungen und Begegnungen zum Beispiel gelernt, dass Unruhe und Hektik nichts bringen, beziehungsweise oft das Gegenteil bezwecken. Wenn es stressig wird, bin ich daher der Ruhigste von allen Mitarbeitern. In der Ruhe liegt die Kraft.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Authentizität verbinde ich mit Originalität und das Original ist häufig besser als eine Imitation. Allerdings muss man hier differenzieren: Es spricht nichts dagegen, wenn versucht wird, bereits Vorhandenes zu übernehmen, beziehungsweise positive Aspekte davon für sich mitzunehmen. Auf diese Weise wird die Imitation nicht zu einer 1:1-Nachahmung, sondern es entsteht wiederum etwas Individuelles. Auf diese Weise wird ein wertvoller Lern- und Entwicklungsprozess in Gang gesetzt. Ich kann also sowohl der Originalität als auch der Imitation – sofern sie richtig angegangen wird – etwas abgewinnen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Es gab zahlreiche Persönlichkeiten, von denen ich etwas lernen konnte. Mein Vater war aber mein größtes Vorbild. Er wuchs in einer Großfamilie von circa 30 Personen auf und war der Erste, der ein Studium absolvierte. Sein Werdegang war für mich eine Inspiration und ein Grund dafür, warum ich mich für das Betriebswirtschaftsstudium entschieden habe. Im Laufe meiner Karriere hatte ich außerdem mit vielen Vorgesetzten zu tun, durch die ich sehr schnell erkannte, was nicht funktioniert. Dadurch habe ich für mich mitgenommen, wie ich es gerne anders machen würde.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich setze mich seit Jahren sehr intensiv mit den Themen Führungsverhalten, moderne Arbeitsplatzgestaltung und Mitarbeiterführung auseinander. Ich stelle Bewerber ein, die den richtigen „Drive“ mitbringen und den Willen haben, sich laufend weiterzuentwickeln. Man spürt sofort, wenn sich Menschen für eine Sache begeistern und den entsprechenden Spirit mitbringen. Aufgeschlossenheit und kommunikatives Verhalten sollten vorhanden sein. Ob der Bewerber ein Studium abgeschlossen, oder maturiert hat, ist für mich zweitrangig. Die richtige Einstellung und vor allem Teamgeist müssen vorhanden sein. Die operativen Tätigkeiten kann man im Job erlernen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich praktiziere den Führungsstil der „offenen Türe“. Das bedeutet, dass ich jederzeit für meine Mitarbeiter zur Verfügung stehe. Transparente und offene Kommunikation mit den Mitarbeitern, gepaart mit Wertschätzung, erachte ich als wesentliche Komponenten erfolgreicher Mitarbeiterführung. Jeder Mitarbeiter trägt bei uns für seinen klar definierten Aufgabenbereich die Verantwortung und muss auch in der Lage sein, dementsprechende Entscheidungen treffen zu können. Ich unterstütze gerne, stehe für Fragen und Anliegen zur Verfügung, motiviere und bestärke. So möchte ich das Potenzial meiner Mitarbeiter entfesseln.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Mitbewerber sind natürlich vorhanden und man kennt sich. Allerdings stehen diese bei uns nicht im Fokus der Aufmerksamkeit. Im Gegenteil. Wir kennen unsere Stärken und fokussieren uns darauf. Den klassischen Preis- und Konkurrenzkampf kennen wir nicht und es ist auch nicht das, wofür Edenred steht. Wichtig ist uns, die Arbeitswelt mit unseren digitalen Angeboten zur Mitarbeitermotivation und -bindung zu einem besseren Ort zu machen und Arbeitgeber und -nehmer in Verbindung zu bringen. Wir entwickeln uns ständig weiter, speziell im digitalen Bereich, und wollen die richtigen Werte (vor)leben. Dazu zählen auch Themen wie Nachhaltigkeit und soziales Engagement. Das ist es, was unseren Purpose ausmacht und darin sind wir einzigartig.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind Weltmarktführer im Bereich Payment Solutions und bieten zweckgebundene Bezahllösungen für Mahlzeiten (Essensgutscheine), Fuhrpark und Mobilität (Tankkarten, Pendlergutscheine), Incentives (Geschenkgutscheine, Mitarbeiter-Incentive-Portale) und Payment Solutions für Unternehmen. Im Jahr 2020 verwaltete der Konzern ein Geschäftsvolumen von 30 Milliarden Euro, das hauptsächlich über mobile Anwendungen, Online-Plattformen und Karten abgewickelt wurde. In Österreich betreuen wir mehr als 3.000 Firmenkunden und Behörden und bieten rund 300.000 Arbeitnehmern mit unseren Prepaid-Karten und Gutscheinen ein Netzwerk von mehr als 20.000 Einlösestellen. Wir in Österreich sind ein kleines Unternehmen, mit einer starken Mutter im Hintergrund. Den Vorteil in unserer lokalen „Größe“ sehe ich darin, dass wir sehr kurze Entscheidungswege haben. Bei einem meiner früheren Arbeitgeber, einem internationalen Konzern, waren die Entscheidungswege auf Grund der starren Hierarchien sehr langwierig. Wir kooperieren hingegen mit vielen Startups und agieren selbst sozusagen als „Startup innerhalb des Konzerns“. Genau das ist es, was meiner Meinung nach unsere Stärke ausmacht: Ein starker weltweiter Mutterkonzern im Hintergrund und unsere Möglichkeit gleichzeitig in Österreich dynamisch und somit sehr effektiv agieren zu können.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich trenne die beiden Bereiche stark voneinander, was mir auch sehr wichtig ist. Wenn ich das Büro verlasse, dann tritt das Privatleben in den Vordergrund. Ich arbeite nie an Wochenenden. Im Freundeskreis über den Job zu sprechen, kommt natürlich vor und ist auch kein Problem für mich. Ich bin sehr gut vernetzt und immer mit vielen Menschen in Kontakt, wo ich natürlich immer auch Edenred vertrete. In früheren Jahren habe ich zu viel gearbeitet, manchmal auch bis Mitternacht. Das wollte ich nicht mehr. Umso mehr schätze ich die gegenwärtige Situation eines ausgefüllten und herausfordernden Berufslebens in einem angemessen Zeitrahmen, das für mich den gleichen Stellenwert wie ein harmonisches Privatleben hat.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Erfahrungen zu sammeln und so breit wie möglich aufgestellt zu sein, erachte ich als eine gute Basis, um zukünftige Herausforderungen meistern zu können. Ein Beispiel dazu: Meinen Eltern war meine musikalische Ausbildung sehr wichtig. Dem konnte ich allerdings nicht viel abgewinnen. In weiterer Folge richtete ich mein Augenmerk auf Judo, später auf Fußball – eine Leidenschaft, die bis heute geblieben ist. Heute schätze ich außerdem das Laufen und Skifahren. Zwischendurch stand auch einmal Tennis im Vordergrund. Alles was mit Sport zu tun hatte, war für mich wichtig. Ich war also immer neugierig und habe viel ausprobiert. Auch Schach habe ich lange Jahre im Verein betrieben. Dieses Kennenlernen und Ausprobieren verschiedenster Sportarten und Hobbies war für mich überaus bereichernd. Es hat mich auch in meiner beruflichen Entwicklung geprägt. Ich habe in insgesamt 17 Ländern gearbeitet und habe viele Jahre im Ausland gelebt. Irgendwann kam der Moment, in dem ich erkannte, was wirklich wichtig für mich ist. Wichtig ist und war für mich, dass der Job eine herausfordernde und interessante Tätigkeit darstellt und ich mit meinem Team in der Lage bin, etwas zu bewegen. Dabei gleichzeitig ausreichend Zeit für Freunde und Familie, sowie für mich selbst zu haben, ist essenziell.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Schwerpunkte für die Zukunft sind das weitere Vorantreiben der Digitalisierung im Unternehmen und das Nutzen des Marktpotentials. Ich möchte mein Team motivieren, den Rücken stärken, Potenziale ausschöpfen und den Startup-Geist verstärkt leben. Denn meines Erachtens ist ein solches wertschätzendes und modernes Arbeitsumfeld und die Werte, die wir leben, entscheidend für unseren Erfolg.