Zum Erfolg von Walter Geppert
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Aus persönlicher Sicht sehe ich als Erfolg nicht nur das Erreichen der sich selbst gesteckten Ziele an, wie beispielsweise im zweiten Bildungsweg eine akademische Karriere zu beschreiten, sondern auch Ideen und Vorstellungen ins Blickfeld rücken zu können. Erfolg ist aber auch, von der Gesellschaft anerkannt zu werden und, wie in meinem Fall, zu höheren Ämtern berufen zu werden.Haben Sie ein Erfolgsrezept? Ich bin ein sehr wertbezogener Mensch und glaube, daß das ganze gesellschaftliche Leben einschließlich der Fachtätigkeit Fixierungen hervorbringt. Ich fühle mich in erster Linie als Diener, also den Menschen helfend und nicht als einer, der lediglich Karriere machen will bzw. eine bestimmte Position anstrebt.Was ist ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Nach der Überwindung der Nachkriegsprobleme bin ich vom erlernten Beruf in die Verwaltung gewechselt. Ich habe geglaubt, daß ich hier mehr leisten kann und deshalb diese Entscheidung gefällt.Sehen Sie sich selber als erfolgreich? Ich sehe es als Erfolg an, als normaler Mensch aus der Masse heraustreten zu können, bestimmte Positionen wahrnehmen und sichtbar in den vorderen Reihen stehen zu können.Welche Rolle spielen Mitarbeiter? Ich bin ein teamorientierter Mensch und glaube, man kann nur dann seine Ziele verwirklichen, wenn man über entsprechende Mitarbeiter verfügt und die Zielrichtung stimmt. Ich schätze aber auch Widerspruch und andere Auffassungen, da ich gerne Zweifler und Skeptiker überzeuge.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich veröffentliche z.B. bei Aufsätzen und Projekten, die ich mit Mitarbeitern gemeinsam mache, auch sie als Schaffende.Welche Rolle spielt die Familie? Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und Entwicklungen weiß ich, es kann nur partnerschaftlich funktionieren. Der Ehepartner muß bereit sein, den anderen, der jetzt die Chance zur Entwicklung hat, zu unterstützen. Dies ist eine tagtägliche Auseinandersetzung, die mit Verzichten, aber auch mit Vorteilen beider Partner verknüpft ist. Da kommt man leider aber erst später drauf. Andererseits bedauere ich es, daß meine Kinder in der Partnerschaft etwas zu kurz gekommen sind und ich hier manches versäumt habe. Gleichzeitig hoffe ich aber, daß mir dies meine Kinder bereits verziehen haben. Erfolg gibt es in familiärer Sicht nicht in hierarchischen Ordnungen, sondern nur in harmonischen Partnerschaften. Oft muß man zwischen alleine an der Spitze stehen oder der Familie entscheiden.Woher erhalten Sie Feedbacks? Aus der Diskussion. Sie ist abhängig von der Bereitschaft zu reden. Dies kann man nicht erzwingen. Ich glaube aber, daß das Feedback immer mit der Sache zu tun hat und nicht mit der Person.Welche Rolle spielt Anerkennung? Anerkennung freut mich wie jeden anderen Menschen auch. Ich wäge immer wieder ab, zu welchem Anlaß wer Anerkennung ausspricht. Ich möchte mich immer in den Spiegel sehen und sagen können, das bin noch ich. Mich drängt es nicht zu den Medien, um als Person in Erscheinung zu treten, sondern ich möchte etwas von der Sache transportieren.Woher nehmen Sie Ihre Energie? Kraftschöpfen ist für mich eine Sache des Haushaltens. Entspannung im Urlaub gibt mir Kraft, ebenso wie die Unterstützung meiner Familie.Leben Sie nach einem Motto, oder haben Sie ein Vorbild? Während der Zeit in der Jugendbewegung wurde mir bewußt, welche Veränderungen in der Gesellschaft vorgehen, welche Werte meinungsbildend sind. Das war für mich mitausschlaggebend, einen Berufswechsel im zweiten Bildungsweg vorzunehmen. Welchen Ratschlag möchten Sie gerne der nächsten Generation mitgeben? Für mich ist entscheidend, nicht von vorn herein eine Karriere anzustreben, sondern mit Handlungen zu zeigen, daß man auch für Höheres in Betracht kommt. Das hängt natürlich von Anerkennung und der Umgebung ab. Ich glaube, daß dies der richtige Weg ist, denn auch damit kann man seine eigene Entwicklung steuern.