Zum Erfolg von Peter Hans Leitner
Was ist für Sie persönlicher Erfolg? Manche Leute sehen den Erfolg im Geld verdienen, manche daß sie sich verwirklichen können. Es gibt Künstler die Erfolg haben aber dabei verhungern. Für mich ist Erfolg nichts anderes als daß ich mein Auslangen habe. Ich habe es vielleicht leicht in diesem Alter so zu sprechen. Logischerweise bin ich jetzt in meinem Alter so weit, daß ich den Erfolg für meinen Lebensabend kalkuliere. Ich bin nicht reich genug um mir billige Sachen leisten zu können. Was ist das Rezept für Ihren Erfolg? Das ist ganz einfach: Ich bin nicht stur, ich bin willensstark.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Zu heiraten und das Kind zu planen.Spielen Familie und Mitarbeiter beim Erfolg eine Rolle? Ich bin ein irrsinnig demokratischer Mensch, ich frage alle um ihre Meinung und mache dann was ich will. Was war für Ihren Erfolg ausschlaggebend? Ich habe in meiner Karriere nie mit einem Gehalt begonnen. Ich habe immer gesagt: Schauen Sie sich mich einen Monat an und dann reden wir über das Gehalt. Ich war sieben Jahre der führende Möbelverkäufer Österreichs mit den höchsten Umsätzen die es je gegeben hat. Wo liegen Ihre Pläne? Ich drehe mein sehr geruhsames Leben komplett um. Ich werde 18 – 20 Stunden arbeiten denn ich eröffne das drittgrößte Card-Casino Österreichs. Es könnte sogar sein, daß es das zweitgrößte wird. Ich habe mich in den letzten Jahren als Spieler so gescheit gemacht und ich glaube dem Spieler all das bieten zu können was auch ich mir von einem Kasino erwarte.Sehen Sie sich selbst als erfolgreich und warum? Mein Leben ist eine Achterbahn, einmal rauf einmal runter. Ich fühle mich wie eine Katze mit neun Leben. Man kann heutzutage sehr hoch oben sein aber man kann auch sehr schnell wieder ganz unten sein. Und dann zeigt sich ob man Freunde hat. Sie werden es nicht glauben, aber man hat: Keine. Nach welchen Kriterien stellen Sie Mitarbeiter ein? Vom Start weg ist bei mir die Chemie wahnsinnig wichtig. Mir ist egal was ein Mensch bis dato gemacht hat, in welcher Branche er gearbeitet hat, wenn er ein nettes Äußeres mitbringt, sympathisch und arbeitswillig ist, hat er bei mir jede Chance. Er kann sich dann auch hocharbeiten bis zum Geschäftsführer. Spielen Niederlagen in Ihrer Karriere eine Rolle und was verstehen Sie unter einer Niederlage? Niederlagen sind etwas was einem jeden passieren kann. Die Situation ist ja heute so: Sie können ein Supergeschäft haben, und in einem Jahr stehen sie vor dem Ruin. Wenn ich heute nicht mehr könnte, ich würde versuchen und mir auch zutrauen, im Verkauf zu arbeiten und würde sofort wieder eine führende Position anstreben. Es ist halt dann sehr schwierig, wenn man 15 Jahre lang sein eigener Chef war, sich dann wieder unterordnen zu müssen. Denn; Ich akzeptiere einen Chef solange, solange er mir nicht spüren läßt daß er der Chef ist.
Woher schöpfen Sie Ihre Kraft?
Ich habe eine sehr gute Lebensphilosophie: Ich stehe sehr früh auf, bin oft schon einige Stunden vor den Mitarbeitern in der Firma. Ich mache meine Wege, die zu erledigen sind, bevor die allgemeine Betriebsamkeit einsetzt. Aber ich lasse mir eines nicht nehmen, und das sollten so manche Selbständige auch überlegen und auch probieren: Zwischen 14:30 und 17:00 Uhr mache ich mein Schläfchen. Mit meinem Kater am Sofa, und das jeden Tag. Zweimal im Jahr verbringe ich einen Urlaub in Griechenland, ich kann aber nicht, so wie viele andere, über 25 Jahre ins selbe Hotel fahren, da brauche ich Abwechslung. Persönliche Zielsetzung, was wollen Sie gerne erreichen? Das ist ganz schnell gesagt: Für mich ist der 1. Juni 2006 der letzte Tag. Dann wird entweder verkauft oder übergeben, dann beginnt der Ruhestand. In aller Ruhe. Das ist fix vorgeplant dann da macht auch meine Frau Schluß. Vielleicht, aber wirklich nur vielleicht während meines Ruhestandes, daß ich eine kleine Taverne in Griechenland betreibe. Es müßte eine Taverne sein, die mir höchstens 1-2 Stunden am Tag abnötigt.Haben Sie ein Lebensmotto oder ein Vorbild? Vorbilder gabs für mich nicht, denn was andere machen sind immer Imitationen und das ist nicht meines. Ich habe immer meine eigenen Ideen gehabt, habe sie zum größten Teil auch verwirklicht, auch wenn meine Frau nicht immer begeistert war. Was ich in den letzten Jahren gemacht habe, war schon eher geruhsam, und habe nur versucht immer am neuesten Stand zu sein. Welchen Ratschlag für den Erfolg würden Sie gerne an die nächste Generation weitergeben? Sie sollten nicht den Fehler machen auf den Staat zu hören, der zur Zeit versucht, viele in die Selbständigkeit zu treiben. Man braucht zur Existenzgründung eine persönliche Festigkeit und eine gute Substanz und vor allem ein vernünftiges Alter um selbständig zu sein. Die G´schicht: Vom Zeitungsverkäufer zum Millionär, die gibt es nur mehr im Kino. Man muß bedenken daß man viel Verantwortung übernehmen muß und es wird vom Start weg vollster Einsatz erwartet. Das könnte schon für viele Familien das Scheitern bedeuten, wenn ein Ehepartner die überwiegende Zeit mit dem Geschäft verbringt. Meine ehrliche Meinung: Wenn ich heute noch einmal jung wäre, würde ich es nicht mehr anstreben selbständig zu werden. Ich würde versuchen eine gut fundierte Beschäftigung in irgendeiner Branche zu bekommen und würde bis zur Pension, allerdings mit vollem Einsatz als unselbständig Erwerbstätiger meine Karriere machen.