Zum Erfolg von Ernst Sucharipa
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Das Gefühl, eine Sache gut gemacht zu haben und einen Verlauf steuern bzw. mitbestimmen zu können.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja. Mir hat beruflich fast immer alles Spaß gemacht, und ich hatte das Gefühl, etwas mitbestimmen zu können.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Viel Zufall, Freude an der Arbeit und das Erkennen neuer Möglichkeiten. Für Multilaterales, Kommunikation und internationale Organisationen fühle ich mich prädestiniert - das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. UNO-Botschafter zu werden war ein Traumziel. Ich hatte mich darauf gut vorbereitet und nach einer führenden Position in der Zentrale des Außenministeriums war diese Funktion ein logischer Karriereschritt.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Von der Uni und der Wissenschaft weg in die Diplomatie zu gehen. Diese Entscheidung traf ich aus der Selbsterkenntnis, daß mir Unterrichten zwar Spaß macht, mir wissenschaftliches Forschen aber nicht vorrangig ist.
Haben Sie Ihre jetzige Tätigkeit angestrebt? Ja. Obwohl dieser Job vor allem Management bedeutet, ist man hier der Wissensweitergabe sehr nahe. Ich habe mir auch vorgenommen, wieder selbst zu unterrichten, weil ich immer schon den Umgang mit jungen Leuten mochte.
Welche Rolle spielen Familie und Mitarbeiter?
In diesem Job ist beides wichtig. Alle internationalen Berufe setzen eine enorme Flexibilität und auch die Bereitschaft der Familie, ins Ausland zu gehen, voraus. Hier muß Teamwork gegeben sein. Meine Frau hat einen artverwandten Beruf und hilft mir beim Aufbau von Kontakten.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Wahrscheinlich als erfolgreich, vor allem wegen meines raschen Karriereverlaufes und meines Bekanntheitsgrades durch Medien und TV-Auftritte.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Einsatzfreude und sichtbares Interesse an der Arbeit sind für mich die wichtigsten Kriterien.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Mitarbeitermotivation erreiche ich durch Vorgabe meiner eigenen Leistung und durch das Übertragen von Eigenverantwortung.
Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
Wenn man von sich behaupten kann, das Optimale zum Erreichen eines Zieles beigetragen zu haben, ist es das Beste, zur Tagesordnung überzugehen. Wenn man eigene Fehler erkennt, muß man sich merken, was man falsch gemacht hat.
Woraus schöpfen Sie Kraft?
Zum Teil aus der Sicherheit des erfolgreichen Karriereverlaufs und aus dem Abschalten, auch wenn es nur für kurze Perioden ist.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung erhielt ich von Kollegen auf internationaler Ebene, wenn z.B. der Inhalt einer Rede gut ankam, aber auch in Form von Reflexionen jüngerer Mitarbeiter.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ja, verschiedene Vorgesetzte, z.B. mein erster Missionschef im Ausland, Botschafter Dr. Jankowitsch, wegen seiner Motivationsfähigkeit und Dr. Thomas Klestil als Botschafter wegen seiner Fähigkeit, Verantwortung zu übertragen und mich damit zu optimalen Leistungen zu inspirieren.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Es ist wichtig, sich in Netzwerken zu etablieren, um über persönliche Relationen zu verfügen und um Rat fragen zu können. Man soll nicht nur nach faktischem Wissen streben, sondern sich vor allem Techniken aneignen und Methoden erwerben, um bei neuen Herausforderungen schnell reagieren und die Kontrolle haben zu können. Man sollte Fähigkeiten erwerben, mit denen man sich neuen beruflichen und persönlichen Verhältnissen anpassen kann und muß zur Flexibilität bereit sein. Dazu sind permanente Energieschübe nötig.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich bin immer gern dort, wo ich gerade bin. Weitere Schritte habe ich momentan noch nicht vorausgeplant.
Ihr Lebensmotto?
Was immer man tut, soll man gern tun! Damit ist ein - nicht übertriebener - Ehrgeiz verbunden.