Zum Erfolg von Reinhilde Hohenberg
Was ist für Sie persönlich Erfolg? Der Begriff des Erfolges ändert sich im Lauf der Zeit. Heute versteht man unter Erfolg, einen Platz zu finden, in dem man seine persönlichen Bedürfnisse zufriedenstellen kann. Das umfaßt den Beruf genauso wie den privaten Bereich.Ist das Verfolgen von Zielen für Erfolg wichtig? Ich hatte mit 30 Jahren noch keine Ziele für das Alter von 50 oder 60 Jahren. Meine Ziele waren, im Beruf so zu arbeiten, daß ich meine Fähigkeiten einbringen kann.Was war Ihnen zu diesem Zeitpunkt wichtiger, Erfolg oder dessen Umsetzung? Es war der Weg. Wobei natürlich ein Ziel vorhanden sein muß, sonst gibt es keinen Weg und auch keine Herausforderung. Deswegen gefiel mir auch der amerikanische Weg, kaum etablierte ich mich in einer Position so, daß alles gut lief, kam wieder eine neue Herausforderung - in Form einer anderen attraktiveren Position.Was sind Ihre persönlichen Stärken? Es ist der Umgang mit Menschen, und zwar so, daß wir gemeinsam dorthin kommen, wohin ich will.Wie sieht Sie ihr Umfeld? Ich gehe davon aus, daß man mich als erfolgreich sieht.Warum glauben Sie das? Durch meine Karriere, und nachdem diese zu Ende war, erneut erfolgreich gewesen zu sein.Wie sehen Sie Ihre Erfahrungen und die Gewichtung zur Teamarbeit? Das Team umfaßt nicht nur eine Abteilung, sondern bezieht auch den Kunden und Geschäftspartner mit ein. Nur so kann jener Erfolg zustande kommen, der beide Teile voll befriedigt.Wie motivieren Sie Ihr Umfeld? Wenn ich und meine Mitarbeiter etwas tun, dann tun wir dies mit Begeisterung. Diese Begeisterung bringt auch eine natürliche Motivation mit sich. Es ist nicht gut, etwas zu tun, nur damit der Tag vergeht oder man einen gewissen Betrag erwirtschaftet. Was war für Ihren Erfolg ausschlaggebend? Die fachlichen Voraussetzungen sind selbstverständlich und Basis des Erfolgs. Aber auch der Umgang mit Menschen. Dabei versuche ich immer wieder, die Interessen des anderen miteinzubeziehen. Nur so kommen gute Ergebnisse zustande und ein gutes Ergebnis ist gut für beide.Haben Sie Ihre Tätigkeit angestrebt? Angestrebt habe ich meine Karriere nie, sie hat sich im Lauf der Zeit von selbst ergeben. Mein Erfolg hätte sich auch in anderen Bereichen ergeben können.Nach welchen Kriterien suchen Sie sich Ihr Umfeld aus? Man kann sich in Wirklichkeit das Umfeld nicht selbst aussuchen. Mitarbeiter, die ich bezahlen muß, kann ich mir sehr wohl aussuchen, bei Kunden ist das kaum möglich. Man kann aber, wenn man es sich leisten kann, bestimmte Aufträge ablehnen.Nach welchen Kriterien stellen Sie Mitarbeiter ein? Mitarbeiter müssen Freude an dem haben, was sie tun.Was sind die Spezialitäten ihres Unternehmens? Wir sind Dienstleister, die die Mitarbeitersuche für Kunden übernehmen. Unsere Spezialität ist, daß wir die zukünftigen Mitarbeiter so auswählen, daß sie in ein bestehendes Team passen. Fachliche Voraussetzungen sind für uns selbstverständlich. Ich kann somit erst dann mit der Mitarbeitersuche beginnen, wenn ich das Arbeitsumfeld in der Firma des Kunden persönlich kennengelernt habe.Welche Rolle spielt Anerkennung für Sie? Anerkennung ist für mich keine wesentliche Triebfeder. Sie ist aber Teil des gewünschten Ergebnisses. Gäbe es keine Anerkennung, würde man seine Aktivitäten in ein anderes Umfeld verlegen. Ich machte das aber nie. Ich gehe aber trotzdem davon aus, daß Anerkennung ein notwendiger, gewünschter Teil von mir ist.Spielen Niederlagen in Ihrer Karriere eine Rolle? Es ist nicht so, daß ich in meinem Leben nicht auch Projekte in den Sand gesetzt hätte. Ich analysiere und suche nach den Gründen für die Niederlage. Meist bleibt es nicht nur bei einem Grund, es sind fast immer mehrere. Ich unterscheide aber dann stark zwischen sachlichen und persönlichen Gründen.
Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
Um Kraft schöpfen zu können, muß ich meine Freizeit so gestalten, wie ich es jetzt praktiziere, das heißt: Landwirtschaft, Jagd und Fischerei. Dies muß keinen sehr großen Zeitraum in Anspruch nehmen, aber es muß sein. Nach zwei Stunden Unkraut jäten, fischen oder sich im Wald bewegen fühlt man sich wieder wohl.Welche Erfahrungswerte haben sie mit der Doppelbelastung als Frau? Ich war vor einigen Jahrzehnten in einem Alter, wo die Doppelbelastung sehr brutal waren. Damals war es nicht populär, daß sich eine Frau gleichzeitig mit Familie, Beruf und Privatleben auseinandersetzte. Damals durften die Frauen zwischen Karriere oder Privatleben entscheiden. Wenn man sich für beides entschied, wurde man ziemlich allein gelassen. Nachdem ich mich bereits damals für Familie, Beruf und Privatleben entschied, hatte ich oft ein schlechtes Gewissen.Persönliche Zielsetzung, was wollen Sie gern erreichen? Im Moment befasse ich mich energisch mit meinen Aufgaben als Personal-Dienstleister.Welchen Ratschlag für den Erfolg würden Sie gern an die nächste Generation weitergeben? Wichtig ist: Flexibilität. Das, was man studiert hat und das, was man glaubt erreichen zu wollen, soll Basis sein. Dann sollte man flexibel sein.