Zum Erfolg von Omar Besim
Was verstehen Sie unter Erfolg? Wenn man sein Unternehmen aufrecht erhalten möchte, ist es von Nutzen ein Brainstorming durchzuführen und auch den Weg festlegen, wohin man geht. Man muß sich überlegen, was man tun möchte, wo steht man selbst und wie schaut das Profil des Unternehmens aus. Weiters stellt man sich die Frage, welche Kunden man ansprechen möchte. Schließlich kann man nur einen Weg gehen, diesen aber konsequent. Wenn man sich dessen bewußt wird, ist man schon auf dem Weg zum Erfolg. Um dies zu erreichen, gehört nicht nur Fachwissen, sondern auch eine dementsprechende Planung. Mein Großvater hat noch aus dem Bauch heraus entschieden, dies ist heute ein Ding der Unmöglichkeit. Fingerspitzengefühl ist neben der nüchternen Realität sehr gefragt.Wie gehen Sie mit Rückschlägen um? Es ist von Vorteil, wenn man eine Art von Schlachtplan bereits in der Lade hat, das heißt man ist vorbereitet, wenn dies oder jenes eintreffen sollte.
Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
Ich glaube, daß die Erziehung hier maßgeblich beteiligt ist, in einem Familienbetrieb, welcher 1946 gegründet wurde, wächst man damit auf. Wichtig ist, daß man Spaß und Freude an der Arbeit hat und es gilt auch die Mitarbeiter zu motivieren.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Motivation ist etwas persönliches. Zum Erfolg gehören Mitarbeiter, und die Motivation kann nur durch persönliche Gespräche erfolgen. Jeder Mitarbeiter kann mit seinen Problemen und Wünschen zu mir kommen bzw. ich komme auf ihn zu. Wir sehen, daß dies funktioniert, denn auch unsere ehemaligen Mitarbeiter, welche bereits in Pension sind, kommen, wenn Bedarf ist, noch immer gern zu und helfen wenn Not am Mann ist. Dies ist der beste Beweis für ein ausgezeichnetes Betriebsklima und zeigt, daß sich die Mitarbeiter wohlgefühlt haben.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja, wir haben es geschafft. Wir sind das einzige Unternehmen in der Teppichbranche, die eine Marke vertreibt. Teppichkauf hat sehr viel mit Vertrauen zu tun und wir haben eine Marke aufgebaut, die auch der Verbraucher kennt und schätzt, darauf sind wir stolz.Wie sehen Sie die Situation mit den Mitbewerbern? Die Konkurrenz im Orientteppichgeschäft gibt es in verschiedensten Formen, wie z.B. jene Möbelhäuser, die für uns keine große Konkurrenz sind, weil sie eine andere Art von Teppichen anbieten. Zu uns kommt man, wenn man hohe Qualität haben möchte oder wenn man etwas besonderes haben möchte. Dann gibt es Fachgeschäfte, solche die auf- und zusperren, welche aber nicht zu den seriösen Geschäften gehört. Die andere Konkurrenz sind die seriösen Fachgeschäfte, dies ist eine Konkurrenz, aber die Konkurrenz kurbelt das Geschäft an.Wie sehen Sie die Bereiche Privatleben und Beruf? Ich trenne extrem, das heißt wenn ich nach Hause komme, möchte ich abschalten. Die Familie steht bei mir an erster Stelle. Besonders die Zeit für meine Familie hat einen hohen Stellenwert für mich, denn schließlich ist man viel unterwegs und im Geschäft. Deshalb wird die Zeit mit der Familie auch genossen und sehr intensiv genutzt. Privatleben ist ganz wichtig für mich.Gab es Vorbilder? Ja, mein Großvater und mein Vater. Mein Großvater Adil Besim (Adolf Böhm) hat mich fasziniert, denn er hatte den Mut 1946 ein Teppichgeschäft zu eröffnen. Mein Vater hat den Betrieb in kurzer Zeit ausgebaut und heute haben wir fünf Niederlassungen sowie eine Wäscherei, eine Reparaturwerkstätte, ein Geschäft am Graben und in der Dorotheergasse.Von wo bekommen Sie Anerkennung? Anerkennung tritt dann ein, wenn der Kunde kauft, denn er bringt mir sein Vertrauen entgegen. Wir haben einen hohen Stammkundenanteil und dieser setzt voraus, daß erstklassige Qualität angeboten wird und somit auch der Kunde zufrieden ist. Wir leben nicht von einmaligen Geschäften, sondern von Stammkunden. Der Kunde soll jenen Teppich bekommen, den er möchte, unabhängig vom Preis, denn der Teppich sieht der Kunde jeden Tag in seiner Wohnung, somit muß er sich damit identifizieren.
Ihre Ziele?
Wir wollen die Strategie so weiterführen wie bisher. Eine Expansion kommt für uns nicht in Frage, weil wir in allen Bundesländern vertreten sind, außer im Burgenland und in Vorarlberg. Wichtig sind für uns die nächsten zwei bis drei Jahre, denn dann wird sich entscheiden, wer in dieser Branche am Markt bleibt und wer nicht.