Zum Erfolg von Josef Vösl
Welche Faktoren zeichnen für Ihren Erfolg? Ich war immer sehr engagiert, nach vor drängeln darf man sich aber in unserem Bereich nicht. Damit erreicht man gar nichts. Ich bin ein sehr ruhiger und ausgeglichener Mensch und versuche auf menschliche Art immer meine Ziele zu erreichen.Wie definieren Sie Erfolg? Erfolg ist dann gegeben, wenn für möglichst viele Menschen, viel Positives erzielt wird. Ich definiere Erfolg sicher nicht an materiellen Dingen, obwohl ich durchaus weiß, daß man Geld braucht. Das Ziel soll jedoch nicht sein, immer mehr zu schöpfen, sondern wir müssen das, was wir erwirtschaften, immer wieder in die Gesellschaft zurückfließen lassen. Erfolg messe ich an der Freude der Menschen, an dem Umgang der Menschen miteinander und an der Verbreitung der Botschaft Jesus Christi.Welche Ziele verfolgen Sie? Wir haben ein großes Ziel bzw. Strategiesetzung. Die Mitglieder werden deutlich weniger, so daß wir alle Werke umstrukturieren müssen. Wir werden in Zukunft sicher mehr mit öffentlichen Stellen kooperieren müssen. Das Erziehungssystem der Prävention ist in unserem Gedankengut sehr stark verankert. Denn schon Don Bosco hat als junger Priester Jugendliche in Gefängnissen betreut und da wurde ihm vor Augen geführt, daß es in diesem fortgeschrittenen Alter schon zu spät ist. Man muß vorher bereits etwas tun und gefährdete Jugendliche frühzeitig, vor Begehen einer Straftat schon betreuen.Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft, Ihre Energie zum Erfolg? Aus der Ordensgemeinschaft selbst schöpfe ich viel Kraft, aus meiner religiösen Überzeugung, von Gott erhalte ich meine größte Energie für mein Leben. Welche Ratschläge geben Sie weiter? Jeder einzelne definiert Erfolg anders. Um so erfolgreich zu sein wie ich, also nicht im materiellen Sinne, kann ich eigentlich nur die christlichen Grundwerte und Tugenden weitergeben, nämlich Klugheit, Mäßigkeit, Starkmut, Geduld, Glaube, Hoffnung, Liebe. Lebt man nach diesen Werten, dann wird der einzelne Mensch sozial fähig und menschlich sehr erfolgreich sein. Natürlich ist eine gute Ausbildung auch von Nöten, das ergibt sich aus der Klugheit.Wie begegnen Sie Niederlagen? Da muß ich viel Ausdauer und Gelassenheit besitzen und Beharrlichkeit, damit ich sie überwinden kann. Kann ich sie nicht überwinden, muß ich eventuell einen Umweg nehmen, um an mein Ziel zu kommen. Niederlagen sind aber auch wichtig, da man viel aus ihnen lernen kann. Zur Bewältigung einer Niederlage brauche ich aber immer eine Bezugsperson, mit der ich reden und hinterfragen kann, warum eine Niederlage passiert ist. Solche Bezugspersonen sind besonders auch für junge Menschen sehr wichtig. Denn oft ist heute niemand da, der ihnen in ihren Nöten zuhört und hilft.Hatten Sie ein bestimmtes Motto oder eine Lebensphilosophie? Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. Die Gedankenanstöße habe ich mir immer bei Don Bosco geholt. Einer davon stammt aus dem alten Testament: Herr gib mir Menschen! Damit meint er, daß das Wichtigste auf der Welt die Menschen sind, für die ich da sein möchte. Alles andere, wie materielle Dinge, sind unwesentlich.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ich kann sagen, daß ich in meinem Leben viel erreicht habe, damit meine ich aber nicht materielle Dinge, sondern die innere Zufriedenheit, und zwar dadurch, daß ich mir meinen Lebenstraum erfüllt habe, nämlich Priester zu werden.