Zum Erfolg von Kurt Durnwalder
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Beruflicher Erfolg ist durch den Kunden definiert. Ich fühle mich erfolgreich, wenn ich ein Problem zur Zufriedenheit des Kunden lösen kann. Dazu bedarf es fachlicher Kompetenz und eines hohen Verständnisses für den Kunden und seiner Anliegen; ich muss verstehen können, was der andere möchte.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich lasse meinen Erfolg durch den Kunden definieren: wenn er zufrieden ist, sehe ich mich als erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich versuche zu erkennen, was der Kunde benötigt. Am Beginn der Achtziger Jahre sind viele Trainingsinstitute zusammengebrochen und das Angebot ist zurückgegangen. In dieser Phase habe ich das Unternehmen erfolgreich aufgebaut, weil wir kein Standardprodukt angeboten haben, sondern individuelle Lösungen gefunden haben. Die individuellen Lösungen, die notwendig waren, um auf Markterfordernisse richtig zu reagieren, waren die wesentlichen Eckpfeiler unseres Erfolges.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich bin der Ansicht, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, eine Geschäftsführerposition anzulegen. Sehr oft kommt es in unserer Branche vor, dass man sehr stark im operativen Bereich tätig ist, d.h. sie verkaufen sich selbst. Es gibt aber kein allgemein gültiges Rezept für die Praktizierung einer Geschäftsführerposition.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Eigentlich keine bestimmte Person. Ich habe die Chance erhalten, in diesem Metier zu arbeiten, wobei ich sehr schnell feststellte, dass diese Tätigkeit mir großen Spaß und Freude bereitet.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Mein Grundprinzip lautet: Wenn der Job keinen Spaß und Freude bereitet, dann ist es der falsche Job. Wenn man mit Freude seine Aufgaben erledigt, dann kommt auch die Anerkennung.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Neben der fachlichen Kompetenz zählen hohe Kundenorientierung und soziale Kompetenz. Von Vorteil wäre, wenn der oder die Bewerber(in) bereits in anderen Branchen, Erfahrung sammeln konnte.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich versuche, meine Mitarbeiter sehr eigenständig agieren zu lassen. Meine Aufgabe besteht darin, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Mitarbeiter entwickeln und ihrer Aufgabe nachkommen können.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Mitbewerber gibt es sehr viele. Die nächsten Jahre werden aber nur jene Unternehmen in dieser Branche überleben, welche erstklassige Qualität anbieten. Unsere Strategie ist es nicht über den Preis zum Geschäft zu kommen, sondern durch genaue Analyse der Kundenbedürfnisse.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Im Rahmen unserer Tätigkeit richten wir unseren Fokus auf das Fachgebiet Talentmanagement. Dahinter verbirgt sich unter anderem die Aufgabe, Führungspotential bei den einzelnen Personen zu entwickeln und zu forcieren. Das Thema Talentmanagement wird auch zukünftig noch von großer Bedeutung sein, weil für den unternehmerischen Erfolg meistens fünf bis zehn Prozent der Unternehmensbelegschaft verantwortlich zeichnen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Es gibt eine klare Trennung zwischen den beiden Bereichen. Ich bin zu Hause grundsätzlich beruflich nicht erreichbar, verbringe aber so manchen Abend in Gesellschaft eines Kunden.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Als Trainer sollte man eine klare Motivation haben und sich darüber bewußt werden, warum man diesen Beruf ausüben möchte. Wenn jemand kein ausgesprochenes Motiv für diese Tätigkeit hat, ist er sicherlich nicht der richtige Mann bzw. die richtige Frau für diesen Job. Er muß Interesse daran haben, sich selbst zu entwickeln. Dabei darf er nicht im Mittelpunkt stehen, sondern muss in der Lage sein, sich auch zurückzunehmen. Kreativität, unternehmerisches Denken und der Wille anderen Menschen zu helfen sind Faktoren, die für einen erfolgreichen Start in unserer Branche von großer Bedeutung sind. Ebenso ist es von Vorteil eine rasche Auffassungsgabe zu besitzen und mit Neugierde an die Aufgabenstellungen heranzugehen. Die Praxis zeigt, dass permanentes Lernen in diesem Berufsbild notwendig ist, denn bei jedem neuen Auftrag gilt es sich mit der jeweiligen Branche auseinanderzusetzen und darüber hinaus auch die Firmenkultur des Unternehmens kennenzulernen. Da unsere Branche qualifizierten Nachwuchs benötigt und die Zukunftsaussichten ausgezeichnet sind, kann ich unsere Branche Neuen nur empfehlen. Interessant finde ich, dass sich mehr Frauen als Männer für unser Metier interessieren. Ich vermute, dass die Arbeit mit Menschen mehr Frauen, als Männer anspricht und karriereorientierte Männer in anderen Branchen besser aufgehoben sind. Der junge Mitarbeiter wird am Beginn mit leichten administrativen Arbeiten konfrontiert und lernt die Praxis durch Begleiten eines Beraters kennen. Wie bereits erwähnt, wäre es ideal eine mehrjährige Erfahrung in einer anderen Branche zu erwerben, wobei ich den HR-Bereich ausschließe. Konzerngeprägte Mitarbeiter tun sich in der Beratungsbranche schwer, und zwar deshalb, weil sie zum Großteil „verbeamtisiert“ wurden, bedingt durch große und straffe Strukturen. In unserer Branche ist das Gegenteil gefragt: Individualität, Gestaltungsfreude, Kundenorientiertheit und ausgeprägtes kommunikatives Verhalten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Die positive Entwicklung des Unternehmens weiterhin zu forcieren und die Marktpräsenz zu festigen. Zurzeit haben wir Filialen in BRD, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Serbien sowie Kooperationen in Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien im Baltikum, Ukraine, Russland und der Türkei.