Zum Erfolg von Maria Nievoll
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist die Verwirklichung der eigenen Vorstellungen und Talente, sowie die gute Zusammenarbeit mit Partnern, die die selben Interessen verfolgen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, denn ich kann jenen Beruf ausüben, den ich studiert habe und bin in meinem Arbeitsumfeld sehr glücklich. Ich kann unabhängig von anderen existieren und freue mich, daß ich mein Kind studieren lassen kann.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Wesentlich war, daß mich meine Eltern studieren ließen, was bei einem Mädchen vom Bauernhof mit sieben Geschwistern ja nicht selbstverständlich ist. Dann natürlich meine Fleiß, sowie mein Bestreben, die richtigen Menschen kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten und mein Auslandsaufenthalt. Eine große Motivation ist für mich, Menschen zusammenzubringen und Sprachbarrieren zu überwinden.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Am Anfang meiner beruflichen Karriere arbeitete ich mit einer Kollegin zusammen, die ausschließlich die finanzielle Seite in den Vordergrund gestellt hat. Da für mich andere, vor allem menschliche Werte aber auch sehr wichtig sind, habe ich mich von ihr getrennt.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Imitation ist als Voraussetzung für das Erlernen einer Sprache unumgänglich. Die Erarbeitung eigener Sachgebiete, wie etwa der Kunst oder Technik kann jedoch durchaus auch zu einer schöpferischen Tätigkeit werden.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Vor allem die Kunst- und Architekturszene in Graz. Dann natürlich meine Eltern, da sie mir das Studium ermöglichten, sowie meine Lehrer am Dolmetschinstitut, vor allem Prof. Reihnagl.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Vor allem das permanente gegenseitige Unterbieten. Wir sind leider nicht so gut organisiert, wie wir es gern hätten, es gibt keine wirkliche Lobby. Dazu gibt es eine starke Konkurrenz und einen großen Kundendruck, das Übersetzen muß immer schneller gehen. Daneben müssen wir aber ständig dazulernen, um am aktuellen Stand zu sein.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich denke, daß man mir hohe Kompetenz zuerkennt, besonders in den Gebieten Kunst und Architektur.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ich teile meine Räumlichkeiten in einer Bürogemeinschaft mit einer Dolmetschkollegin, Mag. Susanne Baumann, sowie einer Bilanzbuchhalterin, was die Fixkosten stark reduziert. Daneben beschäftige ich freie Mitarbeiter.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wichtig ist mir ein abgeschlossenes Studium, sowie Interesse und Flexibilität. Wesentlich ist auch, daß sie als Übersetzer beide Sprachen - sowohl die Muttersprache, als auch die Fremdsprache - gut beherrschen, was nicht selbstverständlich ist.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich denke, in erster Linie über gute Bezahlung. Interesse und Freude, etwa am gemeinsamen Recherchieren, ist jedoch auch sehr wesentlich.Worin liegen die Stärken Ihres Unternehmens? Eine unserer Stärken liegt sicher in der Tatsache, daß wir eine Bürogemeinschaft bilden. Wir können uns die Investitionen teilen und uns sehr schnell austauschen. Wir besitzen dabei großes Know-how in den Bereichen Kunst, Architektur und Technik.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Die beiden Bereiche greifen ineinander. Ich war früher sieben Jahre bei meiner Tochter zu Hause und habe dort übersetzt. Aber auch nach dem vollen Einstieg in das Berufsleben hat sich beides gut vereinbaren lassen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Meine Weiterbildung erfolgt kontinuierlich. Ich fahre oft nach Frankreich und lese sehr viel.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich rate jungen Unternehmern, sich zusammenzuschließen, sich mehr auszutauschen und Gemeinschaften zu bilden, um Synergieeffekte zu nutzen. Das Berufsbild ändert sich ständig, da ist auch Weiterbildung ganz wesentlich.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte in den USA wieder einmal einen Englisch-Sprachkurs besuchen. Weiters möchte ich unsere Homepage ausbauen und das Unternehmen bekannter machen.