Zum Erfolg von Herbert Waltersam
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg zu haben hängt immer damit zusammen, wie hoch man sich die Latte legt. Für mich bedeutet Erfolg, dieses Unternehmen mit finanziellem Gewinn zu führen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Da der Begriff Erfolg selbst so dehnbar ist, fühle ich mich in manchen Belangen erfolgreich – im Vergleich zu sehr erfolgreichen Menschen, wie etwa Bill Gates, bin ich natürlich nur ein “kleiner Fisch“. Grundsätzlich sehe ich mich in meinem Bereich als durchaus erfolgreich, es kommt eben immer darauf an, an wem man sich mißt.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich versuche, meine Kunden persönlich zu betreuen und lege großen Wert darauf, eine Vertrauensbasis zu ihnen aufzubauen. Langfristige Kundenbindung ist mir sehr wichtig, mein Logo lautet nicht umsonst „Ihr freundlicher Installateur“. Ich konnte einen bereits bestehenden Kundenstock übernehmen, das Unternehmen war aber im näheren Umkreis als zu teuer verschrien und ich mußte dieses Terrain zurückerobern. Dies gelang mir durch Postwurfsendungen und Werbeeinschaltungen, in denen ich mich persönlich vorstellte und die Übernahme der Firma bekannt gab. Ich bin via Handy permanent für meine Kunden erreichbar und glaube, daß dies sehr wichtig ist. Wenn es zu Notfällen, etwa zu Gasgebrechen, kommt, kann ich schnell und flexibel agieren, das verschafft mir vor allem im Winter einen guten Namen, da meine Kunden nicht lange warten müssen, um wieder warmes Wasser zu haben.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung besteht für mich vor allem in den positiven Rückmeldungen zufriedener Kunden, solches Lob gebe ich auf jeden Fall an die jeweiligen Mitarbeiter weiter.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Da der Staat derzeit fast keine, oder zu lange Wartezeiten für geförderte Projekte bzw. Zuschüsse für neue oder revitalisierende Projekte zur Verfügung stellt, sind auch die großen Installationsfirmen gezwungen, kleinere Projekte und Arbeiten durchzuführen. Dadurch leidet die Auftragslage für uns kleine Betriebe erheblich.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter spielen eine wesentliche Rolle, vor allem meine Frau, die im Verkauf arbeitet. Ich kann mich hundertprozentig auf sie verlassen und freue mich über eine sehr gute Zusammenarbeit.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Freundlichkeit und Sauberkeit sind mir sehr wichtig, auch müssen meine Mitarbeiter fachlich kompetent sein und qualitativ hochwertige Arbeit leisten. Ich muß mich auf sie verlassen können und erwarte nicht zuletzt die Bereitschaft, eigenverantwortlich zu agieren.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Mitarbeitermotivation ist sehr wichtig – mein Vorgänger beschränkte sich darauf, zu Weihnachten kleine Geschenke zu verteilen. Ich beschenke meine Mitarbeiter auch zum Geburtstag und motiviere sie vor allem mit finanziellen „Zuckerln“. Auch ist es kein Problem, wenn jemand unvorhergesehen einen Urlaubstag braucht.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich glaube, daß unsere Zusammenarbeit von gegenseitigem Respekt geprägt ist und lege im allgemeinen großen Wert auf eine flache Hierarchie. Ein kollegiales Arbeitsverhältnis ist mir sehr wichtig und ich denke, daß mich meine Mitarbeiter als sehr umgänglichen Vorgesetzen kennen und schätzen.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir sind in allen Bereichen dieser Branche tätig und leisten ganz einfach gute Arbeit; egal, ob es sich um Installationsarbeiten für ein ganzes Haus handelt oder den simplen Tausch einer Dichtung. Wir verlassen den Arbeitsplatz so, wie wir ihn vorgefunden haben; das heißt, wenn wir stemmen, verputzen wir anschließend auch und ersetzen eventuell beschädigte Fliesen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich kann die beiden Bereiche nicht exakt trennen, weil meine Frau ebenfalls im Betrieb arbeitet. So hoffe ich, daß es aufgrund dessen, daß wir uns ständig sehen, nicht irgendwann einmal zu Auseinandersetzungen kommt. Früher gelang es mir besser, Beruf und Privatleben zu trennen, weil ich mich den ganzen Tag über freute, nach Hause zu kommen und meine Familie zu sehen. Wir versuchen allerdings, zu Hause nicht über das Unternehmen zu sprechen, wenn ich mir Arbeiten mitnehme, erledige ich sie in einem eigens dafür geschaffenen Raum.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich bilde mich laufend weiter und absolviere zahlreiche Kurse, auch besuche ich viele Vorträge.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich rate der jungen Generation meiner Branche, nicht auf das Handwerk zu vergessen. Wenn man gute Arbeit leistet, kann man in diesem Beruf sehr erfolgreich werden. Wesentlich ist dabei die Bereitschaft, sich (fachlich) weiterzubilden, dann kann man die Meisterprüfung absolvieren und sich letztlich selbständig machen. Dieser Schritt sollte allerdings wohlüberlegt und erst nach einer fundierten Praxis, in der man viel Erfahrung sammeln kann, erfolgen.