Zum Erfolg von Gabriele Priglinger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ein gesetztes Ziel zu erreichen. Auch die Erreichung von kleinen, persönlichen Zielen ist für mich Erfolg. Erfolg bedeutet für mich innere Zufriedenheit.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend für meinen Erfolg waren meine Arbeitskraft, mein Einsatz und meine Bereitschaft, extrem viel zu arbeiten.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich brauche sie, sonst wird mir langweilig. Viel Arbeit fördert meine Kreativität.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Rein auf den Beruf bezogen, denke ich nicht, daß es für eine Frau schwieriger ist, denn wenn man in seinem Bereich gut ist, setzt man sich auch als Frau durch. Ich würde sagen, daß ich als Frau teilweise sogar gewisse Vorteile habe, weil ich mit Herzlichkeit oft mehr erreiche.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Es wird mir erst langsam bewußt, daß ich erfolgreich bin. Nach fünf, sechs Jahren stellte ich fest, daß ich mir mehr leisten könnte. Für mich ist das Leben jetzt, wo ich mich persönlich als erfolgreich einstufe, nicht anders als vorher.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Das letzte Mal entschied ich erfolgreich, als ich am Pöstlingberg zu meinem Mann „Ja“ sagte. Den Grundstein für meinen Erfolg legte ich vor zwölf Jahren, als ich das Geschäft eröffnete.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Ich denke, es ist die gute Mischung von beiden. In meinem Beruf muß ich diverse Modetrends imitieren, die vorgegeben sind. Originalität beweise ich in dem, was ich einem Kunden biete, wie ich mich selbst verkaufe, wie ich meine Internetseite gestalte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung erfahre ich durch meine Kundinnen, die teilweise eine Woche oder zehn Tage vorher anrufen, um einen Termin bei mir zu erhalten. Anerkennung bekomme ich aber auch im Privaten, wenn mein Mann mich lobt. Anerkennung erfahre ich aber auch durch meine Mitarbeiter, wenn sie sich beispielsweise dafür bedanken, auf ein Seminar geschickt worden zu sein. Das ist zwar keine Anerkennung meiner Leistung, aber meiner Entscheidung. Anerkennung ist für mich die beste Motivation.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche ungelöst? Ein großes Problem ist das Gegeneinander der meisten Friseuren. Gerade der Friseurbereich ist ein Bereich, in dem es sehr viele Geschäfte gibt. Wenn man eine gewisse gemeinsame Basis schaffen könnte, würde man viel mehr erreichen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Meine Mitarbeiter kennen mich und wissen, daß sie fast alles von mir haben können. Teilweise halten sie mich für ein „Arbeitstier“, und haben wohl manchmal das Problem, daß ich von ihnen gleiches fordere. Sonst sehen sie mich - glaube ich - als normalen Menschen mit Stärken und Schwächen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Entscheidend sind für mich Sympathie, Auftreten, Können und der erste Eindruck. Sie muß auch ins Geschäft passen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Durch Anerkennung, Eigenverantwortung und Fairneß. Ich stelle sie nie vor Kunden bloß, sondern kritisiere sie nur unter vier Augen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Stärken sind Kundenbezogenheit, Service, Beratung, Freundlichkeit und Herzlichkeit gegenüber unseren Kunden. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich würde nie jemanden schlecht machen oder anlügen, und ich hoffe, daß sich die Konkurrenz mir gegenüber genauso verhält.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Inzwischen geht es mir besser damit, Beruf und Privatleben zu vereinbaren, aber die ersten sechs, sieben Jahre war es nicht leicht. An meinem Beruf scheiterte eine Beziehung, weil mein damaliger Freund mit der Situation nicht zurechtkam. Erst mein jetziger Mann, den ich seit vier Jahren kenne, kann damit umgehen, weil er selbst sehr viel arbeitet. Er akzeptiert meinen 100%igen Arbeitseinsatz. Ich habe viele Kundinnen, zu denen ich ein freundschaftliches Verhältnis habe, dadurch vermischen sich Beruf und Privatleben.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Fortbildung ist absolut notwendig. Ich verwende durchschnittlich drei, vier Wochenenden pro Jahr dafür, dazu kommen zahlreiche kleinere Veranstaltungen. Einmal pro Jahr fliege ich ins Ausland, um ein Seminar zu besuchen. Ich brauche das auch für mich selbst als Motivation. Durch Auslandserfahrungen bekomme ich einen anderen Blickwinkel. Gerade in einem Land wie Frankreich hat mein Beruf einen ganz anderen Stellenwert, weil der Friseur eher als Künstler und nicht wie bei uns als Handwerker definiert wird.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Sei immer so zu den Leuten, wie du willst, daß die Leute zu dir sind.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte mit 55 Jahren in Pension gehen.
Ihr Lebensmotto?
Ich bezeichne mich selbst als Sonnenkind.