Zum Erfolg von Johann Heinrich Wallner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, die richtige Balance zwischen dem Berufsleben als Unternehmer sowie als Funktionär in verschiedensten Vereinen und Institutionen und einem erfüllten Privatleben zu finden. All das unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer leicht und funktioniert nur durch den Rückhalt der Familie.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, in geschäftlicher Hinsicht konnte ich das Mögliche erreichen – nach mehr zu streben ist legitim. Politisch war es nicht unbedingt mein Traum, Bürgermeister zu werden oder andere höhere politische Weihen zu erfahren, aber es ergab sich eben so. Als Bürgermeister einer Gemeinde mit rund 700 Einwohnern konnte man keine Berge versetzen, aber hin und wieder doch Positives bewirken.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Lernwille, Durchsetzungskraft, eine ausgeprägte Persönlichkeit und unternehmerisches Denken in allen Bereichen und Karrierestufen. Durch meine diversen Aktivitäten ist es mir gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, das mir immer wieder zugutekommt. Von Bedeutung ist die kommunikative Bereitschaft, mit Leuten zu reden und auf sie einzugehen. Man muss sich den Menschen – Kunden anpassen und nicht versuchen diese zu ändern!
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Aus vielen Entscheidungen möchte ich einige hervorheben. Es war zum Beispiel die Entscheidung, nach Wien zu pendeln und mich weiterzubilden, die mir ermöglichte, größere Verantwortung zu übernehmen beziehungsweise in leitende Funktionen aufzusteigen. Weiters war es die Entscheidung, mich selbständig zu machen, die mir meine Stärken bestätigte.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
In den achtziger Jahren während meiner Zeit bei der VAMED hatte ich mit Herrn Heilmann nicht nur einen wunderbaren Kollegen, sondern auch einen Lehrmeister und väterlichen Freund. Von ihm lernte ich, mit allen Menschen - unabhängig von Rang und Namen - Gespräche führen zu können und ihnen auch zuzuhören. Uns verbindet noch heute ein freundschaftlicher Kontakt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Es ist sicher eine Form der Anerkennung, von diversen Vereinen und Organisationen in maßgebliche Funktionen berufen zu werden. So bin ich beispielsweise seit vielen Jahren gewähltes Ausschussmitglied der Elektrikerinnung im Burgenland sowie seit Anfang 2007 bestelltes Ausschussmitglied im Fachverband der Ingenieurbüros Burgenlands. Die Funktion eines gewählten Ausschussmitgliedes im Bundesfachverband der Ingenieurbüros nehme ich seit 2015 wahr. 2006 wurde mir das Ehrenzeichen des Landes Burgenland verliehen und 2009 wurde ich mit dem Titel „Kommerzialrat“ ausgezeichnet.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Digitalisierung stellt nicht nur für die Ingenieurbüros ein Problem dar, sondern darüber hinaus auch für viele andere Branchen. Wissen und Knowhow wird durch Digitalisierungsvorgänge in unzähligen Formen, welche dokumentiert werden müssen, für viele Mitmenschen zugänglich gemacht, wobei zu befürchten ist, dass die Kreativität des Planers verloren geht. Den Umfang der Problematik kann man zurzeit noch nicht abschätzen. Meiner Ansicht nach, ist dabei auch das sogenannte -letzte Wort- noch nicht gesprochen. Hier gilt es, besonderes Augenmerk auf die zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen zu richten.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen eine wesentliche Rolle, denn sie sind das Aushängeschild des Unternehmens, diejenigen, die beim Kunden vor Ort bewertet werden. Die unternehmerische Führung ist notwendig, aber da die Aufgaben sehr komplex sind, brauche ich Mitarbeiter, die diese bewältigen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich bevorzuge Mitarbeiter, die mir in gewisser Hinsicht ähnlich sind - in puncto unternehmerischem Denken, Wertvorstellungen oder Handlungsweisen. Die fachliche Kompetenz muss vorhanden sein, ebenso dementsprechende Zeugnisse. Weiters ist es notwendig, ein eingehendes persönliches Gespräch mit dem Bewerber zu führen, um ihn näher kennenzulernen, wobei ich auf unternehmerisches Denken, eigenes, verantwortungsvolles Tun und Handeln großen Wert lege. Leider kommt es immer wieder vor, dass bei Bewerbungsgesprächen auch viele -Blender- vor mir sitzen, welche leider meine Zeit ungebührlich in Anspruch nehmen. Aber es gibt auch Bewerber, die voll und ganz meinen Vorstellungen entsprechen.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
In unserer Branche herrscht ein starker Konkurrenzdruck, welcher weniger auf den technischen Bereich zurückzuführen ist, als auf den finanziellen Part. Tatsache ist, dass viele Fachkräfte in die Selbständigkeit wechselten, was dazu führte, dass mit Dumpingpreisen um den Auftrag gekämpft wird. Dass dabei die Qualität auf der Strecke bleibt, bemerken die Kunden erst dann, wenn es im Laufe der Zeit zu Problemen kommt. Ebenso zeigt es sich immer wieder, dass bei den "jungen Selbständigen" der Wissensstand einerseits und andererseits die Tragweite der Handlungen nicht in jenem Umfang vorhanden sind, wie bei alteingesessenen Unternehmen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Stärke liegt in allen unseren Mitarbeitern, die große praktische Erfahrung haben. Unsere Kunden sind von unserer Fachkompetenz überzeugt. Elektroplanungen von der Trafostation bis zur Steckdose, Nachrichtentechnik und IT-Verkabelungen sind die Schwerpunkte unserer Tätigkeit. Durch die Gründung einer Schwesterfirma wird auch der komplette Bereich -Heizung, Lüftung, Klima, Kälte und Sanitär- abgedeckt. Unsere Auftraggeber bekommen eine kompetente und nachhaltige Leistung, welche ihren Wertevorstellungen entspricht. Diese Philosophie stellt für uns kein Schlagwort dar, sondern wird tagtäglich gelebt! Dass unsere Leistung sehr geschätzt wird, zeigt sich in mehreren Fällen, wo Auftraggeber nach jahrelanger Zusammenarbeit zu einem Mitbewerber wechselten und auf Grund zahlreicher Probleme wieder zu uns reumütig zurückkehrten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Wie bereits angesprochen, übe ich neben meiner beruflichen Tätigkeit noch eine Vielzahl von Funktionen aus. Dies führt dazu, dass ich mich am Wochenende einen Teil meiner Freizeit für gemeinnützige Aktivitäten widme, was auch sehr zeitaufwendig ist. Meine Familie lebt zum Teil in Niederösterreich, Kärnten und im Burgenland. Meine Frau ist über mein Engagement auch nicht immer glücklich, andererseits aber stolz auf mich. Ich bin kein Mensch, der die Hände in den Schoß legt – ich schöpfe Kraft, wenn ich ein berufliches oder privates Projekt erfolgreich umsetzen kann. Der Kick des Erfolges verleiht mir Kraft und Motivation für neue Herausforderungen, das ist ein ständiger Kreislauf.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man muss selbst aktiv und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, denn in den Schoß fällt einem nichts. Die Wirtschaft kann sich Mitläufer nicht mehr leisten, diese werden über kurz oder lang ausgesiebt. Meine Empfehlung ist: Mit Tatkraft und Engagement an seine Aufgaben herangehen, mit Zaudern und Zögern kann man nicht bestehen. Außerdem muss man die Größe haben, sich Fehler einzugestehen und Konflikte vernünftig und fair auszutragen. Als Jugendlicher brachte man mir bei, dass Geradlinigkeit, Hausverstand und Respekt vor dem Mitmenschen, wesentliche Parameter sind, um seinen Weg erfolgreich zu beschreiten. Erst in späteren Jahren verstand ich, was meine Mutter damit meinte. Wenn man in meinem Metier erfolgreich seine Zukunft gestalten möchte, sollte kompetentes und umfangreiches Fachwissen und Ausbildung vorhanden sein. Ebenso Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen. Unabhängig davon, welche Position oder Funktion man ausübt, sollten gepflegte Umgangsformen nicht vernachlässigt werden. Die Zukunft in meiner Branche sehe ich für Mitmenschen, welche obgenannte Parameter mitbringen, als durchaus positiv an.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine Ziele liegen darin, die Firma weiter zu etablieren, Vertrieb und Kundenpflege zu intensivieren und langfristig einen Stellvertreter – Nachfolger für mich als Entlastung und die Betriebsübernahme aufzubauen.
Ihr Lebensmotto?
Ich lebe nach dem Motto der drei K: Konstruktiv, Konsequent, Kompetent! Das sind Werte, die Bestand haben.