Zum Erfolg von Karl Theuer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich teile Erfolg in subjektiven und objektiven Erfolg. Objektiver Erfolg ist der, welcher nach außen sichtbar wahrgenommen wird, subjektiver Erfolg betrifft die eigene Persönlichkeit. Nur dieser führt zu einem guten Selbstwert- und Glücksgefühl. Man läuft immer Gefahr, nur objektive Erfolge anzustreben. Die innere Zufriedenheit resultiert jedoch nur aus zweiterem.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich fühle mich erfolgreich, wobei ich jedoch stets meine Grenzen austeste. Ich versuche meine Persönlichkeitsentwicklung vernünftig zu gestalten und keine zu großen Sprünge zu machen, die mich in eine instabile Lage bringen würden. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend war sicherlich meine Eigenschaft, gut zuhören zu können. Fachliches Basiswissen ist ein wichtiger Faktor und ein gewisses Fundament. Für die Teamarbeit sind Geduld und die Fähigkeit zu erkennen, wo Besonderheiten und Grenzen der Mitarbeiter liegen, wichtig.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich gehe mit Ruhe an Dinge heran. Wir leben in einer schnellebigen Zeit, Menschen sind psychisch oft von modernen Technologien überfordert. Es ist wichtig, Ruhe hineinzubringen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ein gelungener Mix von beidem scheint sich zu bewähren.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Beeinflußt haben mich zwei Personen: Dr. Josef Wegl, der ehemalige Präsident des Österreichischen Leasingverbandes, war ein Vorbild. Er hat mir ein großes fachliches und organisatorisches Fundament geboten. Mag. Hans Poeckh, ehemaliger Geschäftsführer der Siemens Leasing, heute Unternehmensberater, ist ein sehr herzlicher, energiegeladener und positiver Mensch, der alle Hürden, die auf ihn zukommen, meistert.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Als Controller hatte ich das Ziel, die Marktzinsmethode einzuführen. Dies ist ein recht progressives Instrument, um die Leistung von Profitcentern zu objektivieren. Es hat einige Zeit gedauert, bis diese Idee durchgebracht war, letztendlich habe ich jedoch sehr viel positives Feedback bekommen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ohne Mitarbeiter würde ich nicht in dieser Position sein. Man kann keinen Erfolg im Vakuum haben. Wenn man eng mit Mitarbeitern zusammenarbeitet und sich mit ihnen beschäftigt, sieht man, wo ihre Interessen sind und wohin sie wollen. Ich lege großen Wert auf laufenden Kontakt zu den Mitarbeitern, wir führen auch regelmäßig institutionelle Gespräche.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Das Hauptkriterium ist, daß ein Bewerber gut ins Team paßt und die anderen Mitarbeiter optimal ergänzt.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Die Abwicklung unserer Geschäfte verdanken wir einer hochwertigen Technologie. Die richtigen Mitarbeiter zu haben, die auf Menschen zugehen, ist ein wertvoller Asset unseres Unternehmens. Wir sind auch im Umgang mit dem Mitbewerb fair und partnerschaftlich gesinnt.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich achte darauf, Ausgeglichenheit zu schaffen. Ich bin gern zuhause und hänge sehr an meiner Familie, deshalb versuche ich, diese nicht zu vernachlässigen. Ich würde mich ansonsten selbst nicht wohlfühlen, und dies würde sich wiederum negativ auf den Beruf auswirken.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Am meisten bringen einen Niederlagen weiter. Sie geben einem die Möglichkeit, in sich hineinzuhören und darüber nachzudenken, was man falsch gemacht hat und was man besser machen könnte.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Weitere berufliche Herausforderungen oder Visionen wären in Zukunft, den internationalen Bereich zu forcieren, weiters eine gesamte Firma oder Kanzlei zu führen. Unter dem Motto Man lernt ein Leben lang meine Berufsgruppenqualifikation innerhalb der Kammer der Wirtschaftstreuhänder anzuheben und privat weiterhin meine glückliche Familie zu haben.