Zum Erfolg von Stefan Stocker
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich bedeutet Erfolg einfach Zufriedenheit. Das Familienleben soll harmonisch sein und der Betrieb soll florieren, ich habe keine übertriebenen Wünsche.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wenn ich die letzten drei Jahre ausnehme, fühle ich mich sehr erfolgreich. Man muß dabei bedenken, daß sich die Probleme im Zuge der massiven Expansion und der schlechten Büroorganisation ergaben und wir sie jetzt ja sehr gut im Griff haben.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ausschlaggebend war sicherlich, daß ich den Betrieb damals schuldenfrei übernommen habe. Das gab mir genug Spielraum für die Expansion und einen ausreichenden finanziellen Polster, der mir über die später auftretenden Schwierigkeiten hinweg half.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Eine sehr positive Entscheidung war die Einstellung eines kaufmännischen Leiters, da er die kaufmännischen Geschicke einfach besser bewältigt als ich. Er war zuvor selbständig tätig gewesen und verspürte alle Höhen und Tiefen am eigenen Leib. Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich denke, daß Originalität grundsätzlich besser ist. In unserer Branche kann man sich nicht durch die Produkte, die ja sehr gut vergleichbar sind, unterscheiden. Man muß sich schon etwas Zusätzliches einfallen lassen, und so versuchen sich vom Durchschnitt abzuheben. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Besonders geprägt hat mich natürlich mein Vater. Von ihm habe ich unter anderem auch die für meine Begriffe sehr gute Einstellung zum Geschäft mitgenommen. Wichtig wurde mir durch ihn die Devise „leben und leben lassen“.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Mir war immer wichtig, daß ich zufriedene Kunden habe. Gezeigt hat sich das vor allem dadurch, daß die Kunden nach dem Tod meines Vaters nach einer gewissen Zeit auch mir entsprechend positives Feedback aussprachen. Anerkennung war natürlich auch eine Kundenzufriedenheitsumfrage bei bestehenden Kunden mit einem Ergebnis von 95 Prozent. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Ich denke, daß es ein Problem ist, daß wir ein außerordentlich hohes Risiko bei einer enorm niedrigen Spanne haben. Dieses sehr hohe Risiko können wir eigentlich nicht einschränken. Ich kann von einem Privatkunden, dem ich Öl liefere, keine Bankgarantie verlangen. Das ist sicherlich ein ungelöstes Problem. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Mir ist vor allem die Persönlichkeit sehr wichtig. Der Mitarbeiter muß bereit und in der Lage sein, selbst Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen. Natürlich gebe ich ihm dann Rückendeckung.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich denke, daß die größte Motivation in der Entscheidungsfreiheit besteht. Auch erscheint mir wichtig, daß es bei uns kein typisches Chef - Mitarbeiterverhältnis gibt, wir arbeiten im Team. Auch das schätzen die Mitarbeiter.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Da meine Frau im Betrieb mitarbeitet und wir zwei Standorte haben, lassen sich Beruf und Privatleben recht gut vereinbaren. Auch habe ich in der Zwischenzeit gemerkt, daß ich nicht unbedingt unabkömmlich bin und mir dadurch auch den einen oder anderen Urlaub oder auch nur freien Tag leisten kann.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Das vorrangige Ziel besteht darin, den Betrieb wirtschaftlich wieder so hinzustellen, wie ich ihn von meinem Vater übernommen habe, natürlich aber unter Berücksichtigung der Tatsache, daß er um einiges größer geworden ist. Ich denke, daß wir auf dem besten Weg dahin sind. Ich möchte auch diesen Standort ausbauen und auch eventuell neue Standorte dazunehmen.
Ihr Lebensmotto?
Ich lebe nach dem Motto, daß alles, was passiert ist, vorbei ist und man es nicht mehr ändern kann. Man kann es in Zukunft besser machen.