Zum Erfolg von Herta Schirnhofer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich hatte immer Erfolg und werde immer Erfolg haben. Erfolg bedeutet, mir das Leben so einzurichten, wie ich es innerlich für richtig halte. Meine Anwaltskanzlei blüht, ich habe alleine meinen Sohn groß gezogen und reise zweimal im Jahr nach Tel Aviv. All das und noch vieles mehr ist für mich Erfolg. Ich liebe schöne Pelzmäntel, Reisen und alle Annehmlichkeiten des Lebens.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Das kann ich auf jeden Fall bejahen. Es gibt nicht viele Frauen, die sehr gut funktionierende Kanzleien führen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich glaube, meine Intelligenz. Mit einem Lebensjahr sprach ich in ganzen und zusammenhängenden Sätzen und konnte den Struwwelpeter auswendig, mit fünf Jahren konnte ich Morgenstern zitieren. Ich hatte als Kind sehr wenig Ängste. Als stets reger Geist lese ich mehrere Fachbücher zur selben Zeit, habe ein beinahe fotografisches Gedächtnis und beschäftige mich tagtäglich mit Fortbildung.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich wählte den Anwaltsberuf, da ich diesen Beruf liebe und verehre und von Kindesbeinen an mit künstlerischen Elementen konfrontiert wurde. Da der Beruf des Rechtsanwaltes natürlich auch sehr viel mit Theatralik zu tun hat, konnte und kann ich meine kreativen Fähigkeiten oftmals sinnvoll einsetzen.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Ich habe davon schon oft gehört, konnte es jedoch nie glauben. Ich war als 20jährige außerordentlich hübsch und blond. Wenn ich vor Gericht erschien, dachten sich alle männlichen Anwälte natürlich ihren Teil. Da mich jedoch die Juristerei als solche brennend interessierte, dachte ich nicht über die Gedanken der Männer, sondern über die Problemlösungsmöglichkeiten nach. Ich konnte somit auch meine Anwaltsprüfung mit einstimmig sehr guten Erfolg ablegen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Mein Lebenserfolg wurde mit meiner Geburt, initiiert. Ich war immer und überall erfolgreich, maturierte mit Auszeichnung, brauchte niemals etwas für die Mittelschule zu lernen und hätte, da ich täglich vier Stunden Klavier und die selbe Zeit Theater spielte und Ballett übte, auch keine Zeit dafür gehabt. Das Wissen flog mir regelrecht zu, ich mußte mich nie anstrengen, um irgend etwas zu erlernen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich traf, da ich nie Mißerfolge erlitt, stets richtige Entscheidungen. Dies wird bestätigt, indem meine Verlustquote von nicht einmal zwei Prozent bei Verwaltungsgerichtsbeschwerden aktenkundig, ist.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Meine damaligen Vorgesetzten prägten mich in beruflicher Hinsicht, jedoch konnte mich kein Anwalt in privater Weise faszinieren.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Gesetzgebung wird durch das rasche Vorgehen und Ändern von Gesetzestexten immer undurchsichtiger und verliert dadurch ständig an Wert.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wichtig sind der Verstand, der Humor, die Fachkenntnisse und die Liebe zu den Menschen. Beginnt jedoch zuerst damit, das Fach zu finden, das Euch liegt und wenn Ihr dieses Glück in euer Leben integrieren konntet, lernt und lacht.