Zum Erfolg von Renate Sandhofer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Mein persönlicher Erfolg ist, wenn Familie und Mitarbeiter miteingebunden sind und jeder Einzelne zum Gesamterfolg beiträgt.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich sehe mich als erfolgreich. Ich verspüre innerliche Zufriedenheit und werte diese als Zeichen des Erfolges. Meine Motivation ist nicht Geld, sondern eben diese Zufriedenheit und die damit verbunden Freude, für die Firma zu arbeiten. Darüber hinaus können wir 25 Menschen Arbeit bieten.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
In Personalfragen konnte ich oft richtige Entscheidungen treffen. Ich bin mehr Bauch- als Kopfmensch und verlasse mich auf mein Gefühl. In meiner Zeit bei Coca Cola hatte ich viele personelle Entscheidungen zu treffen und war immer bemüht, gerecht zu sein.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich bin immer darauf bedacht, meinen eigenen Weg zu gehen und originell zu sein, wobei ich nicht ausschließe, mich auch anderweitig umzuschauen, Eindrücke zu sammeln und zu lernen. Ich imitiere jedoch nicht. Seinen eigenen Weg zu finden ist oft schwierig. Deshalb sollte man beobachten, wie es andere machen oder gemacht haben und unter Berücksichtigung der eigenen Persönlichkeit Wichtiges oder Hilfreiches übernehmen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ja, mein verstorbener Meister, der mir damals den Rat erteilte, die Firma zu verlassen. Als Kind habe ich sehr viel gelesen und mir dabei eine Phantasiewelt aufgebaut, in der ich meine eigenen Lebensregeln schuf. Auch das hat mich in meiner Einstellung zum Menschlichen und zu Menschen geprägt.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Großkonzerne drücken die Preise mit der Absicht, große Konkurrenten aus dem Wettbewerb zu drängen. Sie treffen aber die Kleinen, die dabei auf der Strecke bleiben. Uns trifft es weniger, wir sind ein mittlerer Betrieb auf soliden Beinen und werden uns nicht vergrößern. Große Unternehmen sind unflexibel und daher nicht kundenorientiert. Wir hatten die Möglichkeit, uns vor vier Jahren zu vergrößern, indem wir eine Firma aufgekauft hätten. Wir haben es jedoch nicht gemacht, denn mit einer Vergrößerung wären auch die Probleme gewachsen, und wir hätten unsere bisherige Geschäftsstrategie aufgeben müssen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich spüre aus der Reaktion meines Umfeldes eine positive Einstellung zu meiner Person. Man registriert mein fröhliches und lustiges Wesen sowie meine Offenheit, auch Menschen anderer Kulturen gegenüber.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Sie akzeptieren mich in meiner Position und schätzen meine Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Die Mitarbeiter haben keine Probleme mit mir und ich auch nicht mit Ihnen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir haben sehr motivierte Mitarbeiter. Es gibt nur wenige Krankenstände, das zeigt, daß die Mitarbeiter gern hier arbeiten. Weitere Stärken sind die Flexibilität des Unternehmens aufgrund der kurzen Entscheidungswege und das große Lager, das alle Kundenwünsche sofort erfüllen kann.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Menschen glauben oft, daß sie alles besser wissen und wollen nicht auf Ratschläge von älteren Leuten hören, auch wenn diese sehr erfolgreich sind. Ich rate jungen Menschen, erfolgreichen Menschen zuzuhören und dadurch Anhaltspunkte für ihren eigenen Weg herauszufiltern. Es gibt genügend schlechte Beispiele für falsches Handeln, wo junge Unternehmer Betriebe, die sie von ihren Vätern übernommen haben, zugrunde richten, weil sie glauben, sie müßten in ihrer Unkenntnis alles verändern. Man sollte außerdem den Kunden als Partner betrachten, nicht nur als Käufer.
Ihr Lebensmotto?
Ich möchte mit allen Menschen, egal welchem Kulturkreis sie angehören oder welche Hautfarbe sie haben, harmonisch zusammenleben.