Zum Erfolg von Norbert Hudelist
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist, wenn meine Vorstellungen und Ideen aufgehen und sich verwirklichen lassen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, auf jeden Fall. Am Anfang war es sehr schwer, aber ich habe meine Ziele konsequent verfolgt und alles erreicht. Es hat viel Überzeugungsarbeit gekostet, meinen Traum zu verwirklichen, denn 1994 lag der Tourismus in Kärnten am Boden, und Kredite waren für so ein Projekt eigentlich nicht zu bekommen. Meine Beharrlichkeit und mein Glaube an die Sache haben aber zum Erfolg geführt.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Meine Überzeugung, meine Beharrlichkeit und der starke Wille, es all denen zu zeigen, die gemeint haben, daß ich höchstens ein Jahr lang durchhalten würde und dann wieder zusperren müßte.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Gleich von Beginn an. Durch die Kooperation mit einem Schweizer Reiseunternehmen war die Auslastung in ersten Jahr mit 120 Vollbelegstagen sehr gut und weit über dem Durchschnitt. Es kam dann im dritten Jahr ein Einbruch, aber aus Schaden wird man klug, und heute ist das Unternehmen gefestigt.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Wesentlich war meine Entscheidung zur Selbständigkeit. Auch der Entschluß, mich nicht vom wirtschaftlichen Einbruch am Weitermachen hindern zu lassen, war richtig.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Vater hat mich hinsichtlich Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit geprägt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Sie spielen eine wesentliche Rolle und leisten viel für den gemeinsamen Erfolg. In erster Linie natürlich durch ihre Arbeit, aber auch durch gute Ideen für Vereinfachungen oder Verbesserungen im täglichen Arbeitsablauf.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Nach der Qualifikation und den Referenzen. Wenn diese in Ordnung scheinen, können sie zu arbeiten beginnen, und ich sehe dann sehr schnell, ob der Bewerber bei uns bleiben kann oder nicht.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich fühle mich als Angestellter meines Unternehmens, der die größte Verantwortung für alles hat. Ich arbeite gemeinsam mit ihnen, das schätzen sie, und sie respektieren mich.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Die konstante und gleichbleibende Qualität.. Aufgrund unserer geringen Größe ist es mir möglich, persönlichen Kontakt mit den Gästen zu pflegen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist für einen Hotelier schwierig, aber ich habe es für mich gelöst. Ich bin für das Frühstück zuständig, mache am Abend ein Wahlmenü und bewußt kein Essen à la carte. Das erlaubt mir freie Zeit, die ich effizient nutzen kann, beispielsweise mit Sport oder Unternehmungen mit den Kindern.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man sollte sich hohe Ziele setzen und auch Visionen haben, die man auf möglichst direktem Wege verfolgen sollte. Dabei darf man aber den Sicherheitsaspekt nicht vergessen. Sollte ein hohes Ziel nicht erreicht werden, dann bleibt trotzdem noch genug Erfolg, und man kann den nächsten Schritt anders setzen. Man kann dies als eine sich fortsetzende Entwicklung und Persönlichkeitsbildung sehen, die nie aufhört.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Der Anfang ist gemacht. Mein nächstes Ziel ist nun ein Vier- oder Fünfsternhotel, allerdings nur, wenn ich eine für mich vernünftige Finanzierung erreichen kann. Ich bin einmal ein Risiko eingegangen, das reicht.
Ihr Lebensmotto?
Mensch bleiben.