Zum Erfolg von Richard Fantitsch
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Immer, wenn ich etwas von dem geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe, ist das ein Erfolg für mich. Die Zufriedenheit der Kunden bedeutet für mich ebenfalls, erfolgreich zu sein.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Was ich mir bisher vorgenommen habe, ist zu 80 Prozent erfüllt und das heißt für mich, daß ich erfolgreich bin. Auch habe ich den Sprung in die Selbständigkeit in sehr jungen Jahren gewagt und bin somit schon in einem Alter erfolgreich, in dem Gleichaltrige erst daran denken, sich selbständig zu machen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Nachdem ich als Schüler mit den falschen Leuten verkehrte, habe ich heute eine Freundin, die sehr ehrgeizig ist, Medizin studiert, mir den nötigen Ansporn gibt und mir die richtige Einstellung vermittelt hat. Meine Entscheidung, in Graz zu arbeiten, war sicher ein erster Schritt, den für mich richtigen Weg zu finden, indem ich damit begann, mein Ziel, in diesem Fall die Meisterprüfung zu erlangen, in Angriff nahm und konsequent zu Ende brachte.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Das war der Zeitpunkt, an dem ich beschloß, mich selbständig zu machen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich traf immer dann erfolgreiche Entscheidungen, wenn es mir gut ging. Wenn es mir nicht gut geht, oder der Streß zu groß ist, ist das Risiko höher, eine Fehlentscheidungen zu treffen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Das war mein Lehrmeister. Bei ihm ist mir klar geworden, daß man es mit Fleiß und Einsatz im Leben weit bringen kann.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ungelöst ist der Konflikt zwischen der Ärztekammer und den Zahntechnikern. Mit der Meisterprüfung erlangen wir den Titel Zahnprothetiker, d.h. wir dürfen bei dieser Prüfung im Mund des Patienten eine Prothese anbringen. Als fertiger Zahntechniker, der man nach der Meisterprüfung ist, darf man laut Ärztekammer allerdings nicht mehr am Patienten arbeiten. Dieser Konflikt sollte beseitigt werden.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Sie sind sicher ein Teil des Erfolges, doch bis es soweit ist, müssen sie bei mir noch viel lernen und ich fordere viel von ihnen. Sie beginnen als Lehrlinge bei mir und nach einem Jahr sehe ich nicht mehr den Lehrling, sondern den Techniker in ihnen. Auch als fertige Techniker schicke ich sie ständig zu Kursen, denn der Betrieb ist nur so gut wie die Mitarbeiter es sind.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Nach ihren Fertigkeiten, weil die mir aber auch bei fertigen Technikern nicht genügen, muß ich spüren, daß der Bewerber den Willen hat, sich weiterzuentwickeln, und daß er bereit ist, zu lernen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Mein Betrieb zeichnet sich durch faire Qualität zu einem fairen Preis und gutes Service aus.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist sehr schwierig. Ich habe seit neun Jahren eine Freundin und bei uns beiden geht der Beruf vor. In meiner Branche ist es sehr schwierig, Freizeiten fest einzuplanen, denn selbst wenn es heute weniger zu tun gibt, kann es bereits morgen so viel Arbeit geben, daß an Freizeit nicht zu denken ist und auch am Wochenende gearbeitet werden muß. Es gibt keine Regelmäßigkeit in unserem Beruf.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Jeder junge Mensch, der einen Weg gefunden hat, soll diesen konsequent verfolgen und dabei das Ziel immer vor Augen haben. Dabei sollte er die menschlichen Grundwerte, wie Ehrlichkeit, Fleiß, Fairneß und Toleranz einhalten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meinen Betrieb weiter ausbauen, Umsatzsteigerungen, expandieren, neue Kunden, mehr Techniker beschäftigen können. Meine Leute und ich sollen sich weiterentwickeln, damit ich mir mehr Freiräume schaffen kann, um auch in anderen Bereichen Fuß fassen zu können.
Ihr Lebensmotto?
Carpe Diem.