Zum Erfolg von Irena Steiner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Es ist für mich sehr wichtig Erfolg zu haben, aber es ist natürlich auch Erfolg, wenn das Geld stimmt. Gutes Geld für gute Leistung.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich komme von einem kleinen Dorf und habe es bis an die Wiener Universität geschafft. Außerdem bin ich schon zwölf Jahre selbständig, was auch nicht jeder schafft.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich wollte immer mehr als eine Bürokraft sein. Wenn man selbständig ist und sei die Firma noch so klein, ist man der Chef.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Auf dem Gebiet des Dolmetschens ist es eher leichter. Die Delegationsmitglieder sind meistens Männer, die sich über eine Frau freuen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Die ersten zwei Jahre hatte ich weniger Arbeit als heute. Ich bin sehr gut in die Selbständigkeit eingestiegen, mit recht guten Projekten, weil ich immer schnell war. Wichtig ist, daß man dann zur Verfügung steht, wenn man gebraucht wird. Die Firmen brauchen einen dann eventuell das ganze Wochenende lang, da muß man flexibel sein.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Als ich 1989 kündigte, wußte niemand was aus der politischen Situation in Jugoslawien wird. Ich nahm die halbe Abfertigung und machte mich selbständig, dieses war eine sehr gute Entscheidung.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Mann, er ist Sicherheitstechniker bei der ÖBB und hat ein sehr fundiertes technisches Wissen. Er ist mir auch mit seinem Hobby EDV sehr dienlich. Er hat mir die slowenischen und kroatischen Sonderzeichen, die für mich enorm wichtig sind, zu einem Zeitpunkt extra programmiert, als diese noch sehr schwer zu bekommen, bzw. kostspielig waren. Natürlich ist er auch weiterhin für den gesamten Service und die Funktionsfähigkeit meiner Computer zuständig.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Wenn man bei einer slowenischen Veranstaltung mit Respekt begrüßt wird, sich neuen Leuten vorstellt und laufend hört: von Ihnen habe ich schon gehört, das ist eine sehr angenehme Anerkennung. Wenn man mir meine Honorarnoten schnell, also in 14 Tagen bis drei Wochen bezahlt, so betrachte ich das auch als große Anerkennung. Das ist für mich eine Wertschätzung.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Der Beruf wird zu gering geschätzt, und daher nicht gut genug gezahlt. Es gibt auch viele, die nebenbei übersetzen, meistens auf Grund der kleinen Beträge keine Steuern zahlen, und so um vieles billiger sein können.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Meine Kunden sind sehr zufrieden mit meiner korrekten und flotten Arbeit.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Es ist schwierig, das Privatleben nicht zu kurz kommen zu lassen. Ich habe sehr oft ein schlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich muß mich bei jedem Auftrag weiterbilden. Ich habe erst kürzlich für die Kunststoffindustrie übersetzt, das war für vier Monate ein mittelgroßes Studium in Chemie.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Beharrlich sein und seine Ziele verfolgen. Man muß sich einen Tagesplan machen und ihn mit Disziplin einhalten.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte als Übersetzerin berühmt werden.