Zum Erfolg von Walter Jüptner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich Karriere, Vorwärtskommen, die Bestätigung meiner Arbeit und Selbstwertgefühl.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich habe mich von 1970 bis heute kontinuierlich hochgearbeitet, und meine Vorgesetzten haben stets meine Leistung durch entsprechende Förderung gewürdigt.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Vor allem Disziplin und der Wille zum Lernen und Vorwärtskommen. Wichtig war auch, daß ich immer ein festes Ziel vor Augen hatte. Mir schwebte immer schon eine derartige Position vor, und ich habe konsequent darauf hingearbeitet.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich habe durch die Erfahrung der langen Jahre die nötige Ruhe und kann gut und lange zuhören, um ein Problem genau zu erfassen. Oft schlafe ich eine Nacht darüber, um dann systematisch eine Lösung vorzubereiten.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Immer in Phasen von Beförderungen bzw. außerturnusmäßigen Gehaltserhöhungen, die meist mit der Übernahme von neuen Aufgabengebieten und mehr Verantwortung verbunden waren.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? In meiner Anfangszeit war das der Filialdirektor Waldemar Heidenreich in Bayreuth. Er hatte eine Art Vaterfunktion, war mein Vorbild und hat mir den Beruf vorgelebt. Eine seiner herausragenden Fähigkeiten war Verläßlichkeit: was er zugesagt hat, darauf war Verlaß.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich denke, ich genoß immer die Anerkennung und den Respekt meiner Kollegen. Viele sehen mich sicherlich als Vorbild, und ich versuche, das auch zu sein.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Unsere Mitarbeiter spielen eine entscheidende Rolle, denn Erfolg stellt sich nur im Team ein. Die Gesamtheit macht die Schlagkraft und die Leistungsfähigkeit aus, ich selbst bin nur ein Teil davon.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich sehe mir zunächst die Unterlagen wie die formale Qualifikation, die Noten und Zeugnisse sehr genau an. Dann folgt gegebenenfalls das persönliche Gespräch, in dem ich versuche, herauszufinden, ob dieser Mensch weiß, was er will. Natürlich ist bei uns das ganze Auftreten sehr wichtig.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Im Kleinen durch Aufmerksamkeiten wie einen Blumenstrauß zum Geburtstag, eine Einladung zum Essen oder andere gemeinsame Unternehmungen. Auch Weiterbildungsmaßnahmen würde ich hier erwähnen. Im Großen versuche ich eine faire und gerechte Zuteilung von Beförderungen und Gehaltserhöhungen, auch wenn hier der Spielraum in den letzten Jahren kleiner geworden ist. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Es gibt natürlich ein ständiges gegenseitiges Beobachten. Jeder lernt vom anderen, und der Markt ist geprägt von einem starken Verdrängungswettbewerb.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich führe eine Wochenendehe. Am Freitag fahre ich nach Hause nach Bayreuth, dann folgt bis Montag ausschließlich Privatleben. Meine Frau ist ebenfalls berufstätig und arbeitet sehr viel. Wir haben auch keine Kinder, insofern läßt sich das gut vereinbaren, und wir kommen mit dieser Lösung bestens zurecht.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Die fachliche Ausbildung passiert bei uns kontinuierlich und findet eigentlich täglich statt. Monatlich ergibt das etwa fünf bis sechs Tage.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Auf unsere Branche bezogen würde ich raten, das Abitur zu machen, Fremdsprachen zu lernen, sich EDV-Kenntnisse anzueignen und dann eine fundierte fachliche Ausbildung - etwa zum Versicherungsfachwirt oder Betriebswirt - zu absolvieren. Die Versicherungsberufe sind heute wichtiger denn je und bieten gute Zukunftschancen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
In etwa drei Jahren werde ich mich nach 46 Berufsjahren zurückziehen. Das heißt, ich werde rechtzeitig einen Nachfolger einarbeiten und meine Aufgaben übergeben. Danach möchte ich viel reisen und vielleicht mit dem Wohnmobil ganz Deutschland befahren.
Ihr Lebensmotto?
Ich lebe nicht, um zu arbeiten, sondern ich arbeite, um zu leben. Und: der Mensch steht immer im Mittelpunkt!