Zum Erfolg von Verena Krehon
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, eine gute Auftragslage zu haben, einen guten Ruf unter den Auftraggebern zu genießen und Anerkennung zu erfahren.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich arbeitete immer sehr viel und der Erfolg bestätigt mich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend für meinen Erfolg war, daß ich genau und kontinuierlich arbeitete. Sobald ein Auftrag kam, der höhere Anforderungen an meine Infrastruktur stellte, mußte ich mich danach richten, Geräte und Maschinen anschaffen oder mich fortbilden. So konnte ich einen anhaltenden Aufwärtstrend verzeichnen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich traue mir alles zu und sage niemals, das kann ich nicht oder das schaffe ich nicht. Selbst wenn eine Herausforderung auf mich zukommt, die mir zu groß erschient, nehme ich sie an und setze mich dafür ein. Meistens bin ich innerhalb eines Projektes ein Teil des Teams. Es wird erwartet, meinen Beitrag zu leisten.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Als Frau in dieser Branche, in der sehr viel auf Baustellen und mit großem Fuhrpark gearbeitet wird, erlebe ich öfters anfängliches Mißtrauen, was sich jedoch durch meinen Arbeitseinsatz oft in Beliebtheit wandelt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung erfahre ich immer wieder, wenn ein Auftrag abgeschlossen ist und ich positives Feedback erhalte. Von Privatkunden gibt es Anerkennung, wenn sie mir Dinge bringen, mit denen sie emotionell verbunden sind, und sich dann darüber freuen, wenn das Objekt wieder in Ordnung ist. Vor einiger Zeit ist zu einer meiner Restaurierungen auch ein Buch erschienen, das ist für mich die Bestätigung, gute Leistung erbracht zu haben und eine Basis für die Zukunft, weil ich dadurch einen guten Ruf erlangen konnte.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mitarbeiter spielen eine enorm große Rolle, daher suche ich sie sehr sorgfältig aus. Wir arbeiten hauptsächlich auf Werkvertragsbasis, weil wir Mitarbeiter durch Projektarbeiten nicht durchgehend beschäftigen können. Vor allem werden zu den verschieden Projekten auch unterschiedliche Spezialisten gebraucht. Deshalb gibt es mehrere Arbeitsgebiete, die von verschiedenen Mitarbeitern abgedeckt werden.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Basis ist die fachliche Eignung, außerdem lege ich großen Wert auf Menschlichkeit, weil man ja den ganzen Tag zusammen verbringt, und bin sehr darauf bedacht, daß der Teamgeist stimmt.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Ich biete alle Leistungen im Bereich Metallrestaurierung - vom kirchlichen Umfeld über Architekturteile und Fassadenzierrat bis hin zu kleinen Ziergegenständen, meist aus Bronze, Eisen oder Silber. Jedes Material wird dabei fachspezifisch bearbeitet.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Mit einer Kollegin im selben Haus zu arbeiten, ergibt eine gewisse Konkurrenzsituation. Wir setzen aber Konkurrenz nicht mit Feindschaft gleich, sondern sind trotzdem Freunde. Wir haben diese Situation so gelöst, daß wir, wenn wir uns um das selbe Projekt bewerben, nicht darüber sprechen, bis der Auftrag vergeben ist. Jeder macht sein eigenes Angebot, denn nachdem jeder den Auftrag will, kann man sich nicht absprechen, um keinen Preisdruck zu erzeugen. Das ist ein sehr spannendes Spiel und funktioniert mittlerweile recht gut. Gelegentlich treten wir auch als Arbeitsgemeinschaft auf und arbeiten gemeinsam.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Als Selbständige kann ich mir zwar die Zeit frei einteilen, aber ich bin so ausgelastet, daß ich schon fast keine Freiräume mehr habe. Meistens wird es eng, wenn Großaufträge da sind, die ähnliche Abgabetermine haben. Da schlägt man schon organisatorische Kapriolen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man wächst nur durch Herausforderungen, die man annimmt. Man kann nicht von vornherein groß sein - zum Wachsen braucht man Geduld, und man darf sich nicht übernehmen.