Zum Erfolg von Anton Üblacker
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich sehe es als großen persönlichen Erfolg, daß es mir gelungen ist, die notwendigen Investitionen durchzuführen und zu finanzieren, ebenso daß ich vom Betrieb leben kann und dabei auch noch etwas Privates schaffen kann. Meine Schwester hat sich beispielsweise ein Haus gebaut. Wichtig ist es für mich auch, daß Privatleben und Familie nicht unter dem Beruf leiden. Das gelingt mir gut, und auch das sehe ich als Erfolg. Um erfolgreich sein zu können, ist der Zusammenhalt in der Familie ganz wichtig.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Der Zuspruch der Kunden ist heute noch so gut wie zu den Zeiten meiner Eltern, und diese hatten guten Zuspruch - so sehe ich mich auch als erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Die guten Ratschläge meiner Eltern, ohne sie wäre ich vielleicht übermütig geworden. Ich habe letztendlich meine Entscheidungen getroffen, die Projekte aber immer in der Familie besprochen, und das war eine wertvolle Hilfe für mich. Ein Rat von meinem Vater war es auch, bei den Gästen eine gute Mischung zu haben und mir auch die Namen der Gäste zu merken, daran habe ich mich immer gehalten. Heute zählen zu meinen Gästen junge und ältere Leute, einfache und gebildete Leute - diese Mischung muß sich natürlich irgendwie vertragen, in meinem Fall wird die Vielseitigkeit der Gäste sehr gut angenommen. Behandelt werden meine Gäste aber alle gleich.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Originalität ist bei einem Gasthaus ganz wichtig, es ist wichtig, einen Namen zu haben und kein No-Name-Betrieb zu sein.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Meine Eltern, insbesondere mein Vater, er hat mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Bei kleineren Gastbetrieben wird es immer schwieriger, gutes Personal und vor allem auch ausreichend Personal zu finden. Meine drei Mitarbeiter arbeiten bereits seit über zwölf Jahren bei mir, obwohl im Gastgewerbe sehr viel gewechselt wird. Die Arbeitszeiten mit dem Wochenend- und Feiertagbetrieb sind auch nicht unbedingt mitarbeiterfreundlich, das ist sicher auch ein Problem für die Branche, das es immer schwieriger macht, Nachfolger für die Kleinbetriebe der Branche zu finden. Ganz allgemein sind die Bedingungen für Kleinbetriebe sehr schwierig, für bestehende genauso wie für neugegründete, es gibt kaum Förderungen und deshalb auch wenig Anreiz.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Würde ich zur nächsten Generation gehören, würde ich alles wieder genauso machen. Man soll mit Maß und Ziel die gesetzten Ziele verfolgen und Schritt für Schritt umsetzen. Man kommt heutzutage sehr schnell zu einem Kredit, doch die Schulden können einem sehr schnell über den Kopf wachsen. Wichtig ist es, in der Selbständigkeit auch den Überblick nicht zu verlieren, ich führe z.B. selbst die Buchhaltung, so weiß ich immer, wo ich stehe.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ein Ziel wäre es, die vorhandenen und nicht zeitgemäßen Gästezimmern dem heutigen Standart anzupassen, dazu müssen aber auch die Voraussetzungen stimmen. Ein weiteres Ziel ist auch, daß der Betrieb nach meiner Pensionierung weiterbesteht und eine adäquate Nachfolge findet.
Ihr Lebensmotto?
Jeder Tag ist ein Neubeginn.