Zum Erfolg von Konrad Klein
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist die Freiheit, mein Arbeitsumfeld nach meiner Vorstellung gestalten zu können. Reichtum ist mir nicht wichtig, es geht mir darum, ausreichend Geld zu verdienen, um mich dort engagieren zu können, wo meine Interessen liegen. In diesem Bereich kann ich mein Wissen erweitern, das wiederum in meine Arbeit einfließt, und aus dem Ganzen entwickelt sich dann etwas qualitativ sehr Hochwertiges. Ich möchte mich keinen Limitierungen unterwerfen müssen, das ist für mich die Essenz davon, was andere vielleicht Erfolg nennen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe eine Weiterentwicklung und ich sehe, daß wir in einem zwar kleinen, aber nicht unbedeutenden Bereich der Industrie Spuren hinterlassen. Die Leute wissen, was wir machen und bestätigen uns, daß die Ideen, die wir vor zwei Jahren hatten, heute umsetzbar sind. Es gibt Konkurrenten, die sich an uns orientieren, und das bestätigt mich darin, daß wir das Richtige tun.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Achtzig Prozent Glück! Wir hatten gute Ideen, bei weitem aber nicht das Kapital, sie zu finanzieren und die Umsetzung lange genug durchzuhalten, um auf dem Markt bestehen zu können. Daß ich im richtigen Projekt arbeiten konnte, genug Geld verdiente und die richtigen Kontakte hatte, die dann meine Ideen in die richtigen Firmen getragen haben, war einfach Glück, ohne das es nicht funktioniert hätte.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Im Regelfall sehr spontan. Wenn es Probleme gibt, muß man sehr schnell reagieren, damit sie nicht eskalieren. Wenn die Industrie nicht produzieren kann, bricht eine Welt zusammen. Wir sind dann die Feuerwehr.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Von Imitation halte ich nicht viel, speziell in unserer Branche ist man damit immer zwei Schritte hinten. Ich versuche in unseren Betrieb sehr innovativ zu arbeiten, denn nur dadurch können wir unseren Vorsprung halten.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Auf der einen Seite ist man kreativ in der Entwicklung von Software, auf der anderen Seite ist man Unternehmer. Der Verwaltungsaufwand, der vom Staat vorgegeben wird, ist speziell für kleine Unternehmen viel zu kompliziert. In diesem Bereich geht damit sehr viel Zeit verloren, die man für kreative Prozesse nutzen könnte.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen eine sehr große Rolle. Wir bemühen uns sehr, Entscheidungen bezüglich Umsetzungen von Ideen im Team zu treffen. Wir arbeiten intensiv am Verständnis jedes einzelnen für das Produkt und dessen Anwendung. Gemeinsam haben wir dann Erfolg.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere mit einem überdurchschnittlichen Gehalt, denn man kann nicht schlecht zahlen und einen total motivierten Mitarbeiter erwarten. Weitere Motivationsfaktoren sind Freiheit und Flexibilität bei der Arbeitszeit.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere größte Stärke ist die Flexibilität. Wir finden mit Sicherheit schnelle Lösungen für Probleme, die auf Anhieb schon nahe am Optimum sind, und das gelingt einem großen Unternehmen nicht so leicht. Die Schnelligkeit bei der Umsetzung durch kurze Entscheidungswege und eine schlanke Struktur ist eine weitere Stärke. Mit meinem Partner ergänze ich mich sehr gut, er ist eher der konservative, vorsichtige Typ, während ich kreativ und risikofreudiger bin, und diese Kombination ist ideal für ein Unternehmen, wie ich meine.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich trenne die beiden Bereiche nicht.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wichtig ist es, sich für den richtigen Beruf zu entscheiden. Wenn man sich falsch entschieden hat, darf man sich nicht scheuen, einen anderen Weg einzuschlagen. Geld sollte nicht das Ausschlaggebende sein, in der Branche, in die man seine Leidenschaft und sein Engagement investiert, wird man mehr verdienen als anderswo, es kann aber ein paar Jahre dauern, bis es soweit ist.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich will Spuren in der Industrie hinterlassen und wünsche mir, daß in zehn oder 20 Jahren noch immer unser Einfluß spürbar ist.