Zum Erfolg von Christian Katzlberger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ist für mich eine Frage der Zielsetzung. Mein erstes Ziel war die Selbständigkeit, das zweite die finanzielle Unabhängigkeit und das dritte Erfolg im Privatleben. Ich darf sagen, daß ich diese drei Ziele im wesentlichen erreichen konnte, und nachdem ich mir alles selbst erarbeitet habe, erachte ich das Erreichen dieser Ziele als meinen persönlichen Erfolg.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend für meinen Erfolg waren in erster Linie Kontinuität und persönlicher Einsatz, gepaart mit Bescheidenheit. Das ist ganz wichtig, speziell in der Phase der Aufbauarbeit, die auch mit großem finanziellen Aufwand verbunden ist. Um Erfolg zu haben, muß die Zielsetzung ebenso klar sein wie der Weg, der zum Ziel führt. Und diesen Weg muß ich konsequent gehen, auch wenn er steinig ist.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich nehme die Dinge, wie sie kommen, und bin im gegebenen Fall ein entscheidungsfreudiger Mensch. Ich habe die Gabe, mich mit Problemen erst dann auseinanderzusetzen, wenn sie tatsächlich anstehen, und nicht vorher. Ich belaste mich nicht mit Dingen, die mich im Moment nicht unmittelbar betreffen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Eine Schlüsselentscheidung war die, den Erhard-Sportkatalog herauszugeben. Obwohl die Banken eine Finanzierung ablehnten, fuhr ich nach Deutschland und unterschrieb den Vertrag. Mit der Finanzierung habe ich mich erst dann auseinandergesetzt, als sie tatsächlich anstand. Das war zwar etwas umständlich, hat aber letztendlich funktioniert. Hätte ich mich abschrecken lassen, gäbe es den Katalog heute nicht.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Es gibt für mich einen Grundsatz im Geschäft, und das ist die Ehrlichkeit. Im Sinne von Authentizität und Ehrlichkeit ist meines Erachtens Originalität der einzige Weg, um langfristig erfolgreich zu sein.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Es gibt zwei Menschen, die meinen Lebensweg besonders geprägt haben. Zunächst mein ehemaliger Vorgesetzter im Teppichgroßhandel, der mich trotz meiner Jugend ernst genommen, gefördert und sicher auch manchmal ins kalte Wasser gestoßen hat, und zweitens der eigentliche Vater dieses Geschäfts, Ulrich Spieth, der mir sein Vertrauen geschenkt hat und immer an mich und meine Fähigkeiten glaubte, insbesondere in den Anfangsjahren.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Für mich bedeutet Anerkennung weniger, wenn mir jemand auf die Schulter klopft und sagt: Das hast du gut gemacht. Echte Anerkennung heißt für mich, wenn ich um Rat gefragt werde, wenn auf meine Meinung zu einem bestimmten Thema Wert gelegt wird.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Mich stört, daß es offenbar nicht möglich ist, im Bereich der Ausstattung von Turnhallen die Ö-Norm und die EU-Norm unter einen Hut zu bringen. Das ist mir völlig unverständlich und behindert uns in unserer Arbeit. Ein anderes Problem ist die weit verbreitete Umgangsform der Banken mit selbständigen Unternehmern. Das Basel 2-Rating macht es visionären Jungunternehmern mit geringem Eigenkapital praktisch unmöglich, ihre Ideen umzusetzen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Frage ist, ob sich jemand für Sport wirklich interessiert. Nur dann hat er auch die Liebe zum Beruf und die nötige Motivation. Wir arbeiten daher verstärkt auch mit Sportpädagogen, was die beste Voraussetzung für einen kompetenten Mitarbeiter ist.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich achte sehr auf das Klima in unserem Unternehmen, das Selbstwertgefühl eines Menschen darf nie angegriffen werden.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unser Know-how, unsere Persönlichkeit und unsere Flexibilität spielen eine große Rolle. Die größte Stärke unseres Unternehmens sind natürlich unsere starken Partner, nämlich die stärksten und kompetentesten auf diesem Sektor in ganz Europa.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Marktbegleiter beleben das Geschäft, wenn jedoch einige davon Geschäfte über den Preis machen und nicht über Qualität, ist das nicht meine Philosophie.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich habe es geschafft, Beruf und Privatleben zu trennen, obwohl ich das Berufliche mit dem Privaten durchaus auch vereinbare, weil meine Frau und ich auch privat gerne zu Sportveranstaltungen fahren.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Das Wichtigste ist, sich ein Ziel zu stecken und es mit Fleiß und Kontinuität auch zu erreichen, egal wie viele Rückschläge man einstecken muß und wie lange es dauert.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich arbeite darauf hin, daß meine Firma in den nächsten 15 Jahren soweit ist, daß sie ordentlich übergeben werden kann, an wen auch immer, und daß ich in einem vernünftigen Alter in meiner Pension das tun kann, was ich möchte und mir auch verdient habe.
Ihr Lebensmotto?
Ehrlich währt am längsten, im Leben kommt alles zurück.