Zum Erfolg von Robin Gillard
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, aufzuzeigen, daß die Musikrichtung nicht den Wert der Musik darstellt. Anspruchsvolle Musik zu produzieren und zu vermarkten ist für mich der größte Erfolg. Wenn man eines Tages Gillard Music als Plattenlabel der besonderen Art kennt und schätzt, werde ich das als großen Erfolg ansehen. Ein Erfolg, den ich mit ganzem Herzen anstrebe, liegt darin, Menschen mit unserer Musik zu berühren und positives Feedback zu erhalten.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich eigentlich durchaus als erfolgreich, denn ich konnte mein eigenes Label aufbauen und meine musikalischen Visionen umsetzen. Ich habe noch sehr viele Ziel vor mir, bin aber trotzdem schon jetzt ein glücklicher Mensch. Immer wenn etwas Positives zu mir zurückkehrt, fühle ich mich erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Das Leben ist ein Entwicklungsprozeß, der sich durch genaue Vorstellungen einem angestrebten Ziel annähert. Ich glaube, daß ich eine angenehme Ausstrahlung habe und von Musikern geschätzt werde. Ich mußte mir mein Wissen autodidaktisch aneignen und setzte mich daher sehr intensiv für mein Interessensgebiet ein. Seit ich von meinen Eltern wegzog, mußte ich mit großer Selbstverantwortung mein Leben selbst gestalten. Ich wollte meine Ideen verwirklichen und sah mich daher stets aufgefordert, nicht stehenzubleiben, niemals aufzugeben und meine Visionen umzusetzen.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Für einen schnellen Erfolg ist die Imitation eher geeignet als der Weg der Originalität. Es gibt kein anderes Land, in dem Coverbands größere Erfolge feiern als in Österreich. Somit ist es leichter, zu finanziellem Erfolg zu gelangen, indem man Bestehendes imitiert. Wer sich in dieser Branche mit etwas Originellem erfolgreich präsentieren möchte, benötigt sehr gute Kontakte und einen langen Atem.Gibt es jemanden der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Ich interessierte mich schon von Kind an für die Musik und wurde sehr von meinem Vater, der als Musiklehrer an einer Musikschule unterrichtet, geprägt.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Generelle Probleme in der Musikbranche sehe ich in der österreichischen Radio-Kultur. Der Hörfunk hat grundsätzlich die Aufgabe des Bildungsauftrages, und als österreichischer Musiker und Produzent sollte ich mir daher erwarten können, daß diese Plattform dazu beiträgt, Musikern dabei zu helfen, sich am Markt zu etablieren. Die Realität sieht anders aus: Österreichische Musik, sofern es sich nicht um Austropop oder Starmania handelt, wird von den Chefredakteuren diskriminiert und marginalisiert. Es stimmt mich traurig, daß die Medien noch immer kein Interesse an inländischen neuen Projekten zeigen; große Karrieren bleiben Österreichern in der Musikbranche daher versagt. In Frankreich müssen 30 Prozent der gesendeten Musik von heimischen Künstlern stammen, hierzulande zehn. Österreich hat ein zu geringes musikalisches Selbstbewußtsein, und die Großen der Branche mußten bekanntlich Österreich verlassen, um danach - und oft erst posthum - auch in diesem Land Anerkennung zu erfahren.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wenn es weiterhin Menschen wie Herrn Vogel von der Sargfabrik in Wien gibt, werden junge Kunst und Künstler auch in Zukunft überleben können.