Zum Erfolg von Christine Chaloupka
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich meine Ziele in absehbarer Zeit erreichen kann, fühle ich mich erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Meine Standfestigkeit und Konsequenz, die mir von meinem Elternhaus vermittelt wurden, trugen sicher ebenso zu meinem Erfolg bei, wie die berufliche und private Partnerschaft mit meinem Gatten. Am Beginn stand die operative Tätigkeit eindeutig im Vordergrund, denn wir konnten endlich dass tun, wovon wir jahrelang überzeugt waren, dass es sinnvoll wäre. Wir waren damals die einzige Institution die sich als Verkehrspsychologen mit dem Thema Nachschulung, mit Genehmigung des Verkehrsministeriums, auseinandersetzen durften. Der Kundenandrang war dementsprechend groß und das Thema des strategischen Bereiches rückte erst später in den Vordergrund, weil in der Zwischenzeit auch Mitbewerber einen Teil des Kuchens haben wollten. Wir wollten und konnten durch kontinuierliches Arbeiten unsere Marktführerschaft behalten, was für uns einen Erfolg darstellt.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Eigenartigerweise empfinde ich dies in dieser Branche nicht.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erfolgreich fühlte ich mich, als wir die ministerielle Anerkennung für die Nachschulungen und die verkehrspsychologischen Untersuchungen erhielten.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
In dieser Branche ist das Hauptproblem die nicht immer exakte Umsetzung des Gesetzes durch die Behörden. Dadurch entgeht uns einiges an Arbeit. Es müssten viel mehr Personen zur Nachschulung zugewiesen werden, wenn der Gesetzestext korrekt umgesetzt würde.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ein gewisses Anforderungsprofil ist vorgegeben, zum Beispiel ein abgeschlossenes Psychologiestudium. Eine Sekretärin wiederum sollte einschlägige Tätigkeiten großteils selbständig und zuverlässig ausführen können.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Supervision, finanzielle Prämien und die Möglichkeit an konkreten Projekten weitgehend selbständig mitarbeiten und eigene Ideen umsetzen zu können, fördern die Motivation unserer Mitarbeiter.
Wie viel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Seitens des Gesetzgebers sind wir verpflichtet mindestens 8 Stunden pro Jahr an einer Fortbildungsveranstaltung teilzunehmen. In Anbetracht der Tatsache, dass wir auch im Forschungsbereich tätig sind (FACTUM) und Seminare an der BOKU und TU Graz durchführen, mein Mann auch an der Universität Olomouc in Tschechien, ist es zwangsläufig notwendig, sich mit den Vortragsthemen bewusst auseinander zu setzen, denn Lehren funktioniert nur, wenn man selbst sattelfest ist. Daher sehe ich die eigene Fortbildung als einen laufenden Vorgang an.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Damit hatten mein Mann und ich noch nie ein Problem. Da wir beide im gleichen Segment tätig sind, war es für uns immer wichtig, beide Bereiche möglichst konsequent zu trennen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir (in diesem Falle INFAR) sind Marktführer im Nachschulungsbereich und das kommt durch unsere guten Kontakte mit den Behörden, aber auch die gute Mundpropaganda durch die KlientInnen zustande. Wir versuchen bereits im Rahmen der telefonischen Kontaktaufnahme mit unseren KundInnen ein angenehmes Klima aufzubauen. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil die AnruferInnen, laut Gesetzgeber etwas tun müssen, was sie aber nicht wollen. Dieses Wohlfühlklima versuchen wir auch in unseren Seminaren zu implizieren.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man sollte versuchen herauszufinden, wer man ist und sich auch von Rückschlägen nicht abhalten lassen, sein Ziel zu erreichen. Trotz aller beruflichen Aktivitäten sollte man Freundschaften weiterhin hegen und pflegen sowie Hobbys.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Wir werden uns in Zukunft weniger mit den aktuellen Arbeitsfeldern beschäftigen, sondern unser Augenmerk auf neue Themen wie das der Mobilitätsberatung richten, welches in der Vergangenheit noch keine Priorität hatte. Auch auf Grund der Tatsache, dass die Verkehrsteilnehmer immer älter werden, kann es dazu kommen, dass aufgrund des schnell voranschreitenden demografischen Wandels neue Themenkreise zu unseren Aufgabengebieten dazukommen.