Zum Erfolg von Florian Marberger
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg im Beruf ist für mich, wenn man den erarbeiteten und erlernten Teil so ausfüllen kann, um ein Leben in bester Qualität führen zu können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Mein Vater war Ordinarius, mein Bruder ist es ebenso, meine Mutter war eine sehr erfolgreiche Ärztin, und ich wollte ebenfalls in einer respektierten Position und Aufgabe tätig sen. Das habe ich erreicht.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich war fleißig und genau und arbeitete immer im Team.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich schaue mir ein Problem genau an, bespreche es mit meinen Mitarbeitern und schreite dann zur Lösung. Ich versuche Entscheidungen in der Gruppe zu fällen, das letzte Wort habe aber ich.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erfolgreich fühlte ich mich, als ich der einzige Oberarzt am Landeskrankenhaus Vöcklabruck wurde. Damals hatte ich das Glück, einen modernen Chef zu haben.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Originalität. Es hätte nichts gebracht, wenn ich einen Universitätsprofessor gespielt hätte.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Vater prägte mich mit seiner beruflichen Konsequenz, in der er auch das Menschliche nie vergaß. Er bemühte sich auch stets sehr, Kontakte mit Kollegen zu pflegen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung erfahre ich täglich im Kontakt mit den Patienten und im Freundeskreis. Wenn ich etwas sage, dann wird auf mich gehört.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Es gibt zu wenig Zusammenarbeit zwischen Medizin, Gesundheitswesen und dem Sozialhilfeverband. Das neue Altersheim mußte in einem anderen Ort gebaut werden, obwohl neben dem Krankenhaus mehr Synergien (Verpflegung, ärztliche Betreuung) gegeben gewesen wären.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Man sieht mich als freundlich und bescheiden, aber wenn es darauf ankommt auch als sehr konsequent.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Als Einzelkämpfer kann man in einem Krankenhaus nicht mehr existieren. Gute Mitarbeiter sind ein wesentlicher Faktor. Ein gutes Gespräch und positive Streitkultur sind wesentliche Aspekte des Erfolges.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Sie erhalten eine faire finanzielle Beteiligung und genießen Eigenverantwortung in der Entscheidung.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
In der Abteilung werde ich sehr positiv gesehen, von den Primarii mit gemischten Gefühlen, von den Mitarbeitern als zu wenig despotisch.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind ein erweitertes Standardkrankenhaus mit den Schwerpunkten Orthopädie und Physikalische Medizin. Das ganze Krankenhaus führt einen Existenzkampf, ist aber eine Institution, die zum Bezirk dazu gehört.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das klappt so schlecht und recht. Wir haben relativ wenig Mitarbeiter. Ich selbst bin ständig am Telefon erreichbar, auch in der Freizeit und im Urlaub.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich besuche etwa sechs Kongresse im Jahr und veranstalte selbst einen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Junge Leute sollen sich ein Berufsziel setzen und dieses dann mit Konsequenz verfolgen. Ich finde es falsch, sich breitgefächert auszubilden, im Glauben, ohnehin alles machen zu können.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte in den letzten fünf Jahren meiner Dienstzeit weiterhin darauf achten, daß alles gut läuft, daß das Krankenhaus vernünftig modernisiert wird und finanzierbar bleibt.
Ihr Lebensmotto?
Das Schlimmste ist, nicht zu entscheiden! (Kaiser Friedrich II.)